18. Dezember 2009

Okonomiyaki selbstgemacht

Kohl, Ei, Pfannkuchen, Worcestersauce, Majo, Ketschup - was das wohl wird?
Ein Pfannkuchen, jede Menge Kohl, Shrimps, Frühlingszwiebeln, oben drauf ein Spiegelei und eine Sauce aus Worcester- und Sojasauce, Majo und Ketschup... Was für eine Geschmacksverirrung das sein soll? Genau: Okonomiyaki! =)

Hier nochmal zum Vergleich und zur Erinnerung, die original japanischen Okonomiyaki aus Hiroshima:

Okonomiyaki aus Hiroshima
Eine sehr liebe Kollegin (*wink* ^_^) und ich stürzten uns ins Abenteuer, so ein Ding nachzubauen. Obwohl wir einige Zutaten wie Yamswurzel und Katsuoboshi wegließen, da wir sie auf die Schnelle nicht auftreiben konnten, war die Mission von Erfolg gekrönt: u
nsere Okonomiyaki sahen nicht nur hübsch aus, sie schmeckten sogar extrem lecker. =) Die einzige Schwierigkeit bestand nach wie vor darin, dieses Monster mit Stäbchen zu essen...

Okonomiyaki Marke Eigenbau - hübsch, nicht? =)

1. Dezember 2009

Stockkampf fürs Musical

Seit Wochen schon freute ich mich darauf, einen Stockkampf für unser Musical zu entwerfen: vier Bösewichte kämpfen gegen den Helden und besiegen ihn letztendlich, nachdem er sich tapfer zur Wehr gesetzt hat.

Auch wenn ich regelmäßig Tänze choreografiere, ein Kampf war etwas neues für mich. Aikido wollte ich relativ wenig einfließen lassen, da ich mich dazu noch nicht wirklich berechtigt fühle mit meinen zwei Jahren Training. ;) Zusätzlich bestand die Herausforderung daraus, fünf 'Kämpfer' unterzubringen, die alle sehr unterschiedliche Charaktere und Fähigkeiten - von enthusiastisch bis unsicher - mitbrachten.

Da ich im Voraus schwer einschätzen konnte, inwieweit die anderen sich mit einem Stock in der Hand wohlfühlen würden, hatten wir das Training als Workshop angesetzt, so dass sich jeder einbringen konnte und wir den Kampf zusammen erarbeiteten. Nach zwei Stunden Arbeit mit allen zusammen und noch einmal zwei Stunden Einzeltraining hatten wir dann schließlich ein Szenario, in dem sich jede/r von uns einbringen konnte, ohne überfordert zu sein. Sogar zwei Rollen konnte ich wie geplant für mich einbauen. =)

Das schönste für mich persönlich war das Gefühl, überhaupt keine Angst haben zu müssen. Natürlich hatte ich einen gewissen Respekt vor der Situation, immerhin fuchteln wir da zu fünft mit Stöcken rum - ganz ungefährlich ist das nicht. Aber ich konnte mir selbst absolut vertrauen, so präsent zu sein, dass ich nicht getroffen werden würde.
Auch im "Nahkampf" - der Held und ich verlieren unsere Stöcke und gehen kurz mit Karateschlägen und -tritten aufeinander los - fühlte ich mich dank Aikido und Flow Drills absolut sicher und überhaupt nicht ängstlich, getroffen zu werden. Wobei wir natürlich unsere Schläge nicht wirklich durchziehen - wir stehen schließlich auf der Bühne und üben nicht für eine tatsächliche Selbstverteidigung.

Im Endeffekt wurden aus den geplanten 30 Sekunden Kampf vor lauter Begeisterung mehr als zwei Minuten... =)

23. Oktober 2009

Freies Training mal anders

Bisher übte ich im Freien Training entweder mit einer anderen Schülerin auf derselben Stufe oder direkt mit unserer Lehrerin - was man dann eigentlich schon nicht mehr als Freies Training, sondern eher als Einzeltraining bezeichnen konnte: 90 Minuten lang Verbesserungen ganz für mich allein! ;)

Heute durfte ich erfahren, wie es sich auf der anderen Seite eines solchen Trainings anfühlt, und ich muss sagen: Himmel, ist das anstrengend! Eine unserer neuesten Mitschülerinnen, die seit ungefähr einem Monat dabei ist, war zusammen mit mir im Freien Training. Wie üblich, wenn wir Schülerinnen zu zweit sind, übten wir allein; nur bei Fragen kam unsere Lehrerin kurz dazu.

Von der einen Technik, die wir beide kannten, hatten wir nach einer halben Stunde genug. Auf einen Vorschlag unserer Lehrerin hin griff mich die andere Schülerin einfach für einige andere Techniken an, die ich dann ganz langsam und vorsichtig wiederholen konnte. Nun war sie aber natürlich auch neugierig und wollte diese Techniken ebenfalls ausprobieren... ;)

Eine Stunde später konnte ich mir ungefähr vorstellen, wie sich unsere Lehrerin wohl nach einem "Einzeltraining" mit mir fühlt... Es gibt bei jeder einzelnen Bewegung so viel zu erklären, und so vieles, was anfangs trotz der vielen Erklärungen einfach noch nicht klappt.

Mit dieser neuen Erfahrung weiß ich mein "Einzeltraining" jetzt noch viel mehr zu würdigen!

21. Oktober 2009

Ein typischer Dienstagabend...

17:00 Uhr
Feierabend - jetzt geht's erst richtig los...

17:30 Uhr
Letzte Vorbereitungen fürs Musicaltraining, Wiederholung der Tänze

18:00 Uhr
Auf zur ersten Station: Aikido

18:30 Uhr – 20:00 Uhr
Aikido-Training – entspannen! =)

19:45 Uhr
15 Min. vor Ende des Aikido-Trainings Aufbruch zum Musicaltraining, Gewissensbisse

20:00 – 21:00 Uhr
Nachlernen und Wiederholung der bisherigen Tänze mit Freiwilligen

21:00 – 22:00 Uhr
Begrüßung eines neuen Mitglieds
Tanz- und Schauspiel-Training mit der Musicalgruppe

22:00 Uhr
Termin für einen Kleinauftritt im nächsten Jahr abklären
Probentermine mit den Hauptrollen abklären
Mit ABC absprechen, ob sie ihre Rolle behält, die sie sich eigentlich mit DEF teilen wollte, die aber nun doch nicht mitmachen kann
Mit der Hallenleitung absprechen, wann die Halle von November bis Februar für zusätzliche Trainings an den Wochenenden zur Verfügung steht

19. Oktober 2009

Buddy Holly in Essen

Die Erinnerung, die mir wohl am stärksten im Gedächtnis bleiben wird von meinem Besuch bei dem gerade neu eröffneten Musical Buddy Holly in Essen: wie das komplette Publikum - über 1000 Menschen - aufsteht und begeistert mitwippt, klatscht und lachend zwischen den Reihen tanzt (und beim Twisten den leidenden Sitznachbarn, also mir z.B., des öfteren den Ellbogen in die Seiten bohrt). Ich habe noch nie erlebt, dass ein Publikum geschlossen so mitging - und das in Deutschland, wo die Zuschauer allgemein recht schwer zum Mitmachen zu bewegen sind.

Andererseits blieb einem auch wirklich kaum eine andere Wahl - die Energie, die von den Darstellern ausging, war dafür viel zu mitreißend. Und natürlich spielt auch die Musik selbst eine Rolle - ich selbst bin normalerweise steif wie ein Brett, und trotzdem musste ich einfach mitwippen und auf dem Platz tanzen. So wie mir ging es, wenn man sich in den Reihen umsah, fast allen anderen Zuschauern, egal welcher Altersgruppe. Hände klatschten, Füße wippten, und manch einen hielt es kaum im Sessel.

Vielleicht liegt dieser Effekt auch ein wenig daran, dass Buddy Holly kein Musical im eigentlichen Sinne ist. Bei anderen Musicals findet auf der Bühne eine Geschichte statt, die durch die Musik untermalt wird, und das Publikum ist im wahrsten Sinne des Wortes nur Zuschauer. Bei Buddy Holly spielt die Musik die zentrale Rolle, nur zwischendurch verbunden durch ein wenig Hintergrundgeschichte. Das Publikum wird mit einbezogen und "spielt" Buddys Zuschauer von damals, im Apollo Theater und im Surf Ballroom - und da ist es nur normal, mitzufeiern und zu tanzen.

Viel mehr lässt sich dazu eigentlich gar nicht sagen - unsere Cast war super, die riesige Jukebox-Bühne gigantisch, und eigentlich hätte es ruhig noch ein wenig länger dauern können. ;) Ich freu mich schon auf meinen nächsten Besuch in Essen!

Zum Abschluss noch ein Link zum Notizblog, dem Youtube-Blog des Hauptdarstellers Matthias Bollwerk - das Thema Buddy beginnt bei Folge 111. Sehr unterhaltsam! =)

2. Oktober 2009

Yokomenuchi Shihonage als Tenkan

Nachdem gestern ausnahmsweise mal keine Neulinge zum Schnuppern im Training waren, sondern nur zwei Schülerinnen, gab es eine neue Technik für uns: die Tenkan-Variante des Yokomenuchi Shihonage (d.h. Angriff mit einem Schlag Richtung Hals, Abfangen des schlagenden Arms, Hebel). Anfangs war ich noch recht stolz, dass die Bewegung grundsätzlich ganz gut funktionierte – in welche Richtung drehe ich mich, wo muss ich an meinem Angreifer vorbei, welcher Arm macht was. Dann ging es aber ein bisschen in die Tiefe, und ich kam mir ganz schnell wieder völlig unfähig vor. =)

Vor allem, als wir am Ende des Trainings noch einmal die Irimi-Variante machen sollten, ging gar nichts mehr... Tja, ich glaube, ich weiß, was ich heute im freien Training üben will. =)

Am Rande bemerkt: ich hatte zunächst einen Post vorbereitet, der erklärt, warum ich in letzter Zeit kaum zum Schreiben komme... da das aber in einem einzigen Gejammer geendet ist, werde ich mir den erstmal verkneifen. =) Es ist halt, wie's ist... =)

14. September 2009

Back from the Horn

Vorletzte Woche war es endlich soweit - sechs Tage Aikido-Lehrgang am Herzogenhorn im Schwarzwald, jeden Tag vier bis fünf Stunden Aikido und Natur und Ruhe und Urlaub.

Herzogenhorn September 2009
Im Vorfeld hatte ich schon ein wenig weiche Knie bekommen - meine Kondition hat sich zwar ein wenig gebessert, aber nichtsdestotrotz war die Vorstellung, als Anfängerin mit gerade mal 1,5 Jahren Aikido-Erfahrung in einer Prüfung zum 3. Schwarzgurt als Uke (Angreifer) mitzumachen, ziemlich furchteinflößend.
Aber selbstverständlich ging alles gut und machte (natürlich) riesigen Spaß. =)

Herzogenhorn September 2009
Die Inhalte des Lehrgangs waren wie erwartet wieder viel zu hoch für mich und die Zusammensetzung aus Philosophievortrag gemischt mit schnellem Techniktraining eine gewaltige Herausforderung. Während der ersten beiden Trainings fühlte ich mich dementsprechend auch nicht wirklich wohl, da ich nur die wenigsten Techniken oder Grundbewegungen kannte, aber innerhalb einer halben Stunde ein Tsuzukiwaza (Zusammenstellung von 7 Techniken) durchüben sollte.
Das legte sich aber schnell wieder, und spätestens ab dem dritten Training machte es einfach nur Spaß, sich ohne einen Plan reinzuhängen, die Techniken auszuführen, so gut es eben ging und sogar ab und zu am Schluß einer Unterrichtseinheit ein Tsuzukiwaza mitzumachen.

Herzogenhorn September 2009
Die Nachwehen des vielen Trainings hielten sich sehr in Grenzen, nicht einmal Muskelkater. Um mein Handgelenk möglichst zu schonen, trug ich durchgängig meine Schiene, und dadurch überstand es die Woche recht gut. (Ich glaube fast, es wird sogar endlich wieder besser...)

