23. Januar 2010

Erste Durchlaufproben

Heute und morgen finden unsere wichtigsten Proben für unsere Musicalaufführungen Ende Februar statt. Zum ersten Mal sehen wir, wie die einzelnen Bereiche - Tänze, Schauspiel, Kostüme, Bühnenbau, Requisiten, Musik etc - zusammenkommen. Natürlich geht es dabei immer noch recht chaotisch zu, bis jeder wirklich weiß, was er wann zu tun hat, aber es macht einfach total Spaß, aus diesem Chaos dann im Endeffekt eine fantastische Gemeinschaftsleistung entstehen zu sehen.
Heute habe ich bereits 11 Stunden (!) Tanzen, Trainieren, Spielen, Improvisieren, Schreien (wegen dem Lärm der Kulissenbauarbeiten im Hintergrund) und Planen hinter mir, und morgen geht es mindestens noch einmal 8 Stunden so weiter. Ich freu mich schon! =)
(Und nein, das meine ich nicht ironisch. ^^)

21. Januar 2010

Altes Papier - aber bitte einfach!

Für unser Musical brauchen wir mehrere Schriftstücke und Bücher, die so richtig alt aussehen. Also machte ich mich zunächst auf die Suche nach günstigen alten Büchern... und stellte fest: in der Größe, wie wir es benötigen, gibt es entweder nichts oder es ist einfach zu teuer. Bleibt also nur selbst herstellen. =)

Ich hatte schon öfters gehört, dass die Herstellung von alt aussehendem Papier eigentlich ganz einfach ist, es aber bisher nicht wirklich geglaubt. Nun durchforstete ich das Internet, und siehe da, diese Beschreibung klang tatsächlich nicht schwer.

Also schrieb ich mir einige kurze Texte und druckte diese in einer altmodischen Schrift ganz normal auf dem Laserdrucker aus. Dann ging es ab damit in die Küche. Ein gut durchgezogener schwarzer Tee, mit einem ganz normalen Putzschwamm auf dem Papier verteilt, so dass es gut durchweichte, sorgte für die braune Grundfarbe.

Schwarzer Tee, Putzschwamm, Papier?
Anschließend kam der Teil, vor dem ich ein wenig Angst hatte: die Papierblätter sollten bei 200° im Ofen gebacken werden?! Vor meinem geistigen Auge sah ich schon die Flammen aus dem Ofen schlagen... ;-) Doch nein, es gab überhaupt kein Problem - abgesehen von dem heißen Backblech, das lustig zischte, wenn die nassen Blätter darauf gelegt wurden. Für zusätzliche Effekte tropfte ich noch ein klein wenig Speiseöl über die Blätter, die so wunderbare "Altersflecken" bekamen.

Wofür man Wok-Stäbchen noch benutzen kann? Gebackenes Papier aus dem Ofen zu holen!
Nach zwei bis drei Minuten im Backofen ahnte man nicht mehr im Entferntesten, dass das Papier aus dem 21. Jahrhundert stammte.

Vergleich vorher - nachher

9. Januar 2010

Grimspace - Ann Aguirre

Genre: SciFi Romance
Bewertung: 3 von 5
Keine deutsche Ausgabe.
Keine Spoiler im Text.

Handlung: In der Zukunft gibt es einige wenige Menschen, die in der Lage sind, Raumschiffe durch den "Grimspace" zu steuern (um in vertrauten Bildern zu sprechen: eine Art Wurmlöcher). Diese Menschen sind für den interstellaren Handel von unschätzbarem Wert und arbeiten ausschließlich für ein einziges Unternehmen, das schlicht "Corp" genannt wird. Sirantha Jax ist ein solcher "Jumper", doch bei ihrem letzten Flug ging etwas schief, wodurch ihr Schiff zerstört wurde und alle Passagiere und Besatzungsmitglieder außer ihr starben. In einer Zelle wartet sie, geplagt von Alpträumen, auf ihre Gerichtsverhandlung. Zwar beteuert sie ihre Unschuld, doch niemand schenkt ihr Glauben. Als ein mysteriöser Mann auftaucht und ihr eine Gelegenheit zur Flucht anbietet, greift sie zu.
Gemeinsam mit ihrem Fluchthelfer, March, und seiner Crew macht es sich Jax zur Aufgabe, das Monopol der "Corp" zu brechen und ihre Unschuld zu beweisen. Im Laufe dessen kommen Jax und March sich näher, obwohl sich immer wieder Selbstzweifel zwischen die beiden schieben.

