1. August 2010

Schwerttänzer - Jennifer Roberson

Schwerttänzer - Jennifer RobersonGenre: Fantasy
Bewertung: 3 von 5
Englische Ausgabe: Sword-Dancer
Keine Spoiler im Text.

Vor vielleicht 10 Jahren zählte "Schwerttänzer" zu meinen Lieblingsbüchern. Letzte Woche habe ich es zum ersten Mal seit langem wieder gelesen und musste feststellen, dass sich mein Geschmack seitdem geändert hat.

Handlung: Del ist eine Frau aus dem Norden, auf der Suche nach ihrem Bruder, der vor fünf Jahren verschleppt und als Sklave verkauft wurde. Sie heuert den südlichen Schwerttänzer Sandtiger an, damit er ihr auf ihrer Mission hilft. Zusammen durchqueren sie die gefährliche Wüste des Südens und überwinden etliche Gefahren.

Meine Meinung: Del gefällt mir als Charakter noch immer - ihre Sturheit, Direktheit und ihre unbeirrbare Ausrichtung auf ihr Ziel machen sie sympathisch. Das letzte Drittel der Story, in dem Sandtiger gezwungen ist, seine Kindheit noch einmal zu erleben, finde ich ebenfalls gut - dadurch muss er seine Gefühle offenbaren und man bekommt einen Einblick von ihm, der in den ersten zwei Dritteln des Buches fehlt.
Andererseits gefällt mir die Story an sich nicht mehr: eine Frau sucht ihren versklavten Bruder - Norden gegen Süden - die Männer kämpfen mit Schwertern, was sich für die Frauen nicht gehört... nicht wirklich originell. Die Schwertmagie ist ein vielversprechender Ansatz, kommt aber im ersten Band dieser Reihe nicht wirklich zum Einsatz.
Die Handlung dreht sich im Endeffekt darum, dass die Charaktere von Punkt A durch die Wüste zu Punkt B reisen und dabei allerhand Gefahren der Wüste trotzen - diese wirken teilweise so, als sollen sie nur die Story strecken.
Abgesehen von Del, die durch ihre ungewöhnliche Handlungsweise charakterisiert wird, bleiben die restlichen Rollen größtenteils stereotyp: der starke, nahezu unbezwingbare Schwertkämpfer, der böse Sklavenhändler, die barbarischen Wüstenvölker.

So leid es mir tut: "Schwerttänzer" erfüllte meine Erwartungen nicht mehr.

29. Juli 2010

Neues Projekt: The Rocky Horror Show

Bereits vor 8 Jahren überlegten wir uns in der Musicalgruppe, die Rocky Horror Show aufzuführen. Zu der Zeit hatten wir allerdings noch etliche Minderjährige dabei, und diese und auch teilweise die Älteren waren von der Freizügigkeit nicht sehr begeistert. Deshalb entschieden wir uns damals letztendlich doch für ein anderes Musical.

Doch das Interesse war geweckt, und in den Jahren seitdem kam immer wieder die Anregung auf, Rocky Horror auf die Bühne zu bringen, auch wenn sich die Idee nie durchsetzen konnte.

Anfang 2010 saßen wir wieder einmal zusammen, als das Gespräch auf Rocky Horror kam. Ganz spontan entschieden sich die Rocky-Fans der bestehenden Musicalgruppe dazu, Rocky nun endlich, endlich umzusetzen... "Oh Rocky, Rocky, Rocky...!!" =) Selbst wenn die Sache nur als kleines Nebenprojekt geplant ist, bedeutet das für uns alle natürlich noch mehr Training und Vorbereitungsstreß, aber Rocky ist es uns wert.

Wir sind uns noch nicht sicher, ob wir die Texte wie im Original auf Englisch sprechen oder eine deutsche Übersetzung verwenden. Ich würde eigentlich 100%ig für Englisch plädieren, aber noch wissen wir nicht, ob sich die Aussprache dann auch halbwegs gut anhört. =) Die Vorstellungen sind aber bisher erst für 2012 geplant, wir haben also noch viel Zeit, um rumzuprobieren. Letzte Woche habe ich mir erstmal das Originallibretto samt Regieanweisungen aus Großbritannien bestellt und warte jetzt ganz gespannt darauf, dass es endlich ankommt.

28. Juli 2010

Prüfungsvorbereitung und Prüfung zum 4. Kyu

(Soviel zum Thema, dass die Berichte bald folgen würden - naja, sechs Wochen hat es gedauert, aber alles ist relativ. ^^)

Bereits im Januar sprachen wir zum ersten Mal über unsere nächste anstehende Prüfung - die zum 4. Kyu (Kurzinfo zum Prüfungssystem).

Als wir vier Prüflinge uns die gefordeten Inhalte ansahen, stellten wir zunächst einmal fest, dass die Prüfung ein ganzes Stück umfangreicher ist als die vorherige. Von den zehn geforderten Techniken kannte ich drei Monate vor der Prüfung erst zwei, und um die fehlenden acht Techniken ebenso ausführlich im normalen Training kennenzulernen, fehlte uns schlicht die Zeit. Dementsprechend war ich sehr dankbar für unsere Freien Trainings am Freitag, die ab Anfang April in Prüfungsvorbereitungstrainings umgewandelt wurden. Und weil wir trotzdem noch Muffensausen hatten, beschlossen wir Prüflinge, uns noch einige Male zusätzlich zu treffen und gemeinsam zu üben, was uns wirklich sehr gut tat. Je näher die Prüfung kam, desto sicherer und besser vorbereitet fühlte ich mich - so weit, dass ich mich richtig auf die Prüfung freuen konnte.

