16. September 2008

Wien-Wochenende, Teil 1: Freitag

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Ein Freund von uns studiert in Wien und hatte am vergangenen Wochenende Geburtstag, was wir ausnutzten, um bei ihm einzufallen und 3 Tage in Wien zu verbringen. "Uns" ist in diesem Fall übrigens kein Pluralis majestatis, sondern beinhaltet insgesamt drei Freunde und zwei Geschwister. =)


Pünktlich um dreiviertel Neun (= 8:45 Uhr) wurde ich am Freitag abgeholt, nachdem ich bereits mehrere Stunden mit Packen, Geld holen, Auto von den Anwohnerparkplätzen des nächsten Blocks entfernen usw. verbracht hatte. Dank zweier Navis (man kann nie vorbereitet genug sein... ^^) kamen wir 5 Stunden später ohne Umwege im 16. Bezirk Wiens an. Nachdem wir unsere Sachen ausgeladen, kurz die Wohnung besichtigt, die Mitbewohner begrüßt und mutigerweise den Stromstoß-Herd angefasst hatten, ging es auch schon wieder weiter, denn die Uni schloß bereits kurze Zeit später die Tore, und vorher wollten wir uns dort noch ein wenig umsehen.


Mit der Straßenbahn ging es also zum zentralen Gebäude der Uni. Worte, die mir angesichts der Empfangshalle durch den Kopf gingen: bombastisch, ehrfurchteinflössend, gänsehautverdächtig (gilt übrigens für fast alle Sehenswürdigkeiten in Wien). In den Säulengängen rund um den Garten im Innenhof bestaunten wir die vielen Büsten, Wandreliefs und Stuckdecken ebenso wie die Studenten, die mit ihren Laptops in Liegestühlen die Sonne genossen. Nach einem kurzen Abstecher in die Zentralbibliothek schossen wir ein erstes Gruppenfoto im beeindruckenden Treppenaufgang, warfen kurz einen Blick in einen Hörsaal, wo gerade ein Astronomie-Vortrag vorbereitet wurde (Präsentationstitel auf der Leinwand: "7 Themen der SF"), und in die zentrale Anmeldestelle, in der die hochmodernen Computerterminals einen krassen Gegensatz zu den historischen Säulengängen, die wir vorher gesehen hatten, bildeten.


Anschließend ging es mit einem kurzen Abstecher zum Wiener Rathaus weiter. Auf dem Rathausvorplatz waren eine riesige Kinoleinwand mit Bestuhlung und Tribünen für das Filmfestival aufgebaut, fast genauso beeindruckend wie die neugotische Fassade des Rathauses dahinter. Passend zum Filmfestival gab es ein reichhaltiges Essensangebot von Japanisch über Indisch bis zu Käsekrainer und Palatschinken. *mjam* Zwischen der Kulisse des Hofburgtheaters und des Rathauses Palatschinken essen und Waldbeerbowle trinken... hat was! =)


Nach einem kleinen Schwenk vorbei am Ronacher Theater (später mehr dazu) spazierten wir zum Stephansplatz, warfen einen kurzen Blick auf den Stephansdom, den "Nobel-H&M", die Peterskirche und einige Brunnen, bis wir schließlich bei "Julius Meinl" ankamen - dem größten Feinkostladen, den ich je gesehen habe. Das Angebot reichte von Schweizer, belgischer, österreicher, deutscher usw. Schokolade in allen Formen, Farben und Geschmäckern über ein ganzes Regal mit Olivenöl bis hin zu Weinen für über 1.000 €, wobei mich natürlich die Schokolade am meisten interessierte. ;-) Das Pizzaessen danach war ein ziemlicher Kontrast, aber selbstverständlich trotzdem lecker.


Als nächstes ging es weiter zum größten Programmpunkt des ersten Tages: zum Ronacher Theater, wo wir uns für 5 € Stehkarten für The Producers gekauft hatten. Für 5 € in ein Musical - daran könnten sich die deutschen Veranstalter ruhig mal ein Beispiel nehmen! The Producers... tja... dafür müsste ich wohl eigentlich einen eigenen Eintrag schreiben. Ich hatte es schonmal in London gesehen und damals vermutet, dass es aufgrund der Thematik nie in einem deutschsprachigen Land laufen würde. Ein ziemliches Wagnis ist es wohl allemal... aber interessanterweise lachte das Publikum in Wien genauso sehr wie das in London. =) Die Aufführung war super - absolut vergleichbar mit London, nur eben in deutscher Sprache. Die tanzenden Omas ("Fass-mich-Grabsch-mich"), Uuulla ("Um 11!!!"), das Schmusetuch ("Ich bin verletzt... ich bin nass! ... und ich bin immer noch hysterisch!!!"), der zeitlupenhafte Bühnenabgang des Regisseurassistenten, die Audition ("Pirouette, Pirouette, Stechschritt, Stechschritt!"), die göttliche Kurzzusammenfassung im 2. Akt ("Jetzt ist Pause.")... Einfach genial!!

Danach machten wir uns auf den Weg ins Alcazar (dessen Name "Burg" bedeutet und nicht etwa eine gewisse Gefängnisinsel, wie wir jetzt alle wissen ^^), wo wir nach einem ausführlichen Studium der schier endlosen Karte mit leckeren Cocktails (Strawberry Colada - mjam...) punkt Mitternacht auf unser Geburtstagskind anstoßen konnten und das erste Ständchen des Wochenendes sangen. Irgendwann zwischen 1 und 2 Uhr beschlossen wir, den Tag so langsam zu beenden, und es ging vorbei an der Votivkirche (ich glaube, ich mag neugotische Gebäude ^^) und einem Denkmal für die EU in Form einer Tafelrunde zur Haltestelle des Nachtbusses. Da es nachts inzwischen ganz schön kalt geworden war, vertrieben wir uns die Zeit mit Gruppenkuscheln und einem heißen Geburtstags-Dance (Schritt links - klatschen - Schritt rechts - klatschen - und wiederholen... ^^). Zurück in der Wohnung erwartete "uns" noch ein Geburtstagskuchen der netten Mitbewohner, wonach wir nur noch kurz die Sofas ausklappten und ins Bett fielen.

Fortsetzung folgt... =)

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