Herzogenhorn September 2009
Tja, und am ersten Tag wieder zuhause war ich doch tatsächlich etwas traurig, denn bis zum nächsten Training dauerte es noch drei ganze Tage... ;)

28. August 2009

Das kommt davon

... wenn man versehentlich nachts seine Katze erschreckt, die friedlich neben einem schläft:

Blauer Fleck in Form einer Katzenpfote?!

27. August 2009

Kleine Veränderungen

In letzter Zeit sind mir ab und zu einige kleine Änderungen aufgefallen - keine großartigen "Wow"-Erlebnisse mehr wie am Anfang, aber dennoch wert, festgehalten zu werden.

Diese Woche während der Ki-Gymnastik merkte ich, dass ich mit den Gedanken ganz woanders war. Als ich mir selbst innerlich einen "Schubs" gab und mich bewusst wieder konzentrierte, konnte ich deutlich spüren, wie mein Körper seine Haltung änderte, sich zentrierte und entspannte - ohne dass ich daran überhaupt gedacht hatte!

Einmal stand ich neben einem Freund, als der eine ausladende Geste mit der Hand machte. Vollkommen unbewusst hob ich die Hand auf der entsprechenden Seite, so als wollte ich einen Schlag abfangen. Als ich meine Bewegung bemerkte, nahm ich die Hand ganz schnell wieder herunter - aber grundsätzlich ist es schön zu sehen, wie sich langsam bestimmte Automatismen ausbilden.

Auch ansonsten bemerke ich kleine Veränderungen an mir: Ich beurteile manche Themen oder Probleme ein bisschen anders. Wo ich z.B. jahrelang mit einem Thema gehadert habe, aber nie eine Möglichkeit zur Verbesserung sah, scheint sich plötzlich mein Blickwinkel verschoben zu haben. Der Punkt, an dem ich vorher festhing, wirkt auf einmal gar nicht mehr so wichtig.

... Zusammengefasst klingt das jetzt viel imposanter, als es eigentlich ist - eigentlich geht es hier nur um Kleinigkeiten, die während der letzten Wochen passiert sind.

24. August 2009

Musical "Teufelsmoor" in Osterholz-Scharmbeck

Freitag früh um 9 Uhr ging es los in Richtung Bremen, oder genauer gesagt, Osterholz-Scharmbeck. Sechs Stunden später kamen wir zunächst beim Hotel an, wo wir unsere Taschen abluden. Dann ging es gleich weiter zum Gelände des Tagungshauses Bredbeck, in dessen Theaterpavillon am Abend die Vorstellung stattfand. Das Gelände liegt ein wenig außerhalb, umgeben von hohen Bäumen und viel Ruhe. Der Vater des für die Musik zuständigen Freundes hatte angeboten, die Aufführung zu filmen, und so baute er seine Kameras auf, während wir anderen den letzten Gesangsproben lauschten.
Als bereits die ersten Besucher erschienen, kam auch der Freund selbst an, wie üblich voll im Streß. ^^

--- Kurzer Einschub zur Erklärung: Sorry für die etwas verwirrenden Titel und Bezeichnungen - ich verwende grundsätzlich keine Namen, wenn ich nicht ausdrücklich die Zustimmung dafür habe. ---

Kurz hatten wir noch Zeit, uns gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen, dann begann auch schon der erste Akt.

Ich wusste im Vorfeld nicht, was mich erwartet - einige frühe Demo-Aufnahmen hatte ich zwar gehört, aber natürlich klangen diese ganz anders als die fertige Produktion. Das Thema wirkte für mich recht schwer zugängig: zeitlich in der ersten Besiedlung des "Teufelsmoors" um 1700 angelegt, handelt die Geschichte von den Mühen der Siedler und dem geheimnisvollen schwarzen Vogt, der die Bauern erpresst und jeder Falle entkommt. Ein Historienkrimi also, normalerweise nicht mein Fall.

Und dann begann die Musik... und trieb mich mit Gänsehaut und mehreren Ohrwürmern durch die beiden Akte. Von wunderschönen Duetten, melancholischen Sololiedern und mitreißenden Chorgesängen war alles dabei, was man sich bei einem Musical nur wünschen kann. Noch überwältigender wirkte es, wenn man sich ab und zu ins Gedächtnis rief, dass die Darsteller gerade einmal zwei Wochen an dem Stück arbeiteten und es eigentlich nur als Workshop-Aufführung deklariert war. Demgegenüber wirkten die Standing Ovations am Schluß vollkommen gerechtfertigt.

Jetzt hoffe ich nur, dass man bald auf der Website Bilder oder Hörbeispiele findet, um meine Ohrwürmer zu füttern. ;-) Für das Musical wünsche ich mir sehr, dass es zukünftig noch öfters, auf größeren Bühnen, produziert wird.

20. August 2009

Teufelsmoor bei Bremen

Morgen bin ich mal wieder unterwegs durch Deutschland, und zwar in die Gegend von Bremen, zur Premiere des Musicals "Teufelsmoor", für das ein guter Freund von mir die Musik komponiert hat. Zusammen mit seiner Familie geht es morgen früh los, abends ist die Vorstellung, und dann feiern wir hoffentlich noch ein bisschen, bevor wir am Samstag wieder zurückfahren.
Wie sagt der Franke: Na, iech bin amol gschbannd. =)

Ein bisschen schade ist es aber schon, dass ich dafür das Freitagstraining ausfallen lassen muss... ;-)

17. August 2009

Was für ein Wochenende

Der Samstag begann zu einer unmenschlichen Zeit: 6 Uhr Aufstehen, um im Fürther Wiesengrund joggen zu gehen, da der restliche Tag bereits komplett verplant war. Ich war 45 Minuten lang unterwegs, und bis auf die üblichen Erschöpfungserscheinungen aufs Ende zu konnte ich ohne Pause durchlaufen! *freu*
Nachwehen: zwei kleine Blasen, aber nichts wildes.

Dann ging es zu meinen Eltern, wo meine Schwester samt Mann und zwei Kindern angereist war, zum Familienfrühstück. Der Klammergriff, mit dem ich meinen inzwischen 2,5 Jahre alten Neffen festhielt, damit ich ihm die Blaubeermarmelade vom Mund (und Kinn und Nase) abwischen konnte, fühlte sich eigentlich recht ähnlich an wie der neue Flow Drill mit Bodenabschlusshebel, den wir am Freitag Abend im Training begonnen hatten... ;-) Anschließend wurde noch schnell das gemeinsame Geburtstagsgeschenk für unsere Tante getestet: ein digitaler Fotorahmen inklusive Speicherkarte mit Aufnahmen unserer letzten Urlaube und Familienfotos.

Da meine Eltern im selben Ort leben, wo sich auch meine Musicaltruppe trifft, konnte ich praktischerweise gleich einen Besuch unseres
Bühnenbauworkshops damit verbinden, der über das ganze Wochenende stattfand. Also fuhr ich kurz zur Werkstatt, wo ich die monumentalen Kulissen zum ersten Mal bestaunen und dann gleich streichen durfte.
Nachwehen: jede Menge Muskelkater in den Händen (hauptsächlich um die Daumen) vom Streichen.

Nach einer kurzen Stunde ging es noch einmal kurz zurück nach Hause, um mich umzuziehen, und dann in die Nürnberger Innenstadt, wo meine Tante im großen Familienkreis und mit einigen guten Freunden ihren 50. Geburtstag feierte - mit Kaffee und Kuchen, Besichtigung des Nürnberger Henkershäuschens (währenddessen wir uns mit den beiden Kleinen durch die Fußgängerzone quälten), und Abendessen bei einem ganz wunderbaren kleinen französischen Restaurant unterhalb der Burg (dessen Besitzer und Koch sich als Dan-Träger im Iaido herausstellte ^^). Vollgestopft mit marokkanischem Karottensalat, Tomaten-und-Ingwer-Salat, Boeuf Bourguignon, Perlhuhn, Flammkuchen mit Schinken, Steinpilzen und Trüffelöl, und leeeeckerer Schokoladentorte ging es kurz nach Mitternacht zurück nach Hause und prompt ins Bett.
Nachwehen: Bauchweh vom vielen Essen! =)

Am Sonntag trafen wir uns zu dritt zu unserem letzten Uke-Training vor dem Herzogenhorn. Wir nutzten ausnahmsweise das Nürnberger Dojo, da es mehr Platz bietet. Die Matten dort sind spürbar weicher und das Fliegen und Rollen machte einfach Spaß, auch wenn es wegen der extremen Hitze (gefühlt bereits um 11 Uhr über 30 Grad und sehr schwül) kreislaufbedingt äußerst anstrengend war. Wir gingen "unsere" Tsuzukiwazas jeweils 2x durch, übten die 2-gegen-1-Techniken und bekamen zum Abschluss noch einige letzte Verbesserungsanregungen mit auf den Weg. Bei mir ist das hauptsächlich, mich wieder mit den Nikkyos anzufreunden... Durch die Schmerzen im Handgelenk bin ich da extrem ängstlich geworden und versteife mich, wodurch der Hebel natürlich noch stärker ankommt. Mal sehen, ob das in diesen zwei Wochen noch besser werden kann - ich werd's jedenfalls versuchen...

11. August 2009

Sommer, Sonne, Stocktraining

Da zu unserem dritten Stocktraining am Sonntag wunderbares, heißes Wetter herrschte, zogen wir samt Stock und Schwert in den benachbarten Park. Im Schatten von großen Akazien und Linden, bei hellblauem Himmel und einem willkommenen Lüftchen ab und zu trainierte es sich richtig angenehm.

Unter wahren Schwärmen von Schnaken, Fliegen, Bienen und Hummeln, die uns mit Stichen übersät zurückließen, und neugierigen Blicken der anderen Parkbesucher wiederholten wir zunächst die ersten 13 Schritte der Stock-Kata und lernten anschließend noch die restlichen Schritte 14 bis 22 kennen. Bis zur Nummer 20 kam ich noch gut mit, die Bewegungsreihenfolge ist für mich recht logisch, wenn ich mir vorstelle, was die Angreifer gerade tun. Für die letzten zwei Schritte muss ich allerdings noch ein wenig üben, bisher wollen die nicht so recht sitzen.

Da muss ich mir gleich heute Abend nach dem Musicaltraining unsere Turnhalle für die Wiederholung hernehmen - dort habe ich noch mehr Platz als im Dojo und v.a. weniger Leute, die ich versehentlich treffen könnte... ;-)

3. August 2009

Rollende und fallende Fortschritte

Neue Übungen zur harten Fallschule: während wir bisher ab und zu geübt haben, ganz langsam über einen Partner auf den Boden zu rutschen, gingen wir vor einigen Wochen einen Schritt weiter. Beim Führen in eine kleine Vorwärtsrolle ließ der Partner den geführten Arm nicht los, sondern hielt ihn fest, so dass wir, anstatt die Rolle zu beenden, auf dem Boden landen mussten. Fühlte sich sogar ganz gut an! Bei den Partner-Rutschübungen hatte ich regelmäßig komplett versagt (ich vermute, es liegt an der Hemmung, meinem Partner mein volles Gewicht anzuvertrauen, weshalb ich nicht entspannt genug war), und umso mehr freut es mich, dass diese Übung so gut geklappt hat. =)

Eine Woche später durften wir ausprobieren, ob die Vorübungen schon fruchteten. Eine Vorwärtsrolle ohne Arme oder Abstützen - also praktisch ein halber Salto - und dann noch halbwegs weich auf den Matten landen? Vor einem Jahr wäre ich wahrscheinlich vor Panik erstarrt und hätte es nicht einmal ansatzweise hinbekommen. Aber inzwischen ist ja nun doch einige Zeit vergangen, und auch wenn ich mit den Partner-Vorübungen immer noch hadere - es klappte! =) Ohne größere Probleme, ohne blaue Flecken, und vor allem ohne Angstzustände.