Bei meinen bisherigen beiden Prüfungen war ich jedes Mal doch ziemlich nervös geworden, wenn auch recht spät: nachdem ich durch die Auftritte mit der Musicaltruppe ganz gut mit Lampenfieber umgegehen kann, lege ich die Prüfungen freiwillig als Letzte ab, und während ich darauf warte, dass ich an der Reihe bin, kommt dann doch die Nervosität durch.

Also stellte ich mich auch diesmal darauf ein, in letzter Minute vor Aufregung zu sterben - und war total überrascht, als nichts passierte. =) Ich saß auf den Matten, sah bei den anderen drei Prüfungen zu (bzw. war auch einmal Uke) und wartete total entspannt darauf, endlich selbst dranzukommen.

Ich weiß gar nicht, woran es eigentlich lag, dass ich mich so wohl fühlte - schließlich hatte ich mich mit ein oder zwei Techniken noch nicht so richtig angefreundet und es bestand durchaus die Möglichkeit, sie total zu versemmeln. Aber irgendwie war ich mit meinem Leistungsstand und vielleicht auch mit dem Vielen, was wir uns selbst erarbeitet hatten, so glücklich und zufrieden, dass ich es einfach nur endlich mal zeigen wollte.

Während der Prüfung fühlte ich mich ebenfalls viel wohler als bei den vergangenen: ich hatte richtig Spaß dabei, war entspannt und präsent... und ich glaube, ich hatte die ganze Zeit über ein breites Grinsen im Gesicht, einfach weil's so schön war.

Ein himmelweiter Unterschied zu allen anderen "Prüfungssituationen", die ich bisher erlebt habe, egal ob in der Schule, bei der Führerscheinprüfung, bei Bewerbungsgesprächen usw. Vielleicht auch deswegen, weil ich bei dieser Prüfung weniger an den Termin selbst dachte, sondern mich im Grunde nur auf die neuen Techniken usw. freute, die danach kommen würden... ;)

19. Juni 2010

Update und Bento Nr. 7 und 8

Ich sehe gerade, WIE lange der letzte Beitrag schon her ist... =( Und dabei ist in der Zwischenzeit sogar einiges geschehen, was jetzt dringend "nachberichtet" werden will!

Seit Mitte Mai war ich gefühlte 20 Mal krank... naja, eigentlich waren es nur zwei Mal, die aber dafür umso heftiger, jeweils Erkältungen die mich für eine bzw. zwei Wochen außer Gefecht setzten. Nicht schön, aber jetzt hoffentlich überstanden, grummel.

Dann hatte die Hälfte meiner Familie Geburtstag, einschließlich ich, dazu demnächst ein bisschen mehr. =)

Und schließlich habe ich, als ich vorübergehend mal kurz gesund war, die Aikido-Prüfung zum 4. Kyu abgelegt, auch dazu werde ich noch genauer berichten. =)

Zwei Bentos kann ich auch noch nachreichen... (Mehr sind es deswegen nicht, weil ich immer, wenn ich vorgekocht hatte und "bentobereit" war, am nächsten Tag krank war. ^^) Also:

Bento mit Apfel, Tomate, Gurke, Reis mit Erdnuss-Curry-Furikake, Pelmeni, Mini-Tomate und Basilikumblättern
Oben: Apfel, Tomate, Gurke
Unten: Reis mit Erdnuss-Curry-Furikake (immer noch lecker ^^) und Pelmeni (russische Teigtaschen mit Schweinefleisch-Füllung). Weil die Pelmeni optisch nicht so hübsch sind, gabs obendrauf noch eine Mini-Tomate und Basilikumblätter.

Bento mit Reis, Frühlingszwiebeln, panierten Hähnchenfilets, Apfel, Tomate und Gurke
Sowas ähnliches habe ich in Japan mal gegessen und wollte es schon ewig nachkochen. Ich vermute, das in Japan war wohl Tonkatsu (mit Reis und ca. der 5fachen Menge an Frühlingszwiebeln wie bei mir), mein Bento hier besteht aus:
Links: Reis, Frühlingszwiebeln, Hähnchenfilets (fertig paniert aus der TK-Truhe ^^)
Rechts: fast schon obligatorisch - Apfel, Tomate, Gurke. =)

11. Mai 2010

Bester Soundtrack aus Filmen und Serien

Nachdem ich Tokens Liste ihrer Lieblingslieder gesehen hatte, fing ich natürlich sofort an, in Gedanken meine eigene Liste zusammenzustellen... und dementsprechend "fühle ich mich getagged". =) Es geht darum, 6 Lieblingslieder/-soundtracks aus Filmen und Serien zu zeigen und zu erklären, warum gerade diese auf die Liste kommen. Dann mal los...

König der Löwen
Von allen Disney-Filmen gefällt mir die Musik von König der Löwen am besten. Sie hat etwas Fröhliches, Mitreißendes, was mir allein schon beim Hören manchmal die Tränen in die Augen treibt. ;-) Ja, ich bin nah am Wasser gebaut... sehr nah. ^^


Das 5. Element - "Diva Dance"
"Il Dolce Suono" in 5. Element: die Szene, in der die Operndiva ihre Arie singt, während Milla Jovovich die Orks verprügelt. (Ja, ich weiß, sie heißen eigentlich Mangalores - mir egal, sie sehen trotzdem aus wie Orks. ^^) Wie die klassische Opern-Arie mit modernen Klängen gemischt wird, finde ich einfach genial.


