17. März 2009

Japan-Urlaub: Himeji

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Am nächsten Morgen machten einige von uns nochmals von den Onsen Gebrauch, dann brachte uns der Bus zum Shinkansen-Bahnhof in Shin-Fuji. Diesmal hatten wir einen neueren Shinkansen mit nur 2 Sitzen nebeneinander - da machte das Bahn-Fahren gleich deutlich mehr Spaß. Bemerkenswert, neben der Durchschnittsgeschwindigkeit von 280 km/h, dass sich sowohl der Schaffner als auch die Stewardess beim Betreten und Verlassen eines Waggons pauschal verbeugten. Normalerweise fiel mir das Verbeugen schon gar nicht mehr auf, man wippte automatisch sogar schon selbst mit, wenn man sich bedankte oder entschuldigte - aber das wirkte dann doch etwas extrem. ;-) Unser Ziel für diesen Tag: Himeji mit seiner wunderschönen "Burg des weißen Reihers". Am Bahnhof wurden wir stilecht von einem Glockenspiel der Bremer Stadtmusikanten (!) empfangen...

Die Bremer Stadtmusikanten am Bahnhof von Himeji, Japan
Nach einem kurzen Zwischenstopp, um uns Schirme zu kaufen - wir hatten zum ersten Mal schlechtes Wetter und Regen - ging es weiter zur Burg. Sie erhebt sich majestätisch auf einem kleinen Hügel inmitten der ebenen Stadt, so dass man vom fünfstöckigen Hauptturm aus einen tollen Rundumblick hat.

Blick von der Burg des weißen Reihers auf Himeji
Das Innere ist noch komplett erhalten - Himeji ist eine der wenigen Burgen, die nicht abgebrannt ist und danach wieder aufgebaut wurde. Zwar wurde auch hier renoviert, aber das dunkle Holz, aus dem die gesamte Burg gebaut ist, ist noch original und wirkt dementsprechend sehr edel. In einem Stockwerk befindet sich zusätzlich eine Ausstellung von Samurai-Rüstungen und -Waffen, Gemälden und Schriftstücken aus der Ursprungszeit der Burg. Die Treppen zwischen den Stockwerken sind ungewohnt steil - mit teilweise äußerst ungünstigen Querbalken, bei denen nicht nur große Gaijins, sondern auch normal gewachsene Menschen ;-) den Kopf einziehen müssen - der Balken verläuft bei mir ungefähr auf Schulterhöhe...

Der fünfstöckige Hauptturm der Burg von Himeji
Neben dem beeindruckenden Hauptturm der Burg gibt es noch eine kleine Gartenanlage und den Wohnbereich in einer Burgmauer zu besichtigen. Am Ende eines langen Ganges mit zahlreichen originalen Holz-Schiebefenstern und abzweigenden Zimmern war ein Raum nachgebaut, wie er vor 300 Jahren ausgesehen haben könnte: Tatami-Matten als Boden, einige wenige, einfach gehaltene Möbelstücke, bewohnt von der Prinzessin und einer Hofdame, die mit Muscheln ein Spiel auslegen (vielleicht eine Art Memory?). Schön gemacht, und auf jeden Fall auch einen Blick wert.

Restauriertes Zimmer der Burg von Himeji: ob es einmal wirklich so ausgesehen hat?
Nun ging es zurück zum Bahnhof und mit dem Shinkansen weiter nach Hiroshima zum Hotel Sunroute direkt neben dem Peace Memorial Park. Dazu und zu Miyajima folgt der nächste Post - nur noch kurz zu unserem Abendessen: wir fielen mit unserer gesamten Reisegruppe zu vierzehnt im Okonomimura ein und probierten Okonomiyaki - darauf hatte ich mich sehr gefreut, und ich wurde nicht enttäuscht! Allein schon die Menge an Zutaten, die alles in dieser Art Omelett verschwindet: ein dünner Teigboden, ein riesiger Berg Weißkohl, ein weiterer Berg gebratener Nudeln, Bacon, Shrimps, Frühlingszwiebeln, ein Spiegelei zum Zusammenhalten obenauf und darauf noch Sauce und Kräuter. Schmeckt irrsinnig lecker - nur das Ding mit Stäbchen halbwegs gesittet zum Mund zu bringen fand ich so gut wie unmöglich. Aber solange es schmeckt... =)

Leckere Okonomiyaki im Okonomimura in Hiroshima

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