Allgemein sind meine Rollen in den letzten Monaten immer besser geworden, ohne dass ich es bewusst bemerkt habe. Erst in letzter Zeit sind mir einige Punkte aufgefallen, z.B. "rumpeln" meine Hüftknochen nicht mehr, und allgemein sind meine Rollen deutlich leiser geworden. Und auch an härtere Böden kann ich mich langsam heranwagen: während ich vor vier Monaten noch durch einige zaghafte Versuche auf einem Turnhallenboden blaue Flecken bekam, tut das inzwischen gar nicht mehr weh. Und sogar in der Arbeit habe ich es auf eine Anfrage der Kollegen ("Zeig doch mal was!") schon ausprobiert... dank Großraumbüros mit viel Platz und Teppich-Schwingboden (wegen des Kabelbereichs zwischen Fußboden und der darunterliegenden Decke) überhaupt kein Problem! Ein tolles Gefühl, sich auf dem Gang zur Küche zu überlegen, ob man laufen oder rollen möchte... ;-)

17. Juli 2009

Freitags-Training mit Flow Drills, Aikido- und Uke-Training

In der subtropischen Schwüle vor dem derzeitigen Dauerregen erwies sich das Training als extrem herausfordernd. Zunächst gab es eine halbe Stunde Flow Drills zu dritt, mit einem neuen Flow Drill: dieser beginnt mit einem Schlag mit dem Ellbogen, d.h. die Distanz zwischen den Partnern ist noch viel kürzer als bei den Faustschlag-Techniken. An die kurze Distanz für die Schläge hatte ich mich inzwischen gewöhnt, aber ein Abstand zu meiner Partnerin von nur 30 cm ist jetzt wieder ganz von neuem unangenehm...

Danach gab es statt Freiem Training ein "normales" Aikido-Training im Austausch für gestern. Wir betrachteten einige Hitoriwazas im Detail, anschließend ging es um die Katatedori Ryotemochi irimi und Katatedori irimi-Technik (ich hoffe, ich habe die Namen richtig hinbekommen). Hierbei hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich allmählich eine Vorstellung von den Körperlinien bekomme. Bisher konnte ich Anweisungen wie "mit deiner oberen Linie auf Ukes untere Linie" nicht umsetzen, weil mir noch die Vorstellung fehlte - heute hat es einfach so geklappt. Schön! =)

Nach dem allgemeinen Training bekam ich noch eine Stunde Uke-Training, in der wir alle Einzel-Tsuzukiwazas durchgingen. Ich kam immer noch sehr ins Schnaufen (vom Schwitzen mal ganz zu schweigen), aber das lag wohl dieses Mal wenigstens teilweise an der Hitze - generell fanden wir beide, dass meine Kondition besser geworden ist. Offenbar zeigen das Joggen und die restlichen Anstrengungen langsam Ergebnisse! =))

15. Juli 2009

Mistborn, The Well of Ascension, The Hero of Ages - Brandon Sanderson

In letzter Zeit habe ich viele gute und einige sehr gute neue Autoren entdeckt - und mit "Mistborn" (deutsch: "Die Kinder des Nebels") von Brandon Sanderson war es mal wieder soweit, alle Vernunft über Bord zu werfen und die Nacht durchzumachen. Auf Brandon Sanderson war ich durch "Elantris" aufmerksam geworden, welches ebenfalls genau meinen Geschmack traf. Sympathische Charaktere, spannende Story, angenehme Schreibweise, und ein innovatives Magiesystem, was will man mehr. =)

"Mistborn" handelt von der Straßenwaise Vin, die von einer Diebesbande für deren großen Coup gegen das tyrannische Herrschaftssystem angeheuert wird. Trotz all ihrer Vorsicht und ihres Misstrauens entwickelt sich langsam eine Freundschaft zwischen den Bandenmitgliedern, und Vins ausführlich beschriebene Charakterentwicklung ist einer der vielen positiven Aspekte des Buchs.

Die unterdrückte Bevölkerung fürchtet sich des Nachts vor unnatürlichen Nebeln, nur einige wenige - hochbegabte adlige Magier - wagen sich hinaus. Diese Magier können aus Metallen bestimmte Fähigkeiten ziehen, z.B. verbesserte Sinneswahrnehmung, Einfluß auf die Gefühle anderer Menschen, Metallgegenstände wegdrücken oder anziehen zu können. Das System der Magie, der Umgang damit und die Reaktionen darauf sind sehr durchdacht und lassen die Welt von "Mistborn" als etwas wirklich Eigenständiges wirken. Und auch wenn ich mich gerade schwertue, das Magiesystem in einem Satz zu beschreiben, ist es im Buch gut verständlich rübergebracht.

Die Entwicklungen der Story sind teilweise sehr überraschend, das Ende überzeugt und bietet nochmal schön Spannung und Dramatik und Enthüllungen. Obwohl die "Mistborn"-Welt zu einer Trilogie ausgebaut wurde, ist die Handlung des ersten Buchs netterweise in sich abgeschlossen.

Teil 2 - "The Well of Ascension" oder deutsch "Krieger des Feuers" (erscheint 2010) - endet dafür relativ offen und ist, obwohl immer noch ein sehr gutes Buch, nicht mehr ganz so neuartig und fesselnd wie Band 1. Hier sind es hauptsächlich die im ersten Band eingeführten und ans Herz gewachsenen Charaktere, die zum Lesen animieren, denn natürlich will man wissen, wie es mit ihnen weitergeht. =)

Band 3 - "The Hero of Ages" - ist wieder extrem spannend. Es stapeln sich die Probleme, jede Szene führt zu größeren Komplikationen, systematisch wird ein Hoffnungsschimmer nach dem anderen aufgebaut, nur um dann wieder zunichte gemacht zu werden, und am Ende kann man sich wirklich keine Rettung mehr vorstellen... Die Auflösung des Ganzen ist unerwartet und in ihren Ausmaßen ziemlich überwältigend. Auch wenn die Trilogie damit nicht ganz so ausgeht, wie ich es mir gewünscht hätte, ist es auf jeden Fall ein angemessenes (und fantastisch geschriebenes) Ende.

Fazit: Mindestens den ersten Band unbedingt lesen! =)

8. Juli 2009

Joggen und Wiiiii

Kurzer Update zum Thema Joggen: Mittwoch, Samstag und Sonntag jeweils 50 Minuten, zwar mit mehreren Gehpausen aber trotzdem mehr als in meinen kühnsten Träumen. Und danach nicht einmal Knieschmerzen... ein Traum!

Mit den Workouts von EA sports active hatte ich die vergangene Woche pausiert, um mein Handgelenk zu schonen. Als ich dann am Samstagmorgen die Wii anschaltete, wies mich mein Trainer darauf hin, dass ich die 30-Tages-Herausforderung nicht mehr in der vorgegebenen Zeit schaffen würde. Also begann ich eine neue Runde, wählte diesmal zur Abwechslung die weibliche Trainerin und änderte auch gleich die Schwierigkeitsstufe von "mittel" auf "schwer".

Die Veränderung zeigt sich direkt in der Länge und Art der Übungen. Beispielsweise waren beim "Inlineskaten" (Sprünge aus der Hocke) bisher 12 Sprünge gefordert, nun sind es 24. Auch begann das Aufwärmen nicht mehr mit einer gemütlichen Runde auf der Laufbahn, sondern gleich mit drei Runden. Man spürt es also deutlich, und ich glaube, vor vier Wochen hätte ich dieses Programm noch nicht geschafft...

Interessanterweise unterscheiden sich die Sprüche der Trainerin leicht von denen des Trainers: während von ihm häufig der Spruch "Du bist eine echte Trainingsmaschine!" kam, habe ich das von ihr noch nie gehört - stattdessen attestiert sie mir "Anmut, Kraft und Präzision". Aha... Sieht so aus, als sei der Trainer für Männer und die Trainerin für Frauen gedacht - ich frage mich, warum?

1. Juli 2009

Sport-Report

  • Freitag
Flow Drills: recht lang, alle Übungen wiederholt, deutliche Verbesserungen (auch wenn mit Schiene am Handgelenk etwas schwieriger als sonst ^^). Immer noch Lachanfälle bei den komplizierteren Varianten, wenn wir wieder mal vergaßen, wer jetzt mit Schlagen dran war.
Freies Training: Wiederholung von Monotsuki koteoroshi, Yokomenuchi Shihonage, Shomenuchi Koteoroshi, Shomenuchi Kokyunage. Jede Menge Verbesserungsansätze bekommen.
Uke-Training: "Meine" 2 Tsuzukiwazas durchgemacht. Es ist wirklich schwierig, gleichzeitig an alles zu denken - und dabei muss ich ja "nur" angreifen! =)

  • Samstag
Fast kein Sport - nur 10 Min. gejoggt, um den Pulsmesser meiner Mutter einzustellen, das funktionierte aber nicht so wie geplant. Angeblich hat der wohl eine automatische Herzfrequenz-Warnfunktion, die sich aber bei mir nicht einstellen ließ. Muss ich eben selbst ab und zu nachsehen.

  • Sonntag
Mit meinen Eltern 30 Min. joggen - mit der Auflage, den Puls unter 140 zu halten, also wohl eher ein schnellerer Spaziergang. Aber mühsam nährt sich das Einhörnchen und so weiter.
Anschließend drei Stunden Aikido / Stockkampf, gründliche Wiederholung und Verbesserung der ersten 8 Schritte und dann die nächsten vier Schritte der Kata.
Schließlich noch eine Stunde Uke-Training, dabei sehr viel gelacht und eine bestimmt sehr elegante Bauchlandung hingelegt. Ich wollte gerade in die Vorwärtsrolle gehen, als ich bemerkte, dass die Matte direkt vor mir zuende war - dahinter noch 40 cm Steinfliesen und dann Wand. Ich entschied mich recht spontan, lieber doch nicht zu rollen - und bremste mit Kopf und Schulter auf der Matte... Merke: aufpassen. Immer. ;)

  • Montag
Mit dem Fahrrad zur Arbeit. Abends tolle Joggingschuhe gekauft, mit denen es sich wie auf Wolken läuft - kein Vergleich zu meinen bisherigen Billig-Turnschuhen. Ich war in einem Spezialgeschäft mit fantastischer Beratung - inklusive Scan der Füße, um Belastungsverschiebungen festzustellen (ich stehe fast mittig *freu*) und Zeitlupenaufnahmen von Probeläufen auf dem Laufband, um Abknicken der Knöchel usw. feststellen zu können. Wahnsinn, was es alles gibt. ;)


  • Dienstag
Fast kein Sport: kein Fahrrad, kein Workout, kein Joggen - nur Aikido und Tanzen. ;) Das reichte aber bei der drückenden Hitze schon aus, dass der Kopf irgendwann abschaltete... schon lustig, wie man plötzlich Fehler bei Bewegungen macht, die sonst im Schlaf funktionieren.
Im Aikido erst einige neue Übungen zur Fallschule (ich habe das Gefühl, wir bereiten uns langsam auf die harte Fallschule vor *freu*) und dann wieder Stocktraining.
Auch im Musical-Tanz-Training nur Wiederholung - 10 Lieder in 50 Minuten, auch recht fordernd. Alles in allem ein angenehm erschöpfender Abend. =)

  • Mittwoch, heute
Noch fast kein Sport gemacht - ich wollte meine Knie schonen, um heute Abend noch die neuen Schuhe einzulaufen. Ich bin so neugierig, wie es sich damit läuft... =)

25. Juni 2009

Es besteht noch Hoffnung

Die Fahrt mit dem Rad zur Arbeit heute hat mir gezeigt, dass ich nach dem extrem frustrierenden letzten Joggversuch vielleicht ein bisschen vorschnell geurteilt habe...
Heute war ich mit dem Fahrrad bei einer Strecke von 8 km fünf Minuten schneller als sonst (30 statt 35 Minuten), und auch mein Durchschnitt ist von ca. 18 km/h auf 19,5 km/h gestiegen - auf dem Rückweg sogar auf fast 20 km/h! Das ist doch immerhin etwas und ein gutes Zeichen. =)

Außerdem ist mir jetzt erst bewusst geworden, dass ich inzwischen deutlich weniger Probleme mit meinem Bewegungsasthma habe. Zugegeben, es meldete sich sowieso nur sehr selten und nur bei extrem starken, langen Belastungen (joggen z.B. ^^), aber in der letzten Zeit hätte es genügend Gelegenheiten gegeben, und trotzdem gab es keine Probleme.