The Rock
... oder allgemein alles von Hans Zimmer. Immer wenn ich im Kino sitze und plötzlich die Musik bewusst wahrnehme und mir denke, "Wow, hammergeil" - dann kann ich davon ausgehen, dass sie von Hans Zimmer komponiert wurde. "The Rock" habe ich eine Zeitlang beim Autofahren gehört, im Sommer, mit offenen Fenstern und 100 km/h auf der Landstraße... einfach nur toll. =)


Saw IV - "I.V."
Ich mag keine Splatterfilme, habe noch keinen gesehen und werde mir auch nie einen anschauen. Eklig. Bäh. ;) Bei Saw IV hätte ich fast eine Ausnahme gemacht - denn das Lied im Abspann ist "I.V." von X Japan. Nach der Trennung von X Japan 1997 hatte ich nicht erwartet, jemals wieder etwas von ihnen als Band zu hören - und dann das: Wiedervereinigung, wenn auch ohne hide, und ein neues Lied, das mit Saw IV sogar in unsere Kinos kam... Auch wenn es nicht mein Lieblingslied von X Japan ist, muss es einfach auf diese Liste. =)


Moulin Rouge


Den Film mag ich wegen seines Humors und seiner Fantasie sehr. Die Stelle, als die Pistole vom Vollmond abprallt... oder der narkoleptische Argentinier... oder die komplette "Like a Virgin"-Szene... einfach göttlich. Viele Songs aus Moulin Rouge gefallen mir im Film sogar noch besser als in der Originalfassung - bei "Roxanne" z.B. bekomme ich jedes Mal eine Gänsehaut, genauso bei "The Show must go on".


Der Hofnarr - Danny Kaye
Einer der lustigsten Filme überhaupt, meiner Meinung nach - minutenlange Lachkrämpfe vorprogrammiert. Er ist von 1955, bei weitem kein Musical-Film, beinhaltet aber trotzdem viele von den Schauspielern selbst gesungene Lieder. Eigentlich muss man den ganzen Film sehen, um zu verstehen, was an ihm so toll ist; aber trotzdem hier einige Ausschnitte. Nicht eingebettet, sondern als Link, weil die Darbietung einfach zum Kugeln ist und definitiv etwas größer gesehen werden sollte. =)
The Maladjusted Jester
Life could not better be
Ritterschlag in Zeitraffer ;-)
Pellet with the poison (Kein Song, einfach nur ein genialer Ausschnitt)


Wenn ich länger darüber nachdenke, fallen mir vermutlich noch dutzende weitere ein... aber irgendwo muss dann doch Schluss sein. =) Das Taggen lasse ich mal lieber, da ich nicht sooo kommunikativ bin... ;) Wer möchte, darf einfach! =)

7. Mai 2010

Bento Nr. 6

Ich habe wieder angefangen zu joggen, um meine Kondition für die kommende Aikido-Prüfung zu verbessern und für ein paar anstehende Musical-Auftritte vielleicht ein bisschen abzunehmen. Damit bleibt leider nochmal deutlich weniger Zeit... aber immerhin ein Bento habe ich diese Woche geschafft! =) Das hier gibt es heute zum Mittagessen:

Bento mit Apfel, Tomate, Gurke, Reis, Erdnuss-Curry-Furikake, Mini-Fleischklößchen und Tamagoyaki mit Frühlingszwiebel.
Links: Tomaten, Gurke, Reis mit Erdnuss-Curry-Furikake
Rechts: Tomaten, Gurke, Mini-Fleischklößchen, Tamagoyaki (jap. Omelett) mit Frühlingszwiebel und ein paar Apfelstückchen.

So ungefähr sehen übrigens meine Katzen Arwen (links) und Angel (rechts) aus, wenn sie nach vollendeter Arbeit die Küche inspizieren:

29. April 2010

Noch mehr Bento (Nr. 3 - 5)

Mein Einkauf von www.bentoshop.de ist angekommen, damit macht das Bento-packen und -essen natürlich noch mehr Spaß. Auch wenn ich trotz aller Warnungen erschrocken bin, weil die Box wirklich sehr klein wirkt. Aber wenn man sie bis oben hin vollpackt, wird man trotzdem sehr gut satt. =)


Bento Nr. 4: Apfel, Möhren, Paprika, Tomate-Mozarella-Sticks, ein Ei und Knoblauch-Tomaten-Basilikum-Gnocchi, mjam. =)


Bento Nr. 5: Kartoffelbrei mit Möhren (sollte eigentlich Kartoffelsalat werden, aber ich habe wohl zu heftig umgerührt... ächem), Mini-Fleischklößchen, gebratene Zucchini-Scheiben mit Sojasauce und Sesam (nach diesem Rezept), Würstchen-Oktopusse (die muss ich noch üben), Kiwi und Erdbeere.


Und Bento Nr. 6: praktisch nochmal das gleiche: Möhren, Tomaten, Kiwi, Mini-Fleischklößchen, gebratene Zucchini, Frühlingszwiebeln und ein beidseitig gebratenes Spiegelei.

26. April 2010

Warum so wenig Aikido?

Die Frage stelle ich mir z.Z. öfter, allerdings hauptsächlich auf mein Blog bezogen. ;) Im Training bin ich seit Ende Februar zwar nicht mehr ganz so häufig wie vorher, aber das liegt hauptsächlich an Krankheit, Urlaub und allgemein ein wenig Verplantheit.

Im Blog dagegen ist es in letzter Zeit ziemlich auffällig, dass ich kaum noch vom Aikido-Training berichte. Warum also ist das so?

