1. April 2009

Japan-Urlaub: Nara

Mit dem Shinkansen ging es am nächsten Tag über einen kurzen Zwischenstopp in Kyoto nach Nara. Im Zug konnten wir feststellen, dass sogar Betrunkene in Japan irgendwie höflicher sind als bei uns... Von einem solchen bekamen wir Malzbonbons und Kekse geschenkt, da er sich so freute, mit jemandem reden zu können. Zitat laut unserer Reiseleiterin: "Ich weiß, ihr versteht kein Wort von dem, was ich sage - aber völlig egal, es geht nur um's Gefühl!"

Pagode in Nara, Japan
In Nara trafen wir auf eine japanische Freundin unserer Reiseleiterin, die sich bereit erklärt hatte, uns zu begleiten und unsere Fragen zum japanischen Alltag zu beantworten. In einer Mischung aus Englisch, Japanisch und Deutsch hatten wir viel Spaß mit den üblichen Themen Wetter, Reiseprogramm, Deutschland und Japan. Es klappte wieder ganz gut - nur einmal versuchte ich zu übersetzen, dass ein Mitreisender gerade über Känguruhs geredet hatte, und sagte stattdessen "Er sprach gerade mit Känguruhs", sehr zur Erheiterung unserer Japanerin. Das "ni tsuite" werde ich so schnell nicht mehr vergessen... =)

Zu Mittag aßen wir Schweineschnitzelchen auf Reis mit einem Berg Frühlingszwiebeln und natürlich Wasabi. Faszinierende Mischung, sehr lecker! Nur als der Wasabi zwischen den Frühlingszwiebeln vergessen und komplett aufgegessen wurde, gab es ein paar unangenehme Minuten. ;-)

Eines von 1200 zahmen Rehen in Nara
Nara ist u.a. berühmt für seine 1200 mehr oder weniger zahmen Rehe - und die waren wirklich allgegenwärtig! Auf dem Weg zum Todai-ji (der größten Holzhalle der Welt mit einem ebenso riesigen Tor) wurden wir von den Rehen sogar so abgelenkt, dass uns das Tor praktisch erst auffiel, als wir schon davor standen. Beim Anblick des Tempels selbst hatten wir wieder einmal einen "Wow!"-Moment - die Fotos in Reiseführern usw. können nicht im entferntesten vermitteln, wie groß er wirklich ist. Der Todai-ji beherbergt neben der größten Buddhastatue Japans auch das "Nasenloch Buddhas": ein Loch in einer Säule, durch das ein Kind gerade so durchpasst - wer es schafft, hindurch zu krabbeln, dem ist das Paradies sicher. Diese Ecke des Tempels fühlte sich daher eher an wie ein Kinderspielplatz... =)

Ein kleineres Eingangstor zum Todai-ji-Tempel
Riesengroß: der Todai-ji in Nara
Anschließend besichtigten wir noch einen weiteren Tempel mit unzähligen Steinlaternen. Viele davon waren von Moos überwuchert und bewirkten eine urtümliche, verwunschene Atmosphäre. Allerdings war das Wetter inzwischen so kalt geworden, dass wir mit klappernden Zähnen nur noch ungeduldig auf den Bus warteten - da kam der Hinweis, dass es an den Getränkeautomaten nicht nur kalte, sondern auch heiße Getränke gibt, genau richtig! Eine tolle Erfindung... (natürlich äußerst schlecht für die Umwelt, da die Automaten Unmengen von Strom fressen - aber trotzdem ist eine heiße Dose Kakao zum Händewärmen im Winter einfach toll. ^^)

Ein Wald von Steinlaternen
Mit dem (warmen) Zug ging es anschließend zurück nach Kyoto, wo wir noch kurz den beeindruckenden Hauptbahnhof durchquerten und uns von Taxis weiter zum letzten Hotel unserer Japan-Reise, dem l'Aranvert, bringen ließen.

Next Stop: Kyoto!
(Und damit folgt auch der letzte Teil des Japan-Berichts, danach geht es weiter mit dem normalen Programm... ;-))

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