25. September 2008

Wien-Wochenende, Teil 2: Samstag / Sonntag

Bevor ich mich endgültig nicht mehr an die Details erinnere, hier noch der 2. Teil meines Wien-Reiseberichts.

Am Samstag standen wir pünktlich um 10 Uhr auf, denn wir hatten wieder ein volles Programm. Zunächst holten wir Brötchen für ein richtig leckeres Frühstück (wobei wir das 2. Mal Happy Birthday sangen), um dann gegen 12 Uhr aufzubrechen. Vorher gingen wir allerdings noch den armen Mitbewohnern auf die Nerven, indem einer von uns alle paar Minuten ein Erdmännchen-Stofftier mit Lederhosen und Tirolerhut losjodeln ließ - was so einen Ohrwurm verursachte, dass wir den ganzen Tag über die ersten Takte vor uns hinsangen ("Jodelodihü, jodelodihü, joddeljoddeljoddel jodelodihü...") und uns jedesmal schief lachten.


Wir starteten unsere Tagestour in der Mariahilfer Straße, die mich von ihrer Geschäftigkeit, den großen Läden und der vielbefahrenen Straße her sehr an New York erinnerte (nur dass es insgesamt heller war, weil es keine Wolkenkratzer gab, die das Licht wegnahmen). Nach einem kurzen Abstecher in einen abgefahrenen Laden namens Rattlesnake (in dem jeder Goth und "We will rock you"-Bohemian sehr glücklich werden würde) ging es vorbei an einer öffentlichen Modenschau mit Seil-Artist zur Dachterrasse eines großen Einkaufszentrums mit tollem Blick über Wien. Wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen konnten wir der Versuchung nicht widerstehen, uns bei einer Promotionaktion einige Heliumluftballons mitzunehmen und mit Quietschestimmen wieder einmal (auch sehr zur Belustigung der Passanten) Happy Birthday zu singen.


Im Museumsquartier besetzten wir schließlich eines der violetten Sitzmöbel zwischen den beiden Museen für moderne Kunst und ließen uns ein wenig die Sonne ins Gesicht scheinen. Nachdem wir uns überzeugt hatten, dass die Sitzkunst leicht genug war, um angehoben zu werden, ging es weiter, zwischen dem naturhistorischen und dem kunsthistorischen Museum hindurch an der Maria-Theresien-Statue vorbei zur Neuen Hofburg und Heldenplatz, beides sehr imposant und beeindruckend.


Anschließend fuhren wir mit der Straßenbahn zum Karlsplatz und der Karlskirche, die mich auf den ersten Blick dank der beiden Türme eher an eine Moschee denken ließ. Zu den Klängen eines Gitarrenspielers, der gerade "Imagine" spielte, setzen wir uns erst einmal an den Rand des Brunnens und genossen den Anblick. Kurze Zeit später wurde die Gitarrenmusik von einem Akkordeon-Spieler auf der anderen Seite des Platzes übertönt - da er Musik mit Walzertakt spielte, namen vier von uns die Gelegenheit wahr und tanzten mitten auf dem Karlsplatz ein wenig Wiener Walzer. Schön zu sehen, wie sich der alte Mann am Akkordeon darüber freute... =)


Nun schlenderten wir weiter zum Schwarzenbergplatz mit seinem "Hochstrahlbrunnen" und dem Denkmal für die Rote Armee und von dort zum Unteren Belvedere. Die Aussicht auf das Obere Belvedere, die sich auftat, als wir um eine Hecke in den Schloßgärten bogen, war wirklich atemberaubend. Wir bewunderten die kunstvoll angelegten Gärten mit ihren winzigen Pflanzen und roten Glitzersteinchen zwischendrin und verließen die Schloßanlage dann wieder in Richtung Botanischer Garten.


Falls es der eine oder andere vielleicht noch nicht mitbekommen hat, ich bin ja ein absoluter Japan-Fan und hatte mir schon oft gewünscht, einmal einen Bambuswald zu sehen. Und meine supertollen besten Freunde überhaupt ;) hatten sich daran erinnert und führten mich nun mit verbundenen Augen mitten in das Bambuswäldchen des Wiener Botanischen Gartens... Ich war vollkommen hin und weg. =)


In einem nahegelegenen Einkaufszentrum, dessen Name mir leider entfallen ist, aßen wir Burritos und Quesadillas und machten uns dann auf den Weg zu einer Impro-Theater-Veranstaltung des "Theater im Werkraum". Obwohl die Temperatur im Laufe des Abends auf geschätzte 40° C anstieg und die Luft am Ende zu dick schien, als dass man sie atmen konnte, gefiel es mir unerwarteterweise sehr gut. "Unerwarteterweise" deshalb, weil ich noch nie ein Improvisationstheater erlebt hatte und mir nicht sicher war, ob es mir gefallen würde. Nach der Veranstaltung zogen wir schon ziemlich geschafft weiter zum Welt-Café, wo ich einen leckeren Mango-Daiquiri und sogar ein kleines Bier trank (wer mich kennt, weiß, wie ungewöhnlich das ist ^^) und mich aufklären ließ, dass es hier kein Cola gebe, sondern stattdessen Guaranito. Aha... ;-)

Schon im Halbschlaf fuhren wir zurück zur Wohnung und fielen irgendwann zwischen 1 und 2 Uhr ins Bett beziehungsweise aufs Schlafsofa.

Auch am Sonntag sprangen wir Punkt 10 Uhr (na gut, vielleicht auch 10:20 Uhr ^^) ausgeschlafen (haha) aus den Federn. Noch einmal gab es ein leckeres Frühstück samt Sonntagseiern und Geburtstagskuchen-Resten, wonach wir unsere Sachen zusammensuchten und schon einmal ins Auto luden. Vollgepackt fuhren wir zum Schloss Schönbrunn, unserem letzten Programmpunkt vor der Rückfahrt.

Die Vorderansicht von der Straße aus fand ich hier bei weitem nicht so überwältigend wie die Rückseite und die Parkanlagen hinter dem Schloss. Wir hatten leider wenig Zeit zur Verfügung, weswegen wir nach einem kurzen Rundgang vorbei am Neptunbrunnen und Taubenhaus bereits wieder Richtung Ausgang zogen. Als letztes Highlight begegneten wir in einer Seiten-Allee noch einem halb-zahmen Eichhörnchen, das sich drei Mal heranlocken ließ und neugierig unsere Hände nach Futter absuchte.

Nach einigen herzzereißenden Verabschiedungsszenen auf dem Parkplatz vor dem Schloss machten wir uns letztendlich auf die Heimreise, in meinem Fall sehr kaputt und erschöpft, aber auch vollgepackt bis oben hin mit überwältigenden Eindrücken aus Wien.

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