1. August 2010

Schwerttänzer - Jennifer Roberson

Schwerttänzer - Jennifer RobersonGenre: Fantasy
Bewertung: 3 von 5
Englische Ausgabe: Sword-Dancer
Keine Spoiler im Text.

Vor vielleicht 10 Jahren zählte "Schwerttänzer" zu meinen Lieblingsbüchern. Letzte Woche habe ich es zum ersten Mal seit langem wieder gelesen und musste feststellen, dass sich mein Geschmack seitdem geändert hat.

Handlung: Del ist eine Frau aus dem Norden, auf der Suche nach ihrem Bruder, der vor fünf Jahren verschleppt und als Sklave verkauft wurde. Sie heuert den südlichen Schwerttänzer Sandtiger an, damit er ihr auf ihrer Mission hilft. Zusammen durchqueren sie die gefährliche Wüste des Südens und überwinden etliche Gefahren.

Meine Meinung: Del gefällt mir als Charakter noch immer - ihre Sturheit, Direktheit und ihre unbeirrbare Ausrichtung auf ihr Ziel machen sie sympathisch. Das letzte Drittel der Story, in dem Sandtiger gezwungen ist, seine Kindheit noch einmal zu erleben, finde ich ebenfalls gut - dadurch muss er seine Gefühle offenbaren und man bekommt einen Einblick von ihm, der in den ersten zwei Dritteln des Buches fehlt.
Andererseits gefällt mir die Story an sich nicht mehr: eine Frau sucht ihren versklavten Bruder - Norden gegen Süden - die Männer kämpfen mit Schwertern, was sich für die Frauen nicht gehört... nicht wirklich originell. Die Schwertmagie ist ein vielversprechender Ansatz, kommt aber im ersten Band dieser Reihe nicht wirklich zum Einsatz.
Die Handlung dreht sich im Endeffekt darum, dass die Charaktere von Punkt A durch die Wüste zu Punkt B reisen und dabei allerhand Gefahren der Wüste trotzen - diese wirken teilweise so, als sollen sie nur die Story strecken.
Abgesehen von Del, die durch ihre ungewöhnliche Handlungsweise charakterisiert wird, bleiben die restlichen Rollen größtenteils stereotyp: der starke, nahezu unbezwingbare Schwertkämpfer, der böse Sklavenhändler, die barbarischen Wüstenvölker.

So leid es mir tut: "Schwerttänzer" erfüllte meine Erwartungen nicht mehr.