28. Februar 2009

Japan-Urlaub: Nikkō

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Das beeindruckendste am Shinkansen war zunächst einmal nicht die Zugfahrt an sich, sondern die Geschwindigkeit, mit der die Züge durch Bahnhöfe rasen, an denen sie nicht halten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit der Shinkansen beträgt 280 km/h (Stopps schon eingerechnet!), und damit fahren sie auch durch die Bahnhöfe. Ein irres Gefühl, wenn ein 400 m langer Zug in 5 Sekunden an einem vorbeirauscht.

Von Ueno in Tokio fuhren wir nach Utsunomiya, von dort aus mit einem Bummelzug weiter nach Nikkō. Wir waren vorgewarnt worden, uns für diesen Ausflug etwas wärmer anzuziehen, und tatsächlich liegt Nikkō schon relativ hoch in den Bergen. Zu besichtigen gibt es dort drei Schreine und einen Tempel, wobei die beiden Schreine für die Shogune Tokugawa Ieasu und seinen Enkel Tokugawa Iemitsu zu den prächtigsten gehören, die wir auf unserer Reise gesehen haben, und noch dazu von einem wunderschönen, verwunschenen Wald aus riesigen alten Zedernbäumen umgeben sind.

Rinno-ji-Tempel in Nikko
Ein blauer Elefant an einem der Schreine
Detaillierte Drachenköpfe an einem der Schrein-Tore
Mausoleum mit Laterne, im Hintergrund die gewaltigen Zedernbäume
Bronzelaternen vor einem Schrein

25. Februar 2009

Japan-Urlaub: Tokio

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Erster Schock bei der Ankunft auf dem Flughafen: die Freundlichkeit der Angestellten und die Organisation der Einreisekontrollen. Wider Erwarten dauerte das Abnehmen der Fingerabdrücke gerade mal eine Minute. Der zweite Schock folgte gleich: auf gut Glück kaufte ich mir irgendein möglichst fremdartig aussehendes Getränk, das sich als furchtbar bitterer grüner Tee herausstellte.
Dann ging es mit Zug und Taxi (eine lustige Wartesäule – über dem Rufknopf befand sich der Hinweis "Knopf bitte mehrmals drücken") zum Hotel Blue Wave Inn in Asakusa, einem modernen Businesshotel mit fantastischem Ausblick auf den Sensō-Ji-Tempel direkt nebenan. Bei einem kurzen Ausflug in die nähere Umgebung versuchte ich ein erstes Mal, japanisch zu sprechen, um "jeweils zwei von diesen vier Daifuku" – kleine leckere Kuchen – zu kaufen. Dieser erste Versuch war nicht wirklich von Erfolg gekrönt, im Endeffekt hatten wir nämlich nur vier Kuchen statt acht. Aber egal, lustig war es trotzdem. ;-)

Plastik-Ansichten der Speisen eines japanischen Restaurants
Um uns vor einem allzu schlimmen Jetlag zu bewahren, zogen wir anschließend mit unserer Reiseleiterin los und spazierten über das Tempelgelände zur ersten Begegnung mit der Tokioter Metro. Es muss früher Nachmittag gewesen sein, jedenfalls waren die Stationen und Züge relativ leer. Wir fuhren nach Shibuya – ein lautes, geschäftiges Einkaufsviertel mit der Zielgruppe junger, quietschig bunt gekleideter Teenager. Bekannt ist es vor allem für die riesige Straßenkreuzung, wo bei einer Ampelphase mehrere hundert oder sogar mehrere tausend Menschen die Straße überqueren. Ein Ameisenhaufen ist nichts dagegen. Auch die Statue des Hachik
ō konnten wir bestaunen, des treuen Hundes, der am Bahnhof auf sein Herrchen wartete. Auffällig auch, wie unterschiedlich die einzelnen Gebäude, nicht nur in Shibuya, gestaltet sind: von Buntglasfenstern über nachgemachte gotische Fassaden oder Jugendstil-Balkone wurde wirklich jedes Stilelement eingesetzt, das alles natürlich zwischen blinkenden LED- oder LCD-Displays an den Häuserwänden. Nach ein paar Stunden Sightseeing und Shopping ging es dann zurück zum Hotel, wo wir uns ein erstes Abendessen im Conbini (24 h geöffneter Laden) besorgten, meines eine Art Onigiri (Reisbällchen in dreieckiger Form, mit z.B. Lachs-Füllung und in Algenblättern eingepackt), und anschließend total übermüdet ins Bett fielen.