Ok, nächstes Mal wird erst nachgedacht und dann gejammert. ;)

24. Juni 2009

Status Konditionstraining: frustrierend

Obwohl sich meine sportliche Betätigung in den letzten Wochen gefühlt verzehnfacht hat, verändert sich nichts an meiner Kondition und allgemeinen Verfassung.

Pro Woche fahre ich ein- bis zweimal mit dem Fahrrad zur Arbeit, je ca. 17 Kilometer. Fast täglich trainiere ich mit EA Sport active an der Wii, was immer noch wirklich anstrengend ist. Zwei- bis dreimal pro Woche gehe ich neuerdings noch joggen (oder was bei mir unter "joggen" fällt: zwei Minuten joggen, zwei Minuten gehen, insgesamt gerade mal 2,5 Kilometer in 20 Minuten).

Gestern z.B. war ich zum vierten Mal joggen. Anfangs fühlte es sich tatsächlich etwas leichter an, und ich hegte kurzzeitig die Hoffnung, dass sich eine Verbesserung zeigen würde. Falsch gedacht - nach gerade mal der Hälfte der Strecke (also vielleicht 1,5 km) bekam ich plötzlich Seitenstechen und Knieschmerzen und musste die restliche Strecke zurück im Schritttempo gehen.

Noch dazu hat sich mein linkes Handgelenk spontan krankgemeldet - keine Sehnenscheidenentzündung, immerhin, und Aikido ist auch nicht die Ursache. Schmerzhaft genug, dass ich es jetzt in eine Schiene packen musste.

Extrem frustrierend das alles...!

Ich werde nächste Woche wieder ein Update hierzu geben, vielleicht tut sich ja bis dahin was. Hoffentlich. *grummel*

23. Juni 2009

The Painted Man - Peter V. Brett

Den Fantasyroman "The Painted Man" von Peter V. Brett (deutsch: Das Lied der Dunkelheit) fand ich durch Zufall, da eine Künstlerin auf DeviantArt von ihrer Arbeit dafür erzählte. Der Kauf hat sich gelohnt!

"The Painted Man" erzählt von einer Welt, die nachts von Dämonen beherrscht wird. Diese sind so zahlreich, grausam und unbesiegbar, dass sich die Menschen zitternd vor Angst in ihren magiegeschützten Häusern verstecken. Kaum jemand verlässt sein Heim für eine Reise, die eine Übernachtung erfordern würde, und so sind alle Siedlungen größtenteils von der Außenwelt abgeschlossen. Um die Zivilisation aufrecht zu erhalten oder großen Gewinn zu machen, gibt es dennoch einige Boten und Kaufleute, die längere Reisen wagen.
Die Geschichte folgt speziell drei Bewohnern dieser Welt: dem 11jährigen Arlen, der einmal ein Bote werden möchte, der 13jährigen Leesha, die sich von der Enge ihres Heimatortes erstickt fühlt, und Rojer, der als kleines Kind seine Eltern an die Dämonen verliert und dennoch der Nacht zu trotzen wagt. Knapp 20 Jahre umfasst der Zeitraum, in dem sich die drei Hauptrollen zu einem tödlichen Kämpfer, einer fähigen Kräuterkundigen und einem mutigen Gaukler entwickeln. Jeder von ihnen hat seine Schattenseiten, aber gerade das macht sie so greifbar.

Alle Charaktere, nicht nur die wichtigsten, sind unheimlich tiefgründig und sympathisch. Bei der Einführung aller drei Hauptpersonen fiel mir auf, wie schnell man ihre Beweggründe versteht, mit ihnen mitleidet und sie ins Herz schließt.
Die Handlung ist durchdacht und äußerst spannend, die Hintergrundwelt gut ausgearbeitet. Einige Fragen bleiben zwar am Ende offen (was genau sind die Dämonen, woher kamen sie ursprünglich?), da es aber mindestens eine Fortsetzung geben soll, hoffe ich dort auf eine Erklärung - kaufen werde ich sie auf jeden Fall. =) Eventuell als einzige kleine Warnung: die Kämpfe sind manchmal recht detailliert (d.h. blutig und eklig) beschrieben - das stört mich persönlich aber nicht.

Fazit: Absolut lesenswert; sympathische, realistische Charaktere; tolle Story.

19. Juni 2009

Kurz und knapp: Freitagstraining

Flow Drills: die "einfache" Faustschlagtechnik, die nach und nach auch immer kompliziert wird.
Freies Training: Kurz Fallschule (zu schwülwarm für mehr), Wiederholung aller unserer bisherigen Techniken. Eigenständiges Forschen an einer Katatedori irimi-Technik, der wir bisher nur einmal kurz auf einem Lehrgang begegnet sind (ist irgendwie etwas ganz anderes, macht auch großen Spaß). Freiwillige Wiederholung weiterer Flow Drills. Zum Abschluss noch Wiederholung der Stock-Kata, soweit wir sie bisher kennen.

Und nun ab ins Wochenende und auf zum Baby-Besuch! Ich kann's kaum erwarten...! =D

16. Juni 2009

Tante die Zweite

Gerade kam der Anruf, dass ich zum zweiten Mal Tante geworden bin, diesmal von einem kleinen Mädchen! *freeuuuuu* =)

15. Juni 2009

Terminator Salvation

Spontan sah ich mir letzten Donnerstag zu nachtschlafender Zeit Terminator Salvation im Kino an. Ein sehr guter Film, recht düster - auch John Connor (Christian Bale) wirkt nicht mehr hilflos-naiv, sondern verbittert-knallhart, da dieser Terminator-Teil nicht vor dem Krieg der Maschinen gegen die Menschheit spielt, sondern währenddessen. Dementsprechend hat der ganze Film bis auf das Grundgerüst der Handlung recht wenig mit seinen Vorgängern gemeinsam.
Computersimulationen und "reale" Umgebung sind gut miteinander verbunden, es kommen einige recht nette Schockeffekte zum Einsatz (z.B. ein Hubschrauberabsturz, der aus dem Hubschrauber heraus gefilmt wird und ein starkes Schwindelgefühl hinterlässt, oder einige kurze Aufnahmen von riesigen Sturmwellen im Ozean, die bei mir aus unerklärlichen Gründen Panik auslösen).
Trotz zweier Liebesbeziehungen hält sich Terminator Salvation beim Kitsch sehr zurück, nur am Schluss wird natürlich viel zu dick aufgetragen. *seufz*

Was mir weniger gefallen hat: die teilweise sehr unruhige Kameraführung (liebes Hollywood, hör doch bitte endlich wieder auf damit), mehrere unlogische Punkte - Hubschrauber vs. Atombombe? Ein Robotermotorrad, das Lenk- und Sitzmöglichkeiten für Menschen bietet? Hm... Ach ja, und den Auftritt von Arnie hätten sie sich sparen können. Ist ja ein netter Gedanke, einige berühmte Sätze und Themen wieder mit aufzunehmen ("Komm mit mir, wenn du leben willst", "Ich komme wieder" etc.), aber das hätte es nun wirklich nicht gebraucht.

Aber egal, darüber kann man bei viel Action und guten Schauspielern hinwegsehen. ;-) Im Großen und Ganzen hat mir T4 sehr gut gefallen - wenn die DVD rauskommt, muss ich ihn mir unbedingt noch einmal ansehen, vielleicht stört auf einem kleinen Bildschirm dann auch die wackelnde Kamera nicht mehr so. =)

Und ansonsten: das war mein 100. Post, yay! =)

12. Juni 2009

Xbox Projekt Natal

Ziemlich beeindruckend: http://www.youtube.com/user/xboxprojectnatal

Das wär genau das richtige für mich: Kleidung anprobieren ohne Einkaufsstress, kämpfen ohne jemandem wehzutun... Ich bin sehr gespannt, wie sich dieses Projekt weiterentwickelt.

Zu früh gefreut

Heute früh, beim täglichen Workout mit der Wii, freute ich mich darüber, dass sich die Übungen inzwischen deutlich leichter anfühlen. Ich überlegte sogar, ob ich die Schwierigkeitsstufe auf "Schwer" umstellen sollte... bis mir mein Trainer nach der Session erklärte, dass ich jetzt genügend Fortschritte gemacht habe, dass wir die Übungen ab jetzt schwieriger gestalten werden. So ein Mist. ;)

9. Juni 2009

Viermal Aikido

Letzte Woche gab es vier Aikido-Trainings - hach, schön. Eine Kurzzusammenfassung...

Dienstag
Wir begannen mit einer neuen, etwas schwierigeren Übung zum Vorwärtsrollen, das Techniktraining widmeten wir der Katatedori Ryotemoch Ikkyo Irimi-Technik (2 Hände greifen 1 Arm, Hebel).

Donnerstag
Zu Beginn wieder die fiese Übung zum Vorwärtsrollen. Anschließend kein Techniktraining, sondern eine detaillierte Betrachtung der ersten vier Hitori waza (Udemawashi?? waza, Ikkyo / Zengo / Happo waza).

Freitag
In den Flow Drills übten wir weiter die neue 4-Schläge-Technik, bei der ich anfangs so Probleme hatte, da ich tatsächlich treffen sollte. Da meine Partnerin hierfür jedoch schwanger ist, durfte ich nun aber den Schlag zum Bauch natürlich nicht durchziehen. Verwirrend... ;-)
Im Freien Training zunächst Wiederholung einiger Techniken mit meiner Mitschülerin, da sie aber nach 30 Minuten schon weg musste, anschließend Wiederholungen (ich möchte es fast "Einzeltraining" nennen *g*) mit unserer Lehrerin. Interessanterweise merke ich gar nicht mehr so sehr einzelne Verbesserungen an meiner Technik (obwohl auch da manchmal etwas plötzlich besser klappt), sondern dass ich inzwischen schneller in der Lage bin, Hinweise umzusetzen, was ja auch recht hilfreich ist. =) Zum Abschluss durfte ich noch kurz "meine" zwei Tsuzukiwazas angreifen, und - Wunder über Wunder! - wir bemerkten tatsächlich eine leichte Verbesserung meiner Kondition. Noch besteht also Hoffnung...