Zunächst einmal hatte ich vor zwei Jahren mit meiner Lehrerin ausgemacht, nicht zu detailliert das Training und die Techniken zu beschreiben - verständlich, da es sich um ihre Lehrinhalte handelt. Wer mehr erfahren will, muss also "leider" =) bei uns im Training vorbeischauen. Anfangs konnte ich trotzdem viel schreiben, da sich praktisch wöchentlich etwas in mir veränderte und ich so über meine Fortschritte berichten konnte, ohne allzu sehr ins Detail zu gehen. Nach inzwischen 2 Jahren und 3 Monaten Training hat sich aber eine gewisse Grundlage gebildet, so dass Veränderungen nicht mehr so deutlich spürbar sind und eher langsam geschehen.

Darüber hinaus hat sich der Schwerpunkt meiner Interessen zur Zeit ein klein wenig von Aikido weg verlagert. Vor einem Jahr konnte ich wirklich an nichts anderes denken. Dann kamen die zeitaufwendigen Vorbereitungen für die Musicalvorstellungen und ich musste wohl oder übel Aikido ein wenig zurückstellen - und jetzt, nach dem Musical, haben andere Themen diesen Platz für sich beansprucht. Das heißt nicht, dass Aikido jetzt weniger wichtig für mich ist, sondern nur, dass ich nicht mehr ganz so stark darauf fixiert bin! ;-)

Ein weiterer Punkt ist, dass ich mich inzwischen für die Beschreibung von Techniken entscheiden muss: entweder ich verwende nur die japanischen Fachbegriffe - verwirrend für alle Nicht-Aikidokas. Oder ich füge jedem japanischen Ausdruck eine ellenlange Erklärung hinzu - das ist dann wieder nervig für Aikidokas und stört außerdem den Lesefluss. Eigentlich bin ich mit beiden Methoden unzufrieden... Ein Kompromiss wäre ein MouseOver-Effekt, bei dem nur dann eine Erklärung angezeigt wird, wenn man mit der Maus über ein Wort fährt. Dadurch würde sich die Zeit verdoppeln, die ich für die Erstellung eines Posts benötige... Ich bin wirklich noch unentschlossen, ob und wie ich das in Zukunft lösen soll - denn es wird auf jeden Fall weitere Aikido-Posts geben, wenn auch eben nicht mehr so häufig wie bisher.

20. April 2010

Bento Nr. 2 und 3

Hier Bento-Versuch Nummer 2:


Und Nummer 3 gibts heute:



14. April 2010

Mein erstes Bento!

Lange schon wollte ich mal eines machen, nun endlich habe ich es geschafft: mein erstes selbstgemachtes Bento! Ich nehme mir sowieso meistens das Mittagessen für die Arbeit von zuhause mit. Das ganze wirkt aber noch um einiges appetitlicher, wenn es hübsch hergerichtet ist und noch dazu nicht nur aus "Reis mit Tofu" besteht, sondern wie hier aus Reis mit Tofu, Tomaten, Gurken, japanischem Omelett, Gurken-Möhren-Sesam-Salat und einem kleinen niedlichen Apfelhasen. Zwar hatte ich nur eine langweilige Tupperdose, aber immerhin.

Mein erstes Bento - leider noch in einer Tupperdose
Den ganzen Vormittag über konnte ich mich darauf freuen, beim gemeinsamen Mittagessen in der Küche mein Bento auszupacken - und um ehrlich zu sein, auf die Reaktionen meiner Kolleginnen war ich ebenfalls gespannt. Ich wurde nicht enttäuscht: alle machten große Augen und ich wurde mindestens dreimal gefragt "Wow - was ist denn das??" =)

Die Vorbereitung dauerte ca. eine halbe Stunde, mit ein bisschen Übung geht das bestimmt auch noch schneller... und ich hatte so viel Spaß dabei, dass ich das Projekt unbedingt fortsetzen möchte - dann auch mit einer echten Bento-Box. ;)

16. März 2010

Schockerlebnis

Gestern früh, am Montagmorgen, machte ich mich wie immer auf den Weg zur Arbeit. Wie die letzten Wochen schon musste ich dank einer ungünstigen Baustelle vor meiner Haustür in Kombination mit etlichen Einbahnstraßen erst einmal einen Umweg fahren. Endlich in der richtigen Richtung unterwegs, wartete ich ungeduldig als erstes Auto an einer roten Ampel. Als sie umschaltete, bog ich auf meiner Spur ab. Während ich um die Kurve bog, wurde meine Aufmerksamkeit von zwei Fußgängerinnen angezogen, die beide von der rechten zur linken Straßenseite wechseln wollten. Die eine machte zwei Schritte vor, sah einen nahen Wagen aus der anderen Richtung kommen, trat wieder zurück, sah in meine Richtung und wartete.

Die andere macht ebenfalls zwei Schritte vor, sieht ebenfalls den Wagen aus der anderen Richtung und bleibt, schon halb auf meiner Spur, stehen. Sie trägt eine dicke Winterjacke, die Kapuze gegen den Nieselregen tief ins Gesicht gezogen. Irgendwie fällt mir auf, dass sie sich auf ihre Hände konzentriert - vermutlich ein MP3-Player. Während ich auf sie zufahre, denke ich mir: "Mann, kann die nicht ein paar Schritte zurückgehen? Steht mitten auf der Straße...!" Da ist der Wagen aus der anderen Richtung vorbei, ich bin vielleicht noch fünf oder zehn Meter von ihr entfernt. Sie hebt flüchtig den Blick, sieht den anderen Wagen passieren - und läuft los.