Am zweiten Tag ging es los mit dem offiziellen Programm, einer Besichtigungstour quer durch Tokio. Vorher jedoch mussten wir natürlich das Frühstück durchprobieren – auch die unbekannten japanischen Angebote, die alle halbwegs essbar waren, bis auf die große Ausnahme: Umeboshi, sauer-salzig eingelegte Mini-Pflaumen (inzwischen gelernt:) Aprikosen. Die waren einfach nur absolut eklig. ;-)
Der erste Programmpunkt des Morgens war ein kurzer Stopp vor dem wunderschönen Motiv des Kaiserpalastes hinter einer westlichen Brücke, die über den Burggraben führte.

Kaiserpalast in Tokio
Schnell ein, zwei Fotos geschossen, und weiter ging es zum Meiji-Schrein, der inmitten Tokios in einem kleinen Wald liegt und dadurch umso friedvoller und freundlicher wirkt. Allgemein waren wir sehr erstaunt, wie grün Japan im Januar ist!
Als Kontrastprogramm dazu folgte ein Abstecher auf die Aussichtsplattform des Roppongi Hills Mori Towers, eines der höchsten Wolkenkratzer Japans. Von dort oben sah man zum ersten Mal, wie ungeheuer groß Tokio eigentlich ist: hohe Häuser dicht an dicht, bis zum Horizont, in jede Himmelsrichtung. Einfach unfassbar groß.

Tokio von oben: Häuser und Autobahn dicht an dicht
Tokio Tower
Anschließend fuhren wir zurück nach Asakusa und besichtigten noch einmal in aller Ruhe "unseren" Sensō-Ji mit seinen beeindruckenden Eingangstoren und Riesen-Lampions.

Gewaltiges Tor vor dem Senso-ji-Tempel in Tokio
Danach ging es gleich weiter in die Ginza, das nobelste Einkaufsviertel Tokios, wo sich, bildlich gesprochen, ein Diamantenjuwelier und Luxusdesigner nach dem anderen findet. Die Atmosphäre war ähnlich wie in Shibuya, ebenso farbenfroh und hell, allerdings bei weitem nicht so laut. Die Gebäude hier kämpften praktisch um die Aufmerksamkeit der Besucher: eine farbwechselnde, komplett mit LEDs ausgestattete Fassade folgte der anderen.
Zum Abendessen besuchten wir ein koreanisches Restaurant, wo wir u.a. Sushi, hauchdünne Fleischscheiben zum Grillen, ein viereckiges Omelett und eine Reispfanne im heißen Tontopf probierten – alles durchweg lecker.

Am nächsten Tag ging es mit dem Shinkansen weiter nach Nikko... (Fortsetzung folgt!)

22. Februar 2009

Neue Mitbewohner

Vorne: Angel, hinten: Arwen. =)

18. Februar 2009

Nach dem Japan-Urlaub...

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... ist vor dem Japan-Urlaub: ich will wieder hin! =)

Demnächst folgt hier noch ein ausführlicher Bericht mit Fotos zu meiner Rundreise, aber um es kurz vorwegzunehmen: es war tatsächlich so schön, fremdartig und faszinierend, wie ich es gehofft und erwartet hatte. Nur ein paar erwähnenswerte Punkte:

Das geordnete Schlangestehen zu den Stoßzeiten vor der U-Bahn, junge Männer mit bunten Spangen im Haar, Automaten, an denen man nicht nur Getränke kaufen, sondern auch im Restaurant das Essen bestellen konnte, das quietschbunte, laute Durcheinander in Shibuya verglichen mit der Ruhe unseres Hotels in Asakusa oder der friedlichen Atmosphäre der Tempel und Schreine, Angestellte, die sich bei Ladenschluss noch einmal zur Straße hin pauschal verbeugten oder sich total bemühten, um uns interessierte Kunden selbst außerhalb der Öffnungszeiten zu bedienen, der Aufwand und die Perfektion in jedem noch so kleinen Detail, die unerwartete Vielfalt des Essens (die zwischen "Oh - wow - lecker!" und "Ohmeingott was ist DAS denn?!?" schwankte), die anfangs verzweifelten und später triumphalen ;-) Versuche, ein wenig Japanisch zu sprechen...

Unsere Reiseleiterin hatte nicht nur interessante Geschichten und Informationen auf Lager, sondern konnte uns als in Japan lebende Deutsche auch vieles zu Kultur und Politik erzählen. Natürlich gab es einige Punkte, bei denen sich mir der Magen umdrehte (Thema Krankenversicherung oder Urlaub zum Beispiel), aber für mich als Tourist überwiegt auf jeden Fall das Positive!