Samstag
Wir trafen uns zu sechst im Nürnberger Dojo, um den etwas größeren Raum für ein ausgedehntes Uke-Training zu nutzen. Zunächst griffen wir abwechselnd unsere Tsuzukiwazas an, anschließend feilten und forschten die beiden Anwärterinnen auf den 3. Dan an den 2-gegen-1- und 3-gegen-1-Techniken. Danach bekamen wir eine ausführliche Einweisung ins Randori, indem wir erst einige Runden ausprobierten, wie sich das anfühlt, wenn plötzlich drei Angreifer auf einen zugerannt kommen. Dann brachen wir das Ganze in mehrere Übungen auf, die uns die Vorgänge verdeutlichen sollten. Mein Kopf (der ja sonst immer viel zu viel denkt) hält sich beim Randori noch zurück und lässt mich einfach machen. Ab und zu gibt er mir zwar einen Hinweis wie "Du stehst viel zu mittig" oder "Was war denn DAS?! Streng dich mehr an!", aber der Bewegungsablauf ist ansonsten noch komplett automatisch/instinktiv. Auch mal schön! =)
Das Training machte wieder einmal wahnsinnig Spaß, und wir waren alle der Meinung, dass wir so etwas in Zukunft öfter halten sollten. ;-)

4. Juni 2009

Pfingstlehrgang mit Yoshigasaki-Sensei in Erlangen

Vom 29.05. bis 01.06. nahm ich an meinem dritten Lehrgang überhaupt und meinem zweiten bei Yoshigasaki-Sensei teil. Die Inhalte waren für mich natürlich noch etwas hoch, obwohl das Tempo wirklich verhältnismäßig langsam und "step-by-step" war - aber umso schöner war es, wenn zwischendurch doch mal etwas klappte. Es ging hauptsächlich um grundlegende Fragen - was ist Angriff, was ist Verteidigung, was ist eine natürliche Bewegung, warum sollte ich nicht stur Widerstand leisten. Zur Verdeutlichung wurde das Thema jeweils unterstützt durch kurze Technikübungen. ... Darüber hinaus fühle ich mich noch nicht wirklich in der Lage, das Training selbst zu beschreiben. ;-)

Für mich persönlich gab es einige kleine, interessante Momente: ich merkte, dass ich grundsätzlich den unteren Rücken anspanne, selbst im Seiza (Kniesitz), und konnte die vier Tage nutzen, um daran zu arbeiten. Bei einer Fallschul-Übung, bei der Nage sich rückwärts zu Boden fallen lässt und Uke über sich in eine Vorwärtsrolle "mitzieht", hatte ich richtig Spaß, während mich vor ziemlich genau 12 Monaten meine Angst vor Vorwärtsrollen noch daran zweifeln ließ, ob ich an einem Lehrgang damals teilnehmen sollte oder nicht. Es hat sich also tatsächlich etwas verändert seitdem! =)

2. Juni 2009

EA Sports Active und Schattenboxen

Am Samstag wurde als verspätetes Geburtstagsgeschenk mein neuester Versuch in Sachen Fitness geliefert: EA Sports Active für die Wii. Die Woche davor hatte ich die Werbung im Fernsehen gesehen und war vor allem sehr angetan von den Box- und Kick-Übungen... ;-) Auch wenn Wii Fit zwar Spaß machte, aber bei mir keine durchschlagende Wirkung zeigte - hauptsächlich aufgrund mangelnden Durchhaltevermögens - wollte ich EA Sports Active ebenfalls probieren, denn es sah noch "sportlicher" und fordernder aus.

Gesagt, getan, kaum war das Paket angekommen, wurde es ausgepackt, das Stretchband zusammengebaut, die Beinschlaufe angelegt und die Wii eingeschaltet. Der Trainer begrüßte mich erst einmal sehr enthusiastisch und schwupps konnte ich schon mit dem ersten Workout beginnen.
Anders als bei Wii Fit wählt man hier nicht einzelne Übungen nacheinander aus, sondern erhält einen fertig zusammengestellten Workout vorgesetzt. Das ist zumindest die Grundvariante, natürlich lassen sich die Übungen auch einzeln ansteuern. Für den ersten Tag der "30-Tages-Herausforderung" ließ ich mir aber das fertig zusammengestellte 20-minütige Training vorsetzen, das es tatsächlich in sich hatte...

Wir begannen mit ein wenig Auf-der-Stelle-Rennen, gefolgt von "Lunges" und "Bent-Over-Rows" (irgendwie merkt man, dass dieses Spiel aus Amerika kommt) und einigen simplen Boxübungen. Die einzelnen Übungen waren auf der mittleren Stufe an sich gut machbar, allerdings war ich am Ende wirklich "am Ende" und schweißgebadet, und ja, auch ein ordentlicher Muskelkater ließ nicht auf sich warten.

Meine Meinung: das Spiel ist super gemacht und erfüllt auch definitiv seinen Zweck. Ein klein wenig nerven die ständigen Motivationen des Trainers - einige der extremsten Sprüche: "Weiter so, go go go!!" ... "Du bist heiß!" ... "Du bist eine echte Trainingsmaschine da draußen!" ... Naja, wer's braucht; momentan sind sie noch halbwegs erträglich. Wenn sich also nicht irgendwann die Langeweile einschleicht oder die Motivation doch wieder nachlässt, bin ich gespannt, was sich in den kommenden 26 Tagen meiner 30-Tages-Herausforderung noch tut!

Ich heute morgen: "Oh Mann, habe ich heute einen Muskelkater..."
Kollege: "Hm? Wovon denn?"
Ich: "Äh... vom Computerspielen..." =)

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Heute abend habe ich kurz vor meinem Musicaltraining erfahren, dass jemand aus meiner Familie einen relativ schweren Autounfall hatte und verletzt wurde (gottseidank leben sie wenigstens alle noch...). Um im Training funktionieren zu können, verdrängte ich das erst einmal... umso schlimmer war nach dem Training die Autofahrt nach Hause, als die "was wenns" über mich hereinbrachen: was, wenn etwas noch Schlimmeres passiert wäre? Was, wenn jemand gestorben wäre? Was, wenn meiner schwangeren Schwester etwas passiert wäre???

Was das mit dem Wii-Spiel zu tun hat? Sobald ich daheim war, schaltete ich die Wii ein, legte mir alle Boxübungen hintereinander und drosch 10 Minuten lang auf meinen Schatten und die "was wenns" ein. Jetzt gehts mir besser.

26. Mai 2009

Für Herr der Ringe-Fans

Letzte Woche entdeckt: www.TheHuntForGollum.com - ein Film von Fans für Fans der Herr der Ringe-Trilogie.

Qualitativ unerwartet gut, inklusive toller Landschaftsaufnahmen, Orks, Computeranimationen, stimmungsvoller Musik, sogar deutscher Untertitel... Absolut sehenswert!

8. Mai 2009

Rückblick letzte Woche

Vergangene Woche hatten wir noch einmal eine Prüfung, da eine von uns, die aus gesundheitlichen Gründen nicht an dem geplanten Prüfungstermin teilnehmen konnte, ihre Prüfung noch nachholte - mit mir als Uke. Drei Prüfungstermine, drei mal Uke - guter Schnitt. ;) Damit haben wir nun schon fünf Schülerinnen mit dem 5. Kyu. =)

Über die nächsten Trainings betrachteten wir die Katatedori shihonage tenkan-Technik. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, dass wir für den Abschlusshebel lieber ein Stückchen hinter unserem Angreifer als neben ihm stehen sollten, übten wir den Abschluss in der etwas ungemütlicheren Jiu-Jitsu-Variante, die statt mit einem Hebel mit einem Würgegriff auf den Boden führt.

Im Freitagstraining widmeten wir uns wieder dem neuen Flow Drill, der vier verschiedene Schläge mit vier unterschiedlichen Handhaltungen beinhaltet, von denen zwei abgewehrt werden und zwei tatsächlich treffen sollen. Beim ersten Mal war ich total überfordert - die schwierige Bewegungsabfolge zusammen mit der Konzentration und Überwindung, die mich das Durchziehen der Schläge kostet, führte dazu, dass im Endeffekt gar nichts klappte. Das wollte ich nicht unbedingt ein zweites Mal erleben, daher übte ich den Flow Drill einige Male zuhause als Vorbereitung. Es funktionierte: auch wenn es immer noch nicht leicht war und ich jedes Mal zusammenzuckte, wenn meine Hand traf (also ziemlich oft), hatten wir nun zumindest Gelegenheit, an dem Flow Drill selbst zu arbeiten.

Am Dienstag ging es mir tagsüber nicht besonders gut - ich fühlte mich wattig, hatte Kopfschmerzen, stolperte auf einer Treppe und ließ zur Krönung beim Schließen eines Fensters auch noch ein eingeklemmtes (aber gut verstecktes) Deo explodieren. Trotzdem freute ich mich auf das Training... ich war mir sicher, dass es mir danach besser gehen würde, und das war auch so. Aikido = Medizin. =)
Wir experimentierten damit, was passiert, wenn Nage in der Katatedori kokyunage tenkan-Technik einen Fehler macht, was Uke dann daraus machen kann und wie Nage damit umgeht. Im Grunde ging es um Aufmerksamkeit, Kontakt und das Fließen der Bewegungen.

Diese und die nächsten beiden Wochen hält eine Vertretungslehrerin aus dem Nürnberger Ki-Aikido-Dojo unser Training - sehr spannend, wie sich das Training durch unterschiedliche Lehrer verändert.

29. April 2009

Viel zu nett...

... bin ich schon lange. Aus Angst davor, jemandem wirklich weh zu tun, ebenso wie vor der dann zu erwartenden Reaktion, halte ich mich beim Angreifen immer zurück. Für unseren Anfängerlevel genügt der Angriff wohl trotzdem, aber wenn ich unsere Lehrerin mit voller Wucht angreifen soll, ist es schwierig bis unmöglich für mich, diese Blockade zu überwinden.

Das kam gerade letzten Freitag und Sonntag öfters zum Vorschein. Am Freitag widmeten wir uns einem neuen Flow Drill, der nicht wie bisher nur mit abzuwehrenden Schlägen arbeitet, sondern darüber hinaus auch zwei Schläge beinhaltet, die (leicht) treffen sollen. Zusätzlich zu der komplizierten Bewegungsfolge musste ich mich also jedesmal darauf konzentrieren, nicht zu früh abzubremsen, sondern tatsächlich durchzuziehen - ein echter Horror für mich, der damit endete, dass ich die Schläge an einem Kissen üben durfte, um überhaupt ein Gefühl dafür zu entwickeln.

Man soll es kaum glauben, aber ich habe vor einigen Jahren einige Monate lang Kickboxen trainiert - wobei meine Trainingspartner wirklich sehr vorsichtig waren und große Rücksicht auf mich nahmen. Das Aufwärmen dort begann mit Box-Sparring. Die wenigen Male, wo einer meiner Schläge wirklich traf, erschrak ich so sehr, dass ich die Kampf-Situation vollkommen vergaß und mich besorgt entschuldigte...

Ich hege die Hoffnung, dass mich Aikido über die Jahre davon kuriert, denn am Sonntag schaffte ich es kurzzeitig, das Nett-sein abzuschalten.

Wir trafen uns am Sonntag zu dritt für einige Stunden Uke-Training. Zunächst wiederholten wir unsere Tsuzukiwaza (wir zwei Ukes haben jeweils zwei feste Tsuzukiwaza, die wir angreifen dürfen, bei mir eben unter der Voraussetzung, dass ich meine Kondition verbessere), anschließend die Tsuzukiwaza, die nicht wir angreifen werden, und zum Abschluß noch die 2-gegen-1/3-gegen-1-Techniken und ein kleines Randori.
Dann wandten wir uns den Punkten zu, die noch am stärksten verbesserungsbedürftig sind. Bei mir war das - neben der Tatsache, dass ich bereits im ersten Tsuzukiwaza nach der vierten Technik kaum noch Luft bekomme - vor allem mein Angriff, der aus dem Ikkyo zum Nikkyo führen soll. Offenbar schaltet mein Körper nach dem Ikkyo bereits um auf "Ich habe Angst, ich will hier weg" und möchte eigentlich nicht mehr angreifen. Also arbeiteten wir daran, mir das auszutreiben... was dazu führte, dass ich aus dem Ikkyo einen voll durchgezogenen Schlag mit dem Ellbogen Richtung Solarplexus führen sollte. Panik, Blockade - es ging nicht.
Letztendlich schafften wir es mit einem dicken Kissen zwischen uns, dass ich zumindest das Kissen mit voller Wucht treffen konnte. Sobald wir es wegließen, war die Blockade anfangs wieder da - nach mehrmaligen Versuchen und gutem Zureden traute ich mich aber doch, und siehe da, die Technik funktionierte viel besser als vorher und natürlich wurde niemand dabei verletzt.

Ich hoffe, mein Körper lernt daraus, dass es ab und zu auch ok ist, nicht nett zu sein...

27. April 2009

Bestanden!

Die Prüfung am Donnerstag war eine sehr schöne Angelegenheit: alle 4 Prüflinge (3x 5. Kyu, 1x Shokyu = die erste Ki-Prüfung) bestanden. Trotz Nervosität, Prüfungsangst, ungewohnten Zuschauern und körperlicher Anstrengung hatten wir keine größeren Probleme, sondern im Gegenteil auch noch richtig Spaß, zumindest in meinem Fall. =)

Auch unsere anschließende Feier war wieder recht lustig - neben lautstarken Verhandlungen, um Tomaten gegen Pinienkerne zu tauschen oder den letzten Windbeutel zu ergattern, entwickelten wir sogar einen neuen Angriff: "Budouotaberu" oder auf deutsch "Uke will die letzte verbleibende Weintraube von Nages Schokofrucht-Spieß stibitzen"; die Technik wäre dann entweder ein Schaschlikspieß-Irimi oder wahlweise auch das Spucken von Zahnstochern, soweit vorhanden. =D

Spaß beiseite, es war einfach toll zu sehen, wie wir alle uns in den vergangenen 15 Monaten weiterentwickelt haben.