Wie genau ich reagiere, kann ich gar nicht sagen. Als mein Auto nach der Vollbremsung zum Stehen kommt, steht es leicht schräg über beide Spuren, also muss ich wohl ausgewichen sein. Ich habe das Bild vor Augen, wie die junge Frau den Kopf und die Arme hochreißt - und einen furchtbaren, endlosen Augenblick lang weiß ich nicht, ob sie aus Schreck so reagiert oder ob sie von meinem Auto getroffen wurde. Doch sie steht auf Höhe meines Beifahrer-Fensters, und obwohl sie genauso panisch aussieht wie ich vermutlich gerade, gibt sie mir auf mein hektisches "Sind Sie ok?!?" mit Handzeichen und Mimik zu verstehen, dass ihr nichts passiert ist, und geht nach kurzem Blickkontakt zurück auf den Gehsteig und weiter in ihre Richtung.

Es kommt mir vor wie Minuten, doch wahrscheinlich vergehen nur wenige Sekunden, bis ich mit zitternden Knien Gas geben kann. Einige Meter weiter am Straßenrand halte ich, um auszusteigen und mich zu versichern, dass es ihr gut geht. Sie ist schon weitergelaufen, ich erreiche sie nicht mehr. Die andere Fußgängerin bestätigt mir jedoch, dass der jungen Frau nichts passiert ist. Immer noch zitternd steige ich wieder ein und versuche, meinen Atem und Herzschlag zu beruhigen.

So froh war ich noch nie, als ich endlich in der Arbeit ankam und mein Auto abstellen konnte! Eigentlich hätte ich einen Schnaps anstelle des üblichen Kaffees gebraucht...

11. März 2010

The Demon's Lexicon - Sarah Rees Brennan

Der Zirkel des Dämons - The Demon's LexiconGenre: Young Adult / Urban Fantasy
Bewertung: 4 von 5
Deutsche Ausgabe: Der Zirkel des Dämons
Keine Spoiler im Text.

Handlung: Die Brüder Nick und Alan sind schon ihr ganzes Leben auf der Flucht vor bösartigen Magiern, die ihre Macht erhalten, indem sie Dämonen unschuldige Menschen opfern. Nicks und Alans Mutter gehörte einst zu diesen Magiern. Sie floh mit einem wertvollen Talisman, ist aber seither geistesgestört. Eines Tages erhalten die beiden Brüder eine Nachricht, dass die Magier das Versteckspiel satt haben und nun mit vereinten Kräften Jagd auf sie machen. Verzweifelt versuchen Alan und Nick den Spieß umzudrehen und herauszufinden, was die Magier wirklich wollen.

Meine Meinung: Die Erzählung erfolgt aus Sicht des gefühlskalten Nick. Sarah Rees Brennan schafft es, seine tiefe Beziehung zu seinem Bruder trotzdem gut darzustellen, ohne jemals wirklich Gefühle zu beschreiben, keine einfache Aufgabe. Die große Überraschung gegen Ende kam zwar nicht mehr ganz überraschend, aber zumindest am Anfang des Buchs ahnt man noch nicht im Geringsten, wie sich die Handlung entwickeln wird, und es bleibt durchgehend spannend.

Trotzdem kann ich "The Demon's Lexicon" nicht die volle Punktzahl geben, denn das ganze Setting, von den Personen (Brüder, einer ruppig und gefühlskalt, einer fürsorglich) über das Handlungsgerüst (fliehen vor Magiern / Dämonen) und selbst die große Überraschung am Schluß erinnern extrem an "Nightlife" von Rob Thurman (deutsch: "Nachtgeister", Juni 2010), das bereits 2006 erschien.

Fazit: Für sich genommen ein sehr gut geschriebenes, spannendes Buch mit sympathischen Hauptfiguren. Wem "The Demon's Lexicon" gefällt, sollte aber unbedingt auch "Nightlife" lesen. =)

10. März 2010

Musical "Tarzan" in Hamburg

Als wären die letzten Wochen nicht schon anstrengend genug gewesen, hatte ich mir noch zusätzlich in den Kopf gesetzt, einen Geschäftstermin in Hamburg mit einem Besuch bei "Tarzan" zu verbinden. Wenn ich schließlich schon einmal in der Stadt bin, bietet sich das doch an, richtig? Dass ich dafür den Rückflug um 6:00 Uhr früh nehmen musste, um dann pünktlich direkt vom Flughafen aus in die Arbeit zu gehen, nahm ich gerne in Kauf.

Die Neue Flora hatte ich bisher erst einmal vor ca. 15 Jahren besucht, damals lief dort noch das "Phantom der Oper". Wie das Theater an die Bedürfnisse des neuen Musicals angepasst wurde, ist wirklich einmalig... angefangen bei einem grünen Teppich mit modernen, urwaldähnlichen Mustern, über bespielbare Wände mit Lianenbehängen bis zu einem Seilzugsystem für die Darsteller, das sich gefühlt über die komplette Decke erstreckte.

