4. März 2010

Die Musicalvorstellungen sind vorbei

Der Höhepunkt dieses Jahres für mich, und gleichzeitig auch der Grund, warum dieses Blog die letzten Wochen stillgelegt wurde, ist nun vorbei: unsere Musicalvorstellungen, die mich seit September 2009 extrem in Beschlag genommen hatten, fanden am vergangenen Wochenende statt. Ein kurzer Rückblick...

Der Mittwoch begann um 8 Uhr mit dem Aufbau des Bühnenbilds und der Licht- und Ton-Technik in der Halle. Der Vormittag verlief relativ entspannt; als dann aber nachmittags nach und nach die restlichen Darsteller und Eltern eintrudelten, rannte ich bald auf der Suche nach Antworten und Problemlösungen nur noch von einer Ecke in die andere, immer mit einem Klemmbrett für meine Notizen unter dem Arm, ohne das ich in kürzester Zeit verloren gewesen wäre: insgesamt 3 Seiten Notizen, Anmerkungen und Verbesserungen kamen im Endeffekt zusammen.
Mit nur einer Stunde Verspätung begann um 19 Uhr am Mittwochabend die Generalprobe, gegen 23:30 Uhr waren wir endlich fertig. Es wurde ein einziges Desaster - Texthänger am laufenden Band, verpasste Einsätze, chaotische Tänze, fehlende Requisiten, unglückliche Darsteller und genervte Bühnenbauer. Glücklicherweise hatte ich das aus der Erfahrung der vergangenen Jahre heraus schon erwartet und konnte halbwegs gelassen und positiv bleiben. Mein häufigster Satz an diesem Abend: "Ich weiß, es wird morgen klappen - aber ich glaube es erst, wenn ich es sehe." =)

Am Donnerstag, dem Tag der Premiere, ging es wieder morgens um 8 Uhr weiter: einige Bühnenteile mussten noch einmal neu gestrichen werden, wir verpassten unserer Bühnenrückwand eine hübsche weiße Leinwand, damit die darauf projizierten Hintergründe besser zu sehen waren, und zahlreiche Kleinteile mussten noch fertiggestellt werden. Die letzte Technik wurde angebracht, die Lichteinstellungen programmiert, die Bühne mit schwarzem Molton verkleidet, alles noch einmal geputzt – und ich hatte natürlich immer mein Klemmbrett dabei. ;-) Und dann war es plötzlich abends und die ersten Zuschauer standen schon vor der Tür.

Zeit für Lampenfieber hatte ich nicht - kurz vor der Vorstellung nahm ich mir zwei Minuten Zeit und ging kurz allein hinter die Halle, um überhaupt mal zu mir zu kommen und den Stress der letzten Tage loszulassen.

Dann begann die Musik, der Vorhang ging auf ... und plötzlich klappte alles. Licht, Projektionen und Musik liefen wie am Schnürchen, wir konnten unseren Text, die Bühnenteile standen auf den richtigen Plätzen, die Tänze funktionierten, das Publikum fieberte mit, weinte und lachte. Bei den wenigen problematischen Stellen waren wir so aufeinander eingespielt und improvisierten so gut, dass wir die Situation jedes Mal retten konnten, ohne dass die Zuschauer überhaupt etwas mitbekamen.
Selbst als bei unserem Stockkampf in der vorletzten Vorstellung der Stock unseres "Helden" zerbrach, konnten wir das so geschickt überspielen, dass ich im Nachhinein nur gefragt wurde, ob er denn angesägt gewesen wäre.

Das Gefühl von Triumph, Erleichterung, Freude und Stolz am Abend nach der ersten Vorstellung lässt sich kaum beschreiben - ich weiß nur noch, dass ich kaum aufhören konnte, zu lachen und zu weinen und meinen Leuten um den Hals zu fallen.

Und nun ist es also vorbei... und ich weiß nicht, soll ich mich freuen, weil ich in den kommenden Wochen endlich einmal ausspannen kann, oder soll ich weinen, weil ich die Bühne und die enge Zusammenarbeit mit meinen Leuten so vermisse. Aktuell würde ich jedenfalls am liebsten losheulen. =(

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