23. April 2009

Daumendrücken!

In zwei Stunden findet unsere Gürtelprüfung zum 5. Kyu statt... Ich dachte, ich würde nicht nervös, schließlich fühle ich mich relativ wohl mit den Techniken (zumindest meinem Niveau angemessen). Nix war's, so langsam bekomme ich doch weiche Knie.
Also Daumendrücken, bitte! =)

22. April 2009

Geburtstagstext

Blog-Jubiläum
Ein Text. Nicht irgendein Text, ein Text zum Geburtstag!

Sich selbst zum Geburtstag gratulieren, ist das nicht etwas arrogant? Naja, es bin aber ja nicht ich, die Geburtstag hat und 1 Jahr alt wird, sondern mein Blog, das ich so langsam sowieso als eigenständiges Wesen betrachte. Es schreit nach Futter, wenn es vernachlässigt wird, und ab und zu schnurrt es und reibt sich an meinen Beinen, um gestreichelt zu werden. (Bitte was?! ^^)

Nun, also dann, ein Text zum Geburtstag.

Frei nach Aaron Allston:
1. Schritt: Rekapituliere, wer alles hier ist, nur für den Fall, dass es jemand vergessen hat.
2. Schritt: Rekapituliere, was du tust.
3. Schritt: Etwas Persönliches, damit alle wissen, dass du aufpasst.
4. Schritt: Und jetzt schnell zum Ende bringen, bevor du dich blamierst.

Liebe Leser (das seid ihr =D), ich danke euch für eure Besuche und Kommentare!

Vor genau einem Jahr habe ich meinen ersten Post verfasst. Damals hatte ich noch Zweifel, ob ich es länger durchhalte... Zum Festhalten meiner Gedanken - nicht unbedingt in einer festgelegten Ordnung und nicht unbedingt immer zusammenhängend - hat die Kombination aus Tagebuch, Lernnotizen und Kommunikationsplattform ihre Faszination für mich aber bisher beibehalten.

Gerade eure Ermutigungen, als ich bei unserer Ki-Prüfung an mir zweifelte, und als ich zögerte, an meinem ersten Aikido-Lehrgang teilzunehmen, haben mir ehrlich geholfen. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie sich alles hier weiterentwickelt und was die Zukunft bringt!

20. April 2009

Sportliches Wochenende

Die Nachwirkungen des Wochenendes: ein Mittelfußknochen im linken Fuß, der irgendwie nicht ganz so sitzt wie er sollte und sich hoffentlich bald wieder einrenkt; Muskelkater in beiden Oberschenkeln und im rechten Oberarm; und ein blauer Fleck am Steißbein. Wovon...? ;-)

Das Aikido-Training am Freitag lief noch sehr glimpflich ab - Flow Drills zu zweit sind immer nett und gottseidank nur wenig anstrengend. ^^ Das anschließende Prüfungsvorbereitungstraining war mit nur einer Mit-Trainierenden schon recht schweißtreibend, dafür aber auch sehr ergiebig, was meine Unsicherheiten (besonders das stabile Stehen bei Udefuri choyaku waza) anging.

Am Samstag wurde es dann aber richtig heftig... Zunächst 1,5 Stunden Uke-Training für mich und eine weitere Schülerin, mit je 3 Tsuzukiwazas zum Aufwärmen und anschließend einem ersten Einblick in die 2-gegen-1-Techniken und ins Randori. Sehr spannend, und natürlich machte es trotz der Anstrengung großen Spaß. =)

Im Anschluß ging es weiter mit drei Stunden Stocktraining - unser erster Kontakt mit dem Jo. Wir stiegen unerwartet schnell in die 22er Kata ein und kamen immerhin bis Schritt 8. Im Vergleich zum Schwert fühlt sich der Jo für mich irgendwie natürlicher an - ich hatte jedenfalls deutlich weniger Probleme mit der Haltung und den Bewegungen. ;) Dafür ist bei mir der Yokomenuchi (ein seitlicher Schlag Richtung Kopf) zu steil angesetzt... naja, daran lässt sich arbeiten! =)

Und weil ich nach fünf Stunden Aikido scheinbar noch Energie übrig hatte, zog ich mich schnell um und legte meine "Kriegsbemalung" für einen kleinen Auftritt meiner Musicalgruppe an. Die Tänze klappten und die Stimmung war super - aber ich stieß dabei an meine Grenzen... Meine Beine waren eigentlich zu müde, um noch die schweren High-Heel-Army-Stiefel hochzuheben, und auch meine Arme hatten keine rechte Lust mehr, sich zu strecken. ;)

Der Sonntag fing sehr gemütlich an, erst am Nachmittag fuhr ich mit dem Fahrrad die 11 km zu meinem Sportverein, um ein weiteres Musical-Training zu halten. Ein wenig zu früh dran, nutzte ich die halbe Stunde gleich aus, um die Jo-Kata zunächst mit einem Besenstiel zu wiederholen. Dann fiel mein Blick auf die 5 m lange Stange zum Öffnen der Turnhallenfenster... =)) Ja, auch damit geht es - irgendwie. =) Und weil ich immer noch ein wenig Zeit hatte, packte mich der Ehrgeiz, zu überprüfen, wie weit meine Rollen sind. Zwar stehen in der Halle auch Matten zur Verfügung, aber ich versuchte es auf dem normalen Turnhallenboden. Gut, komplett schmerzfrei sind sie noch nicht (meine Schulter und Hüften sind noch viel zu hart) - aber immerhin lebe ich noch. ;-)

Das Musicaltraining selbst wirkte dagegen fast schon wieder entspannend - wir waren nur zu fünft, um den Sprechtext der Hauptrollen zu üben; dadurch ging es recht konzentriert voran. Zum Abschluß des Wochenendes schließlich fuhr ich mit dem Fahrrad wieder zurück, fiel aufs Sofa und bewegte mich keinen Zentimeter mehr. ;-)

17. April 2009

Katzenfotos

Ohne viele Worte, dafür mit extrem hohen Knuddelfaktor: neue Fotos von Angel und Arwen! =)






15. April 2009

Vollgepackter Dienstag-Abend

Vorwarnung: ich muss noch die Technik-Bezeichnungen für die Prüfung üben, bitte nicht über die zunehmend japanischen Begriffe wundern! ;)
Das Aikido-Training am Dienstag bestand praktisch nur aus Seiza (auf den Knien sitzen): direkt nach den Rollübungen ging es los mit Zagi ryotetori kokyunage irimi (auf den Knien sitzen, beide Hände festhalten, den Angreifer umwerfen), zunächst mit einhändigen Übungen, bis wir schließlich wieder die eigentliche Technik mit beiden Händen ausführten.

Das anschließende Musical-Tanz-Training war mal wieder ein extremer Kontrast - laut, schnell, konfrontativ (weil häufig unterschiedliche Meinungen zu bestimmten Tanzschritten vorhanden sind). Da muss ich mir dringend etwas einfallen lassen... Wobei die momentanen Choreografien nicht von mir selbst stammen, weshalb ich die Tänze weniger gut kann als andere, die ich selbst entworfen habe, und manchmal mehrere Meinungen einholen muss. Dabei sind Diskussionen praktisch vorprogrammiert. Die Lösung wäre also wohl, mich besser vorzubereiten und die Tänze erstmal selbst zu können. *seufz*

Anschließend spielten wir noch zu dritt eine Runde Munchkin Impossible- mein erster Kontakt mit diesem wirklich lustig gemachten Karten-Rollenspiel. Zitat einer Kartenbeschriftung: "Regenschirm (Bonus +1) - darf nur von Briten verwendet werden." oder "Selbst wenn du keine Klasse hast, hast du trotzdem eine Klasse - denn Briten haben immer Klasse." =)

Als ich dann gegen Mitternacht zu Hause war, fiel mir noch auf, dass mein Blog in genau einer Woche - am 22. April - ein Jahr alt wird. ;) Also musste ich mir noch kurz etwas überlegen für dieses außergewöhnliche Ereignis *hüstel* - und ich habe auch schon eine Idee und gottseidank noch 7 Tage Zeit für die Umsetzung. ;-)

14. April 2009

Aikido-Update

Read this post in English!

Nach einem längeren Ausflug nach Japan wird es dringend Zeit für ein Update zum Thema Aikido! =) Die vorgezogene Prüfung am 02. April lief sehr gut für die Geprüfte, sie bestand ohne Probleme. Als Uke hatte ich richtig Spaß: die Konzentration war praktisch greifbar und das Tempo deutlich schneller als im Training.

Der Prüfungstermin für die anderen vier Prüflinge (mich eingeschlossen) ist Donnerstag, der 23. April. Interessanterweise freue ich mich richtig darauf... =) Auch wenn es einige Punkte gibt, bei denen ich noch sehr unsicher bin (hauptsächlich die Tests zu den Hitori waza und der Eingang der Katatedori Ikkyo irimi-Technik aus der Bewegung), fühle ich mich bei den Techniken gut vorbereitet.

Ansonsten kämpfe ich weiterhin mit der Auflage, meine Kondition bis zum Herzogenhorn-Lehrgang im September auf Vordermann zu bringen... bisher hat sich da noch nicht viel getan. Aber nun habe ich sozusagen in höchster Verzweiflung mein Fahrrad aus der Garage meiner Eltern geholt und fahre 4x pro Woche zur Arbeit, das macht immerhin 70 km pro Woche. Meinen Beinen geht es sogar relativ gut dabei (v.a. wenn man bedenkt, dass ich es vorher 6 Jahre lang nicht mehr benutzt hatte), nur mein Sitzfleisch beschwert sich noch. Wenn diese Maßnahme konditionstechnisch nicht hilft, weiß ich auch nicht... ;)

7. April 2009

Japan-Urlaub: Kyoto 2. und letzter Teil

Und so begann unser letzter Tag in Japan... Morgens hieß es wieder einmal früh aufstehen, denn wir wollten vor dem Ansturm der Schulklassen den Kiyomizu-dera, den "Tempel des reinen Wassers", besuchen. Er liegt auf einem Hügel am Rand von Kyoto mit wunderbarem Blick auf die Stadt. Das Highlight - neben den Fußabdrücken Buddhas, durch deren Anblick man ohne Umwege direkt ins Paradies gelangt - ist die überkragende hölzerne Terrasse des Tempels, die auf einem sage und schreibe 13 m hohen Holzgerüst ruht.

In den kleinen Gässchen, die zu dem Tempel führten, entdeckte ich noch etwas anderes: ein winziger Laden mit T-Shirts, CDs, Autogrammkarten etc. von japanischen und koreanischen Bands, an dessen Markise zwei T-Shirts von X-Japan hingen. An diesem Laden konnte ich natürlich nicht vorbeigehen... =)

Ein Laden mit T-Shirts von Hide / X Japan
Zu Fuß marschierten wir den Hügel hinab durch einige schöne kleine Straßen vorbei an dem Garten des bekanntesten Koi-Züchters in Japan in Richtung des Gion-Viertels. Hier finden sich traditionell die Ausbildungsstätten der Geishas und Meikos... ehrlich gesagt gab es jedoch hier abgesehen von einigen hübschen kleinen Häusern recht wenig zu sehen.

Ein... äh... Samurai-Hund? =)
Deshalb hielten wir uns in Gion auch nur kurz auf, bevor es weiterging zum Tempel Eikan-do, der berühmt ist für seinen Steingarten, die Statue eines über die Schulter blickenden Buddha und eine besonders hübsch gewundene Treppe, die "Treppe des sich windenden Drachens". Man merkt es meiner Schilderung vermutlich an: zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits so viele Tempel und Schreine besichtigt, dass ein wenig Ermüdungserscheinungen eintraten. Trotzdem war natürlich jedes Gebäude für sich genommen immer noch sehenswert, und die jeweilige Umgebung immer wieder etwas anderes und immer wieder schön.