Ich war eine halbe Stunde zu früh im Theater und konnte dadurch den Zuschauerraum und die "Pre-Show" gut auf mich wirken lassen: man wird empfangen von Trommeln, Wind-, Wasser- und Dschungelgeräuschen. Ein halbdurchsichtiger Vorhang ist über die komplette Bühne gespannt, darauf das Bild des Unglücksschiffes; der Vorhang hebt und senkt sich und ahmt so perfekt die Bewegungen eines Schiffes auf stürmischer See nach. Eine Projektion an den Wänden zeigt mehrere Einträge aus dem Kapitänslogbuch. All das schafft von Anfang an die perfekte Atmosphäre für das Stück, obwohl es noch nicht einmal begonnen hat. =)

Nach der üblichen Begrüßung aus dem Off folgte eine längere Pause, als man normalerweise gewöhnt ist, die Musik und Hintergrundgeräusche liefen weiter – bevor ohne Vorwarnung mit einem plötzlichen Donnerschlag und grellen Lichtblitz das Stück begann und die Zuschauer mit in den Sturm gezogen wurden. Sehr netter Schockeffekt. =)

Gleich zu Beginn folgten dann auch ein paar der effektreichsten Szenen, als sich das Elternpaar aus dem Meer rettet und den Strand erreicht – nicht wie sonst auf dem Boden der Bühne, sondern mithilfe von Seilzügen mitten auf der hinteren Bühnenrückwand! Die Szene wirkte so überwältigend, und als dann noch der Übergang in den Dschungel kam und die ersten "Affen" an Seilen über die Bühne sprangen und flogen... da war es schon um mich geschehen. In der Ouvertüre habe ich bisher bei noch keinem Musical geweint... außer bei Tarzan. ;-)

Was so stark angefangen hatte, setzte sich durchgängig fort. Die Darsteller waren super (allen voran Terk ^^), die Choreografien sehr akrobatisch und wunderschön, und die Musik natürlich sowieso klasse. Einziger kleiner Kritikpunkt für mich war, dass die Story nicht so tiefgründig ist wie z.B. bei Wicked – aber das liegt nunmal an der Story selbst und nicht an der Umsetzung, die war einfach nur toll. =)

Wenn ich die Gelegenheit habe, werde ich es mir auf jeden Fall noch einmal ansehen – dann aber von etwas weiter hinten, Reihe 6 oder 7 vielleicht... Ich hatte diesmal einen Platz in Reihe 2, der zwar absolut fantastisch war, um das Geschehen auf der Bühne zu verfolgen, aber es findet auch viel über den Köpfen der ersten Reihen statt, was man dann natürlich nicht gut mitbekommt. Fazit jedenfalls: absolut sehenswert... *schwärm*

9. März 2010

Kurzer Aikido-Update

Der Stress der Musicalvorbereitungen nahm in den letzten Wochen vor den Aufführungen solche Ausmaße an, dass ich es nicht einmal mehr zum Aikido-Training schaffte. Nun wo die Vorstellungen vorbei sind *schnüff* war ich zum ersten Mal seit zwei oder drei Wochen wieder im Training und stellte fest, dass sich erst einmal die Munatsuki Koteoroshi-Technik leicht verändert hat, seit ich sie das letzte Mal gesehen habe. Dummerweise hat mein Körper die vorherige Variante schon halbwegs abgespeichert, so dass ich mir gerade wirklich schwer tue, grummel.
Ansonsten steht demnächst im April die Prüfung zum 4. Kyu an! =) Da ich die vergangenen Wochen ausgesetzt habe, fühle ich mich noch ziemlich unvorbereitet. Naja, wird schon werden, es ist ja schließlich noch ein bisschen Zeit...

4. März 2010

Die Musicalvorstellungen sind vorbei

Der Höhepunkt dieses Jahres für mich, und gleichzeitig auch der Grund, warum dieses Blog die letzten Wochen stillgelegt wurde, ist nun vorbei: unsere Musicalvorstellungen, die mich seit September 2009 extrem in Beschlag genommen hatten, fanden am vergangenen Wochenende statt. Ein kurzer Rückblick...

Der Mittwoch begann um 8 Uhr mit dem Aufbau des Bühnenbilds und der Licht- und Ton-Technik in der Halle. Der Vormittag verlief relativ entspannt; als dann aber nachmittags nach und nach die restlichen Darsteller und Eltern eintrudelten, rannte ich bald auf der Suche nach Antworten und Problemlösungen nur noch von einer Ecke in die andere, immer mit einem Klemmbrett für meine Notizen unter dem Arm, ohne das ich in kürzester Zeit verloren gewesen wäre: insgesamt 3 Seiten Notizen, Anmerkungen und Verbesserungen kamen im Endeffekt zusammen.
Mit nur einer Stunde Verspätung begann um 19 Uhr am Mittwochabend die Generalprobe, gegen 23:30 Uhr waren wir endlich fertig. Es wurde ein einziges Desaster - Texthänger am laufenden Band, verpasste Einsätze, chaotische Tänze, fehlende Requisiten, unglückliche Darsteller und genervte Bühnenbauer. Glücklicherweise hatte ich das aus der Erfahrung der vergangenen Jahre heraus schon erwartet und konnte halbwegs gelassen und positiv bleiben. Mein häufigster Satz an diesem Abend: "Ich weiß, es wird morgen klappen - aber ich glaube es erst, wenn ich es sehe." =)

Am Donnerstag, dem Tag der Premiere, ging es wieder morgens um 8 Uhr weiter: einige Bühnenteile mussten noch einmal neu gestrichen werden, wir verpassten unserer Bühnenrückwand eine hübsche weiße Leinwand, damit die darauf projizierten Hintergründe besser zu sehen waren, und zahlreiche Kleinteile mussten noch fertiggestellt werden. Die letzte Technik wurde angebracht, die Lichteinstellungen programmiert, die Bühne mit schwarzem Molton verkleidet, alles noch einmal geputzt – und ich hatte natürlich immer mein Klemmbrett dabei. ;-) Und dann war es plötzlich abends und die ersten Zuschauer standen schon vor der Tür.

