7. April 2009

Japan-Urlaub: Kyoto 2. und letzter Teil

Und so begann unser letzter Tag in Japan... Morgens hieß es wieder einmal früh aufstehen, denn wir wollten vor dem Ansturm der Schulklassen den Kiyomizu-dera, den "Tempel des reinen Wassers", besuchen. Er liegt auf einem Hügel am Rand von Kyoto mit wunderbarem Blick auf die Stadt. Das Highlight - neben den Fußabdrücken Buddhas, durch deren Anblick man ohne Umwege direkt ins Paradies gelangt - ist die überkragende hölzerne Terrasse des Tempels, die auf einem sage und schreibe 13 m hohen Holzgerüst ruht.

In den kleinen Gässchen, die zu dem Tempel führten, entdeckte ich noch etwas anderes: ein winziger Laden mit T-Shirts, CDs, Autogrammkarten etc. von japanischen und koreanischen Bands, an dessen Markise zwei T-Shirts von X-Japan hingen. An diesem Laden konnte ich natürlich nicht vorbeigehen... =)

Ein Laden mit T-Shirts von Hide / X Japan
Zu Fuß marschierten wir den Hügel hinab durch einige schöne kleine Straßen vorbei an dem Garten des bekanntesten Koi-Züchters in Japan in Richtung des Gion-Viertels. Hier finden sich traditionell die Ausbildungsstätten der Geishas und Meikos... ehrlich gesagt gab es jedoch hier abgesehen von einigen hübschen kleinen Häusern recht wenig zu sehen.

Ein... äh... Samurai-Hund? =)
Deshalb hielten wir uns in Gion auch nur kurz auf, bevor es weiterging zum Tempel Eikan-do, der berühmt ist für seinen Steingarten, die Statue eines über die Schulter blickenden Buddha und eine besonders hübsch gewundene Treppe, die "Treppe des sich windenden Drachens". Man merkt es meiner Schilderung vermutlich an: zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits so viele Tempel und Schreine besichtigt, dass ein wenig Ermüdungserscheinungen eintraten. Trotzdem war natürlich jedes Gebäude für sich genommen immer noch sehenswert, und die jeweilige Umgebung immer wieder etwas anderes und immer wieder schön.

Detail eines liebevoll gestalteten Daches
Zum Abschluss unserer Tour fuhren wir zum Heian-Tempel, der durch seine übereinandergeschichteten Türmchen noch einmal ein ganz eigenes Gesicht zeigt. Hier fand trotz Regenwetters das Setsubun-Fest statt - die Dämonen des Winters werden ausgetrieben, indem man sie mit Bohnen bewirft. Eingelullt von den sonst so geordnet wartenden und in rechtwinkligen Schlangen anstehenden Japanern landeten wir irgendwie ganz vorne in der Menschenmenge, die darauf wartete, dass die Würdenträger des Tempels, unterstützt von einigen herausgeputzten Meikos, die Bohnen in die Menge warfen. Sobald die ersten Bohnenpäckchen flogen, rasteten die Menschen um uns herum aus - so etwas habe ich bisher nicht einmal auf Metal-Konzerten erlebt! Ich selbst kam ohne Blessuren davon, mein Regenschirm allerdings geriet unter die Füße der tobenden Menge und musste dran glauben. ;-)

Der Heian-Tempel in Kyoto
Zur Feier des letzten Abends gingen wir gemeinsam in eine Izakaya essen, eine japanische Kneipe mit großem Speisenangebot. Das Essen dort war wirklich ausnahmslos lecker - und die Menge schlichtweg überwältigend: nach einem kleinen Vorspeisensalat und riesigen Schüsseln eines Tofu-Fisch-Fleisch-Nudel-Eintopfes waren wir anfangs noch guter Dinge. Als dann aber nach und nach weitere Salate, ein Reiseintopf, Sashimi, mariniertes Rindfleisch, mehrere Sorten Fleischspießchen, viel japanisches Bier und Sake und natürlich noch eine leckere Nachspeise aufgetischt wurden, mussten wir uns wohl oder übel geschlagen geben.
Ich mache das Bier und den Sake dafür verantwortlich, dass wir irgendwann testeten, ob wir mehr als die ersten beiden Zeilen der "Ode an die Freude" zustande bringen würden... die Antwort lautet, ja, wir kannten den Text der ersten beiden Strophen und sogar die Melodie dazu... ;o)

Die Reste (!) unseres leckeren Abendessens in der Izakaya
Und damit wäre mein Bericht der zehntägigen Rundreise durch Japan am Ende angelangt. Ich konnte mich überzeugen, dass ich auch ohne weitreichende Sprachkenntnisse halbwegs zurecht komme und das Land tatsächlich so faszinierend ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nun steht einem selbst organisierten Urlaub - oder vielleicht ein Sprachurlaub...? - also nichts mehr im Wege! =)

Kommentare:

Japan Reise hat gesagt…

Ein wirklich toller Blog. Weiter so!

Japanurlaub hat gesagt…

Es hat richtig Spaß gemacht, diesen Japan Beitrag zu lesen. Weiter So :)