Detail eines liebevoll gestalteten Daches
Zum Abschluss unserer Tour fuhren wir zum Heian-Tempel, der durch seine übereinandergeschichteten Türmchen noch einmal ein ganz eigenes Gesicht zeigt. Hier fand trotz Regenwetters das Setsubun-Fest statt - die Dämonen des Winters werden ausgetrieben, indem man sie mit Bohnen bewirft. Eingelullt von den sonst so geordnet wartenden und in rechtwinkligen Schlangen anstehenden Japanern landeten wir irgendwie ganz vorne in der Menschenmenge, die darauf wartete, dass die Würdenträger des Tempels, unterstützt von einigen herausgeputzten Meikos, die Bohnen in die Menge warfen. Sobald die ersten Bohnenpäckchen flogen, rasteten die Menschen um uns herum aus - so etwas habe ich bisher nicht einmal auf Metal-Konzerten erlebt! Ich selbst kam ohne Blessuren davon, mein Regenschirm allerdings geriet unter die Füße der tobenden Menge und musste dran glauben. ;-)

Der Heian-Tempel in Kyoto
Zur Feier des letzten Abends gingen wir gemeinsam in eine Izakaya essen, eine japanische Kneipe mit großem Speisenangebot. Das Essen dort war wirklich ausnahmslos lecker - und die Menge schlichtweg überwältigend: nach einem kleinen Vorspeisensalat und riesigen Schüsseln eines Tofu-Fisch-Fleisch-Nudel-Eintopfes waren wir anfangs noch guter Dinge. Als dann aber nach und nach weitere Salate, ein Reiseintopf, Sashimi, mariniertes Rindfleisch, mehrere Sorten Fleischspießchen, viel japanisches Bier und Sake und natürlich noch eine leckere Nachspeise aufgetischt wurden, mussten wir uns wohl oder übel geschlagen geben.
Ich mache das Bier und den Sake dafür verantwortlich, dass wir irgendwann testeten, ob wir mehr als die ersten beiden Zeilen der "Ode an die Freude" zustande bringen würden... die Antwort lautet, ja, wir kannten den Text der ersten beiden Strophen und sogar die Melodie dazu... ;o)

Die Reste (!) unseres leckeren Abendessens in der Izakaya
Und damit wäre mein Bericht der zehntägigen Rundreise durch Japan am Ende angelangt. Ich konnte mich überzeugen, dass ich auch ohne weitreichende Sprachkenntnisse halbwegs zurecht komme und das Land tatsächlich so faszinierend ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nun steht einem selbst organisierten Urlaub - oder vielleicht ein Sprachurlaub...? - also nichts mehr im Wege! =)

Japan-Urlaub: Kyoto 1. Teil

Als wir in Kyoto ankamen, waren wir von unserem Tag in Nara so durchgefroren, dass das Abendessen Curry gerade recht kam zum Aufwärmen. Curry oder genauer gesagt Karee-Raisu besteht aus Reis mit Currysauce, nach Wunsch zusätzlich mit Gemüse oder Fleisch. Die Schärfestufe war frei wählbar, wobei mein Curry mit Stufe 2 gerade noch essbar war... ich will gar nicht wissen, wie sich Stufe 10 anfühlt!

Karee-Raisu = Reis mit Currysauce und Gemüse
Früh am nächsten Tag starteten wir unser Programm mit einem Besuch des Sanjuusangen-do, mit 120 m Länge die längste Holzhalle der Welt (nicht zu verwechseln mit dem Todai-ji, das war die "größte" ;-) ). Sie beherbergt 1.001 Statuen der Kannon-Gottheit und wird nebenher für Bogenschieß-Wettbewerbe benutzt. Besonders beeindruckte mich die Geschichte eines jungen Schützen, der vor 400 Jahren in 24 Stunden gut 13.000 Pfeile abschoss, von denen 8.000 ihr Ziel trafen, und damit den Sieg errang - das sind 9 Pfeile pro Minute, Pausen noch nicht einmal eingerechnet!

Der Sanjuusangen-do-Tempel mit 120 m Länge
Anschließend ging es weiter zum Nijo-jo, einem Shogun-Palast aus dem 17. Jahrhundert. Am interessantesten fand ich, dass der komplette Palast von einem Gang mit Nachtigallen-Parkett (ein Parkett, das auf besondere Weise mit schief eingeschlagenen Nägeln befestigt ist, so dass es quietscht sobald Gewicht darauf kommt) umgeben ist. Ich kannte den Begriff zwar vorher schon aus Büchern, hatte es mir aber immer nur um den wichtigsten Raum eines Palastes herum vorgestellt, vielleicht das Schlafzimmer oder die Schatzkammer - hier ging der Gang um den kompletten Palast herum, in drei oder vier Metern Breite! Und das Geräusch der darüber laufenden Touristengruppen klang sogar tatsächlich (mit ein bisschen Fantasie ^^) nach einem Nachtigallenchor.
Neben dem quietschenden Parkett war aber auch der Palast selbst sehenswert: alle Wände und Schiebetüren zierten wunderschöne 200 Jahre alte Malereien - Vögel, Bäume, Tiger, Kirschblüten und nebelige Berglandschaften, je nach Verwendungszweck des Raumes. Der "Thronsaal" oder Empfangssaal wurde übrigens in "Last Samurai" für die Szenen verwendet, in denen der Kaiser die Ausländer empfängt... allerdings bin ich mir leider nicht sicher, ob tatsächlich vor Ort gedreht wurde oder der Raum 1:1 nachgebaut wurde.

Der Shogunpalast in Kyoto, Nijo-jo, von außen
Unsere nächste Station war der "Goldene Pavillon" Kinkaku-ji, dessen obere Stockwerke tatsächlich komplett vergoldet sind. Er liegt in einem netten kleinen See mit Baum-Inselchen inmitten eines förmlich Ruhe ausstrahlenden Gartens inklusive Wasserfall. Hier gibt es wieder einmal eine leckere Spezialität: Dango, kleine Reismehlkuchen am Spieß, mit Schokoladen-Guss und Bohnen-, Sesam- und grüner Tee-Paste. Äußerst empfehlenswert. =)

Der Goldene Pavillon Kinkaku-ji in Kyoto, umgeben von einem idyllischen See
Der letzte Programmpunkt sah einen Besuch des Kyoto Handicraft Center vor - ein Shopping-Paradies für Touristen auf der Suche nach kitschigen Souvenirs, praktisch ein Einkaufszentrum für japanische T-Shirts, Bücher, Keramik, Kimonos, Schuhe, Schmuck usw. usw. Vorgesehen war eigentlich eine Stunde... im Endeffekt blieben wir zwei Stunden und kamen vollbepackt mit Andenken zurück ins Hotel. Ich bin sonst nicht der Fan von Kitsch-Souvenirs, aber wer weiß, ob und wann ich jemals wieder nach Japan komme.

Auch das Abendessen erwies sich als Abenteuer: wir suchten uns zufällig ein Restaurant in der Umgebung unseres Hotels, an dem das Essen vorab an Automaten mit bebilderten Tasten bestellt und bezahlt wurde - anschließend gab man dem Kellner den Beleg und bekam das Essen serviert. Lecker war es auf jeden Fall, aber bis wir das System durchschaut hatten, dauerte es ein wenig... ;)

Teilnahme an einer Teezeremonie; ratet, wer von uns beiden das länger macht! ;-)

2. April 2009

Allererste Aikido-Prüfung

Heute abend findet unsere erste Aikido-(Technik-)Prüfung zum 5. Kyu statt! Eigentlich ist die Prüfung für den 23. April geplant, da aber eine von uns an der Hand operiert wird und noch nicht weiß, ob sie rechtzeitig wieder fit ist, darf sie ihre Prüfung vorziehen, mit mir als Uke (Angreifer)! =) Gerade eben fiel mir nur auf, wie sehr ich mich schon darauf freue... =)

1. April 2009

Japan-Urlaub: Nara

Mit dem Shinkansen ging es am nächsten Tag über einen kurzen Zwischenstopp in Kyoto nach Nara. Im Zug konnten wir feststellen, dass sogar Betrunkene in Japan irgendwie höflicher sind als bei uns... Von einem solchen bekamen wir Malzbonbons und Kekse geschenkt, da er sich so freute, mit jemandem reden zu können. Zitat laut unserer Reiseleiterin: "Ich weiß, ihr versteht kein Wort von dem, was ich sage - aber völlig egal, es geht nur um's Gefühl!"

Pagode in Nara, Japan
In Nara trafen wir auf eine japanische Freundin unserer Reiseleiterin, die sich bereit erklärt hatte, uns zu begleiten und unsere Fragen zum japanischen Alltag zu beantworten. In einer Mischung aus Englisch, Japanisch und Deutsch hatten wir viel Spaß mit den üblichen Themen Wetter, Reiseprogramm, Deutschland und Japan. Es klappte wieder ganz gut - nur einmal versuchte ich zu übersetzen, dass ein Mitreisender gerade über Känguruhs geredet hatte, und sagte stattdessen "Er sprach gerade mit Känguruhs", sehr zur Erheiterung unserer Japanerin. Das "ni tsuite" werde ich so schnell nicht mehr vergessen... =)

Zu Mittag aßen wir Schweineschnitzelchen auf Reis mit einem Berg Frühlingszwiebeln und natürlich Wasabi. Faszinierende Mischung, sehr lecker! Nur als der Wasabi zwischen den Frühlingszwiebeln vergessen und komplett aufgegessen wurde, gab es ein paar unangenehme Minuten. ;-)

Eines von 1200 zahmen Rehen in Nara
Nara ist u.a. berühmt für seine 1200 mehr oder weniger zahmen Rehe - und die waren wirklich allgegenwärtig! Auf dem Weg zum Todai-ji (der größten Holzhalle der Welt mit einem ebenso riesigen Tor) wurden wir von den Rehen sogar so abgelenkt, dass uns das Tor praktisch erst auffiel, als wir schon davor standen. Beim Anblick des Tempels selbst hatten wir wieder einmal einen "Wow!"-Moment - die Fotos in Reiseführern usw. können nicht im entferntesten vermitteln, wie groß er wirklich ist. Der Todai-ji beherbergt neben der größten Buddhastatue Japans auch das "Nasenloch Buddhas": ein Loch in einer Säule, durch das ein Kind gerade so durchpasst - wer es schafft, hindurch zu krabbeln, dem ist das Paradies sicher. Diese Ecke des Tempels fühlte sich daher eher an wie ein Kinderspielplatz... =)

Ein kleineres Eingangstor zum Todai-ji-Tempel
Riesengroß: der Todai-ji in Nara
Anschließend besichtigten wir noch einen weiteren Tempel mit unzähligen Steinlaternen. Viele davon waren von Moos überwuchert und bewirkten eine urtümliche, verwunschene Atmosphäre. Allerdings war das Wetter inzwischen so kalt geworden, dass wir mit klappernden Zähnen nur noch ungeduldig auf den Bus warteten - da kam der Hinweis, dass es an den Getränkeautomaten nicht nur kalte, sondern auch heiße Getränke gibt, genau richtig! Eine tolle Erfindung... (natürlich äußerst schlecht für die Umwelt, da die Automaten Unmengen von Strom fressen - aber trotzdem ist eine heiße Dose Kakao zum Händewärmen im Winter einfach toll. ^^)

Ein Wald von Steinlaternen
Mit dem (warmen) Zug ging es anschließend zurück nach Kyoto, wo wir noch kurz den beeindruckenden Hauptbahnhof durchquerten und uns von Taxis weiter zum letzten Hotel unserer Japan-Reise, dem l'Aranvert, bringen ließen.