Zeit für Lampenfieber hatte ich nicht - kurz vor der Vorstellung nahm ich mir zwei Minuten Zeit und ging kurz allein hinter die Halle, um überhaupt mal zu mir zu kommen und den Stress der letzten Tage loszulassen.

Dann begann die Musik, der Vorhang ging auf ... und plötzlich klappte alles. Licht, Projektionen und Musik liefen wie am Schnürchen, wir konnten unseren Text, die Bühnenteile standen auf den richtigen Plätzen, die Tänze funktionierten, das Publikum fieberte mit, weinte und lachte. Bei den wenigen problematischen Stellen waren wir so aufeinander eingespielt und improvisierten so gut, dass wir die Situation jedes Mal retten konnten, ohne dass die Zuschauer überhaupt etwas mitbekamen.
Selbst als bei unserem Stockkampf in der vorletzten Vorstellung der Stock unseres "Helden" zerbrach, konnten wir das so geschickt überspielen, dass ich im Nachhinein nur gefragt wurde, ob er denn angesägt gewesen wäre.

Das Gefühl von Triumph, Erleichterung, Freude und Stolz am Abend nach der ersten Vorstellung lässt sich kaum beschreiben - ich weiß nur noch, dass ich kaum aufhören konnte, zu lachen und zu weinen und meinen Leuten um den Hals zu fallen.

Und nun ist es also vorbei... und ich weiß nicht, soll ich mich freuen, weil ich in den kommenden Wochen endlich einmal ausspannen kann, oder soll ich weinen, weil ich die Bühne und die enge Zusammenarbeit mit meinen Leuten so vermisse. Aktuell würde ich jedenfalls am liebsten losheulen. =(

23. Januar 2010

Erste Durchlaufproben

Heute und morgen finden unsere wichtigsten Proben für unsere Musicalaufführungen Ende Februar statt. Zum ersten Mal sehen wir, wie die einzelnen Bereiche - Tänze, Schauspiel, Kostüme, Bühnenbau, Requisiten, Musik etc - zusammenkommen. Natürlich geht es dabei immer noch recht chaotisch zu, bis jeder wirklich weiß, was er wann zu tun hat, aber es macht einfach total Spaß, aus diesem Chaos dann im Endeffekt eine fantastische Gemeinschaftsleistung entstehen zu sehen.
Heute habe ich bereits 11 Stunden (!) Tanzen, Trainieren, Spielen, Improvisieren, Schreien (wegen dem Lärm der Kulissenbauarbeiten im Hintergrund) und Planen hinter mir, und morgen geht es mindestens noch einmal 8 Stunden so weiter. Ich freu mich schon! =)
(Und nein, das meine ich nicht ironisch. ^^)

21. Januar 2010

Altes Papier - aber bitte einfach!

Für unser Musical brauchen wir mehrere Schriftstücke und Bücher, die so richtig alt aussehen. Also machte ich mich zunächst auf die Suche nach günstigen alten Büchern... und stellte fest: in der Größe, wie wir es benötigen, gibt es entweder nichts oder es ist einfach zu teuer. Bleibt also nur selbst herstellen. =)

Ich hatte schon öfters gehört, dass die Herstellung von alt aussehendem Papier eigentlich ganz einfach ist, es aber bisher nicht wirklich geglaubt. Nun durchforstete ich das Internet, und siehe da, diese Beschreibung klang tatsächlich nicht schwer.

Also schrieb ich mir einige kurze Texte und druckte diese in einer altmodischen Schrift ganz normal auf dem Laserdrucker aus. Dann ging es ab damit in die Küche. Ein gut durchgezogener schwarzer Tee, mit einem ganz normalen Putzschwamm auf dem Papier verteilt, so dass es gut durchweichte, sorgte für die braune Grundfarbe.

Schwarzer Tee, Putzschwamm, Papier?
Anschließend kam der Teil, vor dem ich ein wenig Angst hatte: die Papierblätter sollten bei 200° im Ofen gebacken werden?! Vor meinem geistigen Auge sah ich schon die Flammen aus dem Ofen schlagen... ;-) Doch nein, es gab überhaupt kein Problem - abgesehen von dem heißen Backblech, das lustig zischte, wenn die nassen Blätter darauf gelegt wurden. Für zusätzliche Effekte tropfte ich noch ein klein wenig Speiseöl über die Blätter, die so wunderbare "Altersflecken" bekamen.

Wofür man Wok-Stäbchen noch benutzen kann? Gebackenes Papier aus dem Ofen zu holen!
Nach zwei bis drei Minuten im Backofen ahnte man nicht mehr im Entferntesten, dass das Papier aus dem 21. Jahrhundert stammte.

Vergleich vorher - nachher

9. Januar 2010

Grimspace - Ann Aguirre

Genre: SciFi Romance
Bewertung: 3 von 5
Keine deutsche Ausgabe.
Keine Spoiler im Text.

Handlung: In der Zukunft gibt es einige wenige Menschen, die in der Lage sind, Raumschiffe durch den "Grimspace" zu steuern (um in vertrauten Bildern zu sprechen: eine Art Wurmlöcher). Diese Menschen sind für den interstellaren Handel von unschätzbarem Wert und arbeiten ausschließlich für ein einziges Unternehmen, das schlicht "Corp" genannt wird. Sirantha Jax ist ein solcher "Jumper", doch bei ihrem letzten Flug ging etwas schief, wodurch ihr Schiff zerstört wurde und alle Passagiere und Besatzungsmitglieder außer ihr starben. In einer Zelle wartet sie, geplagt von Alpträumen, auf ihre Gerichtsverhandlung. Zwar beteuert sie ihre Unschuld, doch niemand schenkt ihr Glauben. Als ein mysteriöser Mann auftaucht und ihr eine Gelegenheit zur Flucht anbietet, greift sie zu.
Gemeinsam mit ihrem Fluchthelfer, March, und seiner Crew macht es sich Jax zur Aufgabe, das Monopol der "Corp" zu brechen und ihre Unschuld zu beweisen. Im Laufe dessen kommen Jax und March sich näher, obwohl sich immer wieder Selbstzweifel zwischen die beiden schieben.