Meine Meinung: Bisher hätte ich nicht gedacht, dass es neben Paranormal Romance auch so etwas wie SciFi Romance gibt - man lernt eben nie aus. ;-) Die Mischung aus Science Fiction, Action und Romance ist für mich noch etwas gewöhnungsbedürftig, wobei hier SciFi und Action deutlich überwiegen.
Sirantha Jax ist eine gut entworfene Hauptperson, die sich auch in schwierigen Situation treu bleibt. Die Romance-Stellen sind gut in die Handlung eingefügt und wirken nicht zu kitschig. Überhaupt beschreibt die Autorin die Gefühlswelten von March und Jax so gut, dass man wirklich mitfühlen kann und nicht nur oberflächlich zusieht. Einzig der rote Faden fehlte mir manchmal ein wenig, so dass man z.T. trotz viel Action ohne Führung durch die Seiten dümpelte, bis der Handlungsfaden wieder anzog.
Der Schreibstil (im Englischen) ist etwas ungewohnt, da einerseits das Buch im Präsens geschrieben ist und darüber hinaus die Autorin öfters die Pronomen weglässt - normalerweise würde ich schreiben "vergisst", allerdings kam dies so häufig vor, dass es Absicht sein muss. Die dadurch entstehenden Sätze in der Art "Need to do something." wirken anfangs recht hart und abgehackt, nach einiger Zeit fällt es aber nicht mehr auf.

Fazit: Schwierig... Würde ich "Grimspace" weiterempfehlen? Wenn man SciFi UND Romance mag: ja. Wenn man sowieso viel liest, neues Futter braucht und gern neue Autoren ausprobiert, ja. Sonst eher nicht: die Romance-Teile würden hartgesottene SciFi-Fans vermutlich abschrecken, ebenso wie Romance-Fans vermutlich mit den technischen SciFi-Teilen nichts anfangen können.

8. Januar 2010

Stray - Rachel Vincent

Genre: Paranormal Romance
Bewertung: 2 von 5
Keine deutsche Ausgabe.
Achtung, Spoiler im Text!

Handlung: Faythe hat ihre Familie von Werkatzen verlassen, um auf eigenen Füßen zu stehen, denn sie schätzt ihre Unabhängigkeit über alles. Als sie jedoch von einem fremden Werkater angegriffen wird, schleift ihr Ex-Freund sie gegen ihren Willen zurück zu ihrer Familie. Es stellt sich heraus, dass mehrere der wenigen existierenden weiblichen Werkatzen entführt wurden, und kurze Zeit später wird auch Faythe gefangen genommen. Der Übeltäter will sie an den Höchstbietenden weiterverkaufen. Faythe kann ihrer Zelle entkommen und dreht den Spieß um, indem sie ihren Peiniger verfolgt, bis ihr Ex-Freund ihn schließlich tötet.

Meine Meinung: Die erste Hälfte von "Stray" ist nicht nur langweilig, sondern überflüssig. Faythe wird direkt zu Beginn zu ihrer Familie zurückgebracht und wartet die nächsten 300 Seiten darauf, dass etwas passiert - und genauso geht es dem Leser. Während all dieser Zeit ärgert sie sich über ihre Eltern und ihren Ex-Freund und flirtet ein wenig. Ganz ehrlich: man versäumt nichts, wenn man einfach bis Seite 300 vorblättert und dort weiterliest.
Ab Seite 330 kommt die Story dann zumindest endlich in Gang. Nun wird es einigermaßen spannend, wenn auch die "Bösen" teilweise Fehler begehen, die ganz offensichtlich nur passieren, um eine festgefahrene Situation aufzulösen. Beispielsweise hat ein "böser" Gefangener in seiner Zelle noch sein Handy - das er durch die Gitterstäbe nach draußen hält, nur um zu beweisen, dass er tatsächlich auch in einem Keller Empfang hat, woraufhin es ihm abgenommen werden kann. Wie nett von ihm.
Das Ende ist nicht sehr zufriedenstellend. Nachdem Faythe ihren Wächtern entkommen ist, herrscht eine positive Stimmung, hier hätte die Autorin gut abschließen können. Stattdessen machen sich Faythe und einige weitere Werkatzen auf die Suche nach dem Anführer der Bösen, lauern ihm auf und beseitigen ihn relativ unspektakulär - aber so blutig, dass selbst der Heldin davon übel wird. Das hinterlässt kein gutes Gefühl. Noch dazu kommt sie nun wieder mit ihrem Ex-Freund zusammen, obwohl der sie angeblich seit fünf Jahren genervt hat.

Fazit: nicht empfehlenswert. Der Schreibstil der Autorin ist zwar angenehm, aber die Geschichte und die Charaktere haben deutliche Schwächen. Ich selbst werde das Buch jedenfalls nicht noch einmal lesen (was ich normalerweise immer tue, wenn es mir nur halbwegs gefallen hat). Der Fairness halber möchte ich aber noch hinzufügen, dass andere Bücher dieser Autorin bei Amazon deutlich bessere Bewertungen haben.