Next Stop: Kyoto!
(Und damit folgt auch der letzte Teil des Japan-Berichts, danach geht es weiter mit dem normalen Programm... ;-))

23. März 2009

Japan-Urlaub: Hiroshima

Ein Highlight des Abends in Hiroshima: hier hatte ich zum ersten Mal die Möglichkeit, etwas länger japanisch zu sprechen - mit der sehr netten Besitzerin der Okonomiyaki-Theke. Scheinbar schaut unsere Reiseleiterin dort öfters mit deutschen Gruppen vorbei, wodurch die Besitzerin uns Ausländern gegenüber wirklich sehr aufgeschlossen war und auch von sich aus versucht hat, uns ins Gespräch zu verwickeln. Im Hintergrund lief "Wer Wird Millionär" auf japanisch, so dass es zumindest schonmal ein gemeinsames Gesprächsthema gab - daneben ging es noch viel ums Wetter, was wir bereits gesehen hatten und wie unsere Pläne für die nächsten Tage aussahen. Auch wenn die Themen an sich natürlich auf Anfängerniveau blieben, war die Erfahrung wirklich motivierend (genug, dass ich mich nun endlich einmal festgelegt und mir vorgenommen habe, dieses Jahr den JLPT4, einen internationalen offiziellen Japanisch-Test, zu machen).

Ebenfalls am ersten Abend hatten wir viel Spaß beim gemeinsamen Ausprobieren von "Puri-Cula". Puri-Cula kommt von "Print Club" und bezeichnet Fotos, die man direkt vor Ort noch an einem Touch-Screen ausschmücken und bemalen kann. Als wir das System erst einmal begriffen hatten (bzw. es uns von zwei japanischen Schülerinnen zeigen ließen - peinlich, peinlich), verbrachten wir unglaublich lustige 30 Minuten mit dem gegenseitigen Verzieren mit Hasenohren, bunten Brillen, Perücken, und natürlich jeder Menge Smilies, Herzchen und Blümchen. Definitiv eine Marktlücke hier in Deutschland... =)

Ausblick vom Hotel auf den Peace Memorial Park
Nachdem es bei unserer Ankunft in Hiroshima bereits dunkel gewesen war, konnten wir den tollen Ausblick von unserem Hotel erst beim Frühstück am nächsten Tag bewundern: über den grünen Friedenspark und einen kleinen Fluß konnte man bis zum Atombombendom sehen. Dieser Eindruck blieb mir von Hiroshima auch am stärksten in Erinnerung: die Verbindung von grauenhafter Vergangenheit und optimistischer, lebendiger Gegenwart.

Austernbänke zwischen Hiroshima und Miyajima
An diesem Morgen fuhren wir zunächst mit Zug und Fähre nach Miyajima, einer wunderschönen Insel vor Hiroshima, vorbei an dem berühmten Torii im Meer. Hier begegneten wir zum ersten Mal einigen Rehen, die uns Menschen aber eher skeptisch betrachteten, solange wir nicht etwas zu (fr)essen in der Hand hielten. Zu Besichtigen gab es hier unzählige Schreine, Tempel, Pagoden usw. - wir beschränkten uns auf den Itsukushima-Schrein am Meeresufer und einen sehr interessanten Sammelsurium-Tempel, den Daisho-in, wo man in einem stockdunklen Gang unter einem Tempelgebäude hindurch einen "Blick ins Paradies" erhaschen kann.

Das berühmte Torii im Meer
Zurück auf dem Festland ging es weiter zum Peace Memorial Park, der Friedensgedenkstätte für die Opfer der Atombombe. Der Park ist sehr grün gehalten, was ein wenig hilft, das Thema zu verarbeiten. Vom Läuten der Friedensglocke über das Sadako-Denkmal für die verstorbenen Kinder bis zur ewigen Flamme geht es eher um eine Mahnung an zukünftige Generationen. Trotzdem geht das Ganze natürlich gewaltig unter die Haut.
Das Museum selbst jedoch befasst sich ausführlich mit Hintergründen, Technik, Auswirkungen und natürlich der Bombe selbst. Anfangs noch sehr pathetisch, was auf eine gewisse Weise half, die Bilder nicht an sich heranzulassen, war es für mich bei der Ausstellung von Besitztümern, Fotos und Einzelschicksalen vorbei und die Tränen flossen schließlich doch.

Friedensmahnmal im Peace Memorial Park in Hiroshima - mit Regenbogen
Es fiel schwer, sich nach diesen Eindrücken nicht einfach im Hotelzimmer zu verkriechen. Wir hatten uns jedoch vorgenommen, auf eigene Faust noch zur Burg von Hiroshima zu laufen, und wollten den Plan nicht aufgeben. Durch Zufall entdeckten wir auf dem Weg dorthin noch ein architektonisch faszinierendes Nobel-Einkaufszentrum (sieben schneckenförmig aufsteigende Stockwerke) und eine unterirdische Einkaufsmeile unterhalb der Hauptverkehrsstraßen.

Die Burg selbst hatte zwar leider schon geschlossen, doch man kam durch einen menschenleeren Park bis zum Gebäude selbst, das inmitten eines breiten Burggrabens - komplett mit 80 cm großen Koi-Karpfen - im Scheinwerferlicht wunderschön und gewaltig wirkte.
Ein weiteres Fundstück vor der Burganlage: für westliche Augen ungewohnt wirkende Toilettenschilder... wenn man da kein Englisch kann oder gut mit Kimono und Hakama vertraut ist, hat man ein Problem! =)

Auch japanische Toilettenschilder sind (manchmal) anders... ;-)

17. März 2009

Japan-Urlaub: Himeji

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Am nächsten Morgen machten einige von uns nochmals von den Onsen Gebrauch, dann brachte uns der Bus zum Shinkansen-Bahnhof in Shin-Fuji. Diesmal hatten wir einen neueren Shinkansen mit nur 2 Sitzen nebeneinander - da machte das Bahn-Fahren gleich deutlich mehr Spaß. Bemerkenswert, neben der Durchschnittsgeschwindigkeit von 280 km/h, dass sich sowohl der Schaffner als auch die Stewardess beim Betreten und Verlassen eines Waggons pauschal verbeugten. Normalerweise fiel mir das Verbeugen schon gar nicht mehr auf, man wippte automatisch sogar schon selbst mit, wenn man sich bedankte oder entschuldigte - aber das wirkte dann doch etwas extrem. ;-) Unser Ziel für diesen Tag: Himeji mit seiner wunderschönen "Burg des weißen Reihers". Am Bahnhof wurden wir stilecht von einem Glockenspiel der Bremer Stadtmusikanten (!) empfangen...

Die Bremer Stadtmusikanten am Bahnhof von Himeji, Japan
Nach einem kurzen Zwischenstopp, um uns Schirme zu kaufen - wir hatten zum ersten Mal schlechtes Wetter und Regen - ging es weiter zur Burg. Sie erhebt sich majestätisch auf einem kleinen Hügel inmitten der ebenen Stadt, so dass man vom fünfstöckigen Hauptturm aus einen tollen Rundumblick hat.

Blick von der Burg des weißen Reihers auf Himeji
Das Innere ist noch komplett erhalten - Himeji ist eine der wenigen Burgen, die nicht abgebrannt ist und danach wieder aufgebaut wurde. Zwar wurde auch hier renoviert, aber das dunkle Holz, aus dem die gesamte Burg gebaut ist, ist noch original und wirkt dementsprechend sehr edel. In einem Stockwerk befindet sich zusätzlich eine Ausstellung von Samurai-Rüstungen und -Waffen, Gemälden und Schriftstücken aus der Ursprungszeit der Burg. Die Treppen zwischen den Stockwerken sind ungewohnt steil - mit teilweise äußerst ungünstigen Querbalken, bei denen nicht nur große Gaijins, sondern auch normal gewachsene Menschen ;-) den Kopf einziehen müssen - der Balken verläuft bei mir ungefähr auf Schulterhöhe...

Der fünfstöckige Hauptturm der Burg von Himeji
Neben dem beeindruckenden Hauptturm der Burg gibt es noch eine kleine Gartenanlage und den Wohnbereich in einer Burgmauer zu besichtigen. Am Ende eines langen Ganges mit zahlreichen originalen Holz-Schiebefenstern und abzweigenden Zimmern war ein Raum nachgebaut, wie er vor 300 Jahren ausgesehen haben könnte: Tatami-Matten als Boden, einige wenige, einfach gehaltene Möbelstücke, bewohnt von der Prinzessin und einer Hofdame, die mit Muscheln ein Spiel auslegen (vielleicht eine Art Memory?). Schön gemacht, und auf jeden Fall auch einen Blick wert.

Restauriertes Zimmer der Burg von Himeji: ob es einmal wirklich so ausgesehen hat?
Nun ging es zurück zum Bahnhof und mit dem Shinkansen weiter nach Hiroshima zum Hotel Sunroute direkt neben dem Peace Memorial Park. Dazu und zu Miyajima folgt der nächste Post - nur noch kurz zu unserem Abendessen: wir fielen mit unserer gesamten Reisegruppe zu vierzehnt im Okonomimura ein und probierten Okonomiyaki - darauf hatte ich mich sehr gefreut, und ich wurde nicht enttäuscht! Allein schon die Menge an Zutaten, die alles in dieser Art Omelett verschwindet: ein dünner Teigboden, ein riesiger Berg Weißkohl, ein weiterer Berg gebratener Nudeln, Bacon, Shrimps, Frühlingszwiebeln, ein Spiegelei zum Zusammenhalten obenauf und darauf noch Sauce und Kräuter. Schmeckt irrsinnig lecker - nur das Ding mit Stäbchen halbwegs gesittet zum Mund zu bringen fand ich so gut wie unmöglich. Aber solange es schmeckt... =)

Leckere Okonomiyaki im Okonomimura in Hiroshima

5. März 2009

Japan-Urlaub: Kamakura, Fuji-san

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... und es geht weiter mit der Japan-Rundreise! =)

Der nächste Tag begann mit einer der, meiner Meinung nach, schönsten Sehenswürdigkeiten: dem Daibutsu in Kamakura, einer 13m hohen Bronzestatue eines meditierenden Buddha, die knapp 800 Jahre alt ist. Was die Statue in meinen Augen so besonders macht, ist die friedliche, in sich ruhende Ausstrahlung und die Weite der offenen Landschaft um sie herum.

Der Daibutsu in Kamakura
Ebenfalls in Kamakura besichtigten wir den Hase-Kannon-Tempel. Zunächst fiel uns auf, dass die Pflaumenbäume dort bereits ein bisschen blühten – im Januar, wohlgemerkt! Auch die Koi-Karpfen im Teich unter den Pflaumenbäumen hielten keinen Winterschlaf mehr (naja, halten Koi überhaupt Winterschlaf? Hmm... ^_^). Auf dem Gelände befanden sich viele kleine Tempel bzw. Gebetsstätten (eine sogar in einer Höhle), ein Bambuswäldchen (mit mehr als armdicken Stämmen, toll) und überall Statuen von Gottheiten. Alles in allem durch die Mischung sehr interessant.

Im Hase-Dera in Kamakura
Von Kamakura aus fuhren wir mit dem Bus weiter zum Ashi-See mit seinem atemberaubenden Ausblick in Richtung Fuji-san. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter – dank der klaren Sicht verstehe ich nun, warum die Japaner ihren Fuji-san so verehren. Selbst wenn ich normalerweise mit Bergen nicht viel anfangen kann, muss ich definitiv zugeben, dass der Fuji-san einfach wunderschön ist.

Blick über den Ashi-See zu einem Torii und dem Fuji-san
Der Fuji-san
Wir setzten mit einem nachgebauten Piratenschiff (!) über den See. Auf der anderen Seite angekommen brachte uns der Bus nach einem kurzen Zwischenstopp in dem vulkanisch aktiven "kochenden Tal", wo wir in Schwefelwasser gekochte Eier probierten (die Schale verfärbt sich dadurch schwarz, das Ei ist aber innen normal weiß und lecker ^_^), zu unserem zweiten Hotel, dem Jiragonno Fuji-no-Yakata. Dort ergriffen wir die Gelegenheit, in einem echten Onsen zu baden, natürlich inklusive einer original japanischen Sitzdusche vorher. ;-) Eine wirklich nette Sache, sehr entspannend nach einem langen Tag!

Schwarzes gekochtes Ei - bringt 7 Jahre Lebenserwartung! =)