Meine Meinung: Bisher hätte ich nicht gedacht, dass es neben Paranormal Romance auch so etwas wie SciFi Romance gibt - man lernt eben nie aus. ;-) Die Mischung aus Science Fiction, Action und Romance ist für mich noch etwas gewöhnungsbedürftig, wobei hier SciFi und Action deutlich überwiegen.
Sirantha Jax ist eine gut entworfene Hauptperson, die sich auch in schwierigen Situation treu bleibt. Die Romance-Stellen sind gut in die Handlung eingefügt und wirken nicht zu kitschig. Überhaupt beschreibt die Autorin die Gefühlswelten von March und Jax so gut, dass man wirklich mitfühlen kann und nicht nur oberflächlich zusieht. Einzig der rote Faden fehlte mir manchmal ein wenig, so dass man z.T. trotz viel Action ohne Führung durch die Seiten dümpelte, bis der Handlungsfaden wieder anzog.
Der Schreibstil (im Englischen) ist etwas ungewohnt, da einerseits das Buch im Präsens geschrieben ist und darüber hinaus die Autorin öfters die Pronomen weglässt - normalerweise würde ich schreiben "vergisst", allerdings kam dies so häufig vor, dass es Absicht sein muss. Die dadurch entstehenden Sätze in der Art "Need to do something." wirken anfangs recht hart und abgehackt, nach einiger Zeit fällt es aber nicht mehr auf.

Fazit: Schwierig... Würde ich "Grimspace" weiterempfehlen? Wenn man SciFi UND Romance mag: ja. Wenn man sowieso viel liest, neues Futter braucht und gern neue Autoren ausprobiert, ja. Sonst eher nicht: die Romance-Teile würden hartgesottene SciFi-Fans vermutlich abschrecken, ebenso wie Romance-Fans vermutlich mit den technischen SciFi-Teilen nichts anfangen können.

8. Januar 2010

Stray - Rachel Vincent

Genre: Paranormal Romance
Bewertung: 2 von 5
Keine deutsche Ausgabe.
Achtung, Spoiler im Text!

Handlung: Faythe hat ihre Familie von Werkatzen verlassen, um auf eigenen Füßen zu stehen, denn sie schätzt ihre Unabhängigkeit über alles. Als sie jedoch von einem fremden Werkater angegriffen wird, schleift ihr Ex-Freund sie gegen ihren Willen zurück zu ihrer Familie. Es stellt sich heraus, dass mehrere der wenigen existierenden weiblichen Werkatzen entführt wurden, und kurze Zeit später wird auch Faythe gefangen genommen. Der Übeltäter will sie an den Höchstbietenden weiterverkaufen. Faythe kann ihrer Zelle entkommen und dreht den Spieß um, indem sie ihren Peiniger verfolgt, bis ihr Ex-Freund ihn schließlich tötet.

Meine Meinung: Die erste Hälfte von "Stray" ist nicht nur langweilig, sondern überflüssig. Faythe wird direkt zu Beginn zu ihrer Familie zurückgebracht und wartet die nächsten 300 Seiten darauf, dass etwas passiert - und genauso geht es dem Leser. Während all dieser Zeit ärgert sie sich über ihre Eltern und ihren Ex-Freund und flirtet ein wenig. Ganz ehrlich: man versäumt nichts, wenn man einfach bis Seite 300 vorblättert und dort weiterliest.
Ab Seite 330 kommt die Story dann zumindest endlich in Gang. Nun wird es einigermaßen spannend, wenn auch die "Bösen" teilweise Fehler begehen, die ganz offensichtlich nur passieren, um eine festgefahrene Situation aufzulösen. Beispielsweise hat ein "böser" Gefangener in seiner Zelle noch sein Handy - das er durch die Gitterstäbe nach draußen hält, nur um zu beweisen, dass er tatsächlich auch in einem Keller Empfang hat, woraufhin es ihm abgenommen werden kann. Wie nett von ihm.
Das Ende ist nicht sehr zufriedenstellend. Nachdem Faythe ihren Wächtern entkommen ist, herrscht eine positive Stimmung, hier hätte die Autorin gut abschließen können. Stattdessen machen sich Faythe und einige weitere Werkatzen auf die Suche nach dem Anführer der Bösen, lauern ihm auf und beseitigen ihn relativ unspektakulär - aber so blutig, dass selbst der Heldin davon übel wird. Das hinterlässt kein gutes Gefühl. Noch dazu kommt sie nun wieder mit ihrem Ex-Freund zusammen, obwohl der sie angeblich seit fünf Jahren genervt hat.

Fazit: nicht empfehlenswert. Der Schreibstil der Autorin ist zwar angenehm, aber die Geschichte und die Charaktere haben deutliche Schwächen. Ich selbst werde das Buch jedenfalls nicht noch einmal lesen (was ich normalerweise immer tue, wenn es mir nur halbwegs gefallen hat). Der Fairness halber möchte ich aber noch hinzufügen, dass andere Bücher dieser Autorin bei Amazon deutlich bessere Bewertungen haben.