25. Februar 2009

Japan-Urlaub: Tokio

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Erster Schock bei der Ankunft auf dem Flughafen: die Freundlichkeit der Angestellten und die Organisation der Einreisekontrollen. Wider Erwarten dauerte das Abnehmen der Fingerabdrücke gerade mal eine Minute. Der zweite Schock folgte gleich: auf gut Glück kaufte ich mir irgendein möglichst fremdartig aussehendes Getränk, das sich als furchtbar bitterer grüner Tee herausstellte.
Dann ging es mit Zug und Taxi (eine lustige Wartesäule – über dem Rufknopf befand sich der Hinweis "Knopf bitte mehrmals drücken") zum Hotel Blue Wave Inn in Asakusa, einem modernen Businesshotel mit fantastischem Ausblick auf den Sensō-Ji-Tempel direkt nebenan. Bei einem kurzen Ausflug in die nähere Umgebung versuchte ich ein erstes Mal, japanisch zu sprechen, um "jeweils zwei von diesen vier Daifuku" – kleine leckere Kuchen – zu kaufen. Dieser erste Versuch war nicht wirklich von Erfolg gekrönt, im Endeffekt hatten wir nämlich nur vier Kuchen statt acht. Aber egal, lustig war es trotzdem. ;-)

Plastik-Ansichten der Speisen eines japanischen Restaurants
Um uns vor einem allzu schlimmen Jetlag zu bewahren, zogen wir anschließend mit unserer Reiseleiterin los und spazierten über das Tempelgelände zur ersten Begegnung mit der Tokioter Metro. Es muss früher Nachmittag gewesen sein, jedenfalls waren die Stationen und Züge relativ leer. Wir fuhren nach Shibuya – ein lautes, geschäftiges Einkaufsviertel mit der Zielgruppe junger, quietschig bunt gekleideter Teenager. Bekannt ist es vor allem für die riesige Straßenkreuzung, wo bei einer Ampelphase mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Menschen die Straße überqueren. Ein Ameisenhaufen ist nichts dagegen. Auch die Statue des Hachik
ō konnten wir bestaunen, des treuen Hundes, der am Bahnhof auf sein Herrchen wartete. Auffällig auch, wie unterschiedlich die einzelnen Gebäude, nicht nur in Shibuya, gestaltet sind: von Buntglasfenstern über nachgemachte gotische Fassaden oder Jugendstil-Balkone wurde wirklich jedes Stilelement eingesetzt, das alles natürlich zwischen blinkenden LED- oder LCD-Displays an den Häuserwänden. Nach ein paar Stunden Sightseeing und Shopping ging es dann zurück zum Hotel, wo wir uns ein erstes Abendessen im Conbini (24 h geöffneter Laden) besorgten, meines eine Art Onigiri (Reisbällchen in dreieckiger Form, mit z.B. Lachs-Füllung und in Algenblättern eingepackt), und anschließend total übermüdet ins Bett fielen.

Am zweiten Tag ging es los mit dem offiziellen Programm, einer Besichtigungstour quer durch Tokio. Vorher jedoch mussten wir natürlich das Frühstück durchprobieren – auch die unbekannten japanischen Angebote, die alle halbwegs essbar waren, bis auf die große Ausnahme: Umeboshi, sauer-salzig eingelegte Mini-Pflaumen (inzwischen gelernt:) Aprikosen. Die waren einfach nur absolut eklig. ;-)
Der erste Programmpunkt des Morgens war ein kurzer Stopp vor dem wunderschönen Motiv des Kaiserpalastes hinter einer westlichen Brücke, die über den Burggraben führte.

Kaiserpalast in Tokio
Schnell ein, zwei Fotos geschossen, und weiter ging es zum Meiji-Schrein, der inmitten Tokios in einem kleinen Wald liegt und dadurch umso friedvoller und freundlicher wirkt. Allgemein waren wir sehr erstaunt, wie grün Japan im Januar ist!
Als Kontrastprogramm dazu folgte ein Abstecher auf die Aussichtsplattform des Roppongi Hills Mori Towers, eines der höchsten Wolkenkratzer Japans. Von dort oben sah man zum ersten Mal, wie ungeheuer groß Tokio eigentlich ist: hohe Häuser dicht an dicht, bis zum Horizont, in jede Himmelsrichtung. Einfach unfassbar groß.

Tokio von oben: Häuser und Autobahn dicht an dicht
Tokio Tower
Anschließend fuhren wir zurück nach Asakusa und besichtigten noch einmal in aller Ruhe "unseren" Sensō-Ji mit seinen beeindruckenden Eingangstoren und Riesen-Lampions.

Gewaltiges Tor vor dem Senso-ji-Tempel in Tokio
Danach ging es gleich weiter in die Ginza, das nobelste Einkaufsviertel Tokios, wo sich, bildlich gesprochen, ein Diamantenjuwelier und Luxusdesigner nach dem anderen findet. Die Atmosphäre war ähnlich wie in Shibuya, ebenso farbenfroh und hell, allerdings bei weitem nicht so laut. Die Gebäude hier kämpften praktisch um die Aufmerksamkeit der Besucher: eine farbwechselnde, komplett mit LEDs ausgestattete Fassade folgte der anderen.
Zum Abendessen besuchten wir ein koreanisches Restaurant, wo wir u.a. Sushi, hauchdünne Fleischscheiben zum Grillen, ein viereckiges Omelett und eine Reispfanne im heißen Tontopf probierten – alles durchweg lecker.

Am nächsten Tag ging es mit dem Shinkansen weiter nach Nikko... (Fortsetzung folgt!)

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