28. August 2008

Vorbereitung für die erste Prüfung

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Stretchen begann ziemlich heftig heute, wieder viel aus der Grätsche heraus, sehr anstrengend und ziemlich schmerzhaft, grr. Aber auf der positiven Seite glaube ich, dass meine Grätsch-Dehnung ein winziges kleines Bisschen besser geworden ist. Ich bilde mir ein, ich komme mit dem Oberkörper einen Tick weiter nach unten. Irgendwas muss es ja bringen. =)

Anschließend Ki-Atmung, Ki-Gymnastik, Rollen. Wir haben eine neue Übung für die Vorwärtsfallschule, bei der man deutlich merkt, wie weit der Unbeugsame Arm ist – anhand der schmerzenden Schultern... Merke: ich muss noch viel an meinen Armen arbeiten. ;-)

Dann gingen wir die Ki-Tests für die Prüfung im September durch. Ich bemerke tatsächlich eine Verbesserung, ganz langsam, aber immerhin. Mit den Armen nach oben klappt schon ziemlich gut, ich kann mich natürlich nur noch mehr entspannen. Beim Ablegen der Hände auf den Oberschenkeln später ist der Winkel der Hand äußerst wichtig, habe ich heute feststellen dürfen. Allgemein, und das habe ich bisher vernachlässigt, will ich ab jetzt mehr an die Körperlinien (gibt's dafür eigentlich eine offizielle Bezeichnung?) denken, egal in welcher Haltung.

Zum Abschluss gingen wir wieder die Irimi Ikkyo-Technik durch, zum ersten Mal komplett mit Schlusshebel. Aua, ist der böse, wenn man ihn richtig ansetzt. *fg*
Ich glaube, bei mir sitzen die einzelnen Grundbewegungen einer Technik relativ schnell (also welches Bein geht wohin, was macht die Hand an der Stelle, was die Hüfte, etc.). Die große Schwierigkeit für mich ist, diese dann zu einer fließenden Bewegung zusammenzubringen und nicht über jede einzelne erst nachdenken zu müssen.
An dem Punkt bin ich nun gerade für die Ikkyo-Technik, d.h. ich kann jetzt für mich durch immer wieder üben und bewusst nicht zu viel nachdenken den Ablauf automatisieren.

25. August 2008

Lichtblicke im Alltag

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Heute morgen auf dem Weg zur Arbeit bin ich wieder einmal einem älteren Herrn mit seinem Golden Retriever begegnet (bzw. an ihnen vorbeigefahren), die gerade die Zeitung geholt hatten - der Retriever trug sie wie üblich ganz stolz im Maul... =)
Oder gestern: als ich auf dem Weg zu meiner Wohnung war, sah ich zufällig, wie ein Kind dem Lokführer eines vorbeifahrenden Zuges zuwinkte und der grinsend zurückwinkte.
Auch wenn sie noch so klein und eigentlich unscheinbar sind - das sind so Momente, die den Alltag erträglich machen... ;-)

Ansonsten habe ich diese Woche leider nur sehr wenig Aikido trainiert - alle Lehrer waren auf Lehrgang am Herzogenhorn -, und habe mich dafür mal wieder mit vielen Freunden getroffen. Ab morgen, Dienstag, ist dann endlich ^^ wieder 3 mal pro Woche normales Aikido-Training, ich freu mich schon! Und Mitte / Ende September kommt tatsächlich die erste Ki-Prüfung auf uns zu...

15. August 2008

Viel gelacht im Training

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Beim Stretchen dehnten wir viel aus der Grätsche heraus, d.h. es war für mich relativ unangenehm (weil meine Knie sich immer sofort beschweren - bei mir dehnt das nicht die Leiste, sondern die Knie, scheinbar). Außerdem die Übung zum "Hüfte öffnen - Hüfte schliessen", diesmal mit den Händen dazu, erst gleichgeschaltet und dann gegengleich - woraufhin wir erstmal vor Lachen unterbrechen mussten, weil das partout nicht klappen wollte und einfach göttlich aussah.

Im Aikidotraining zunächst Ki-Atmung, Ki-Gymnastik (das Stück auf dem Boden haben wir auf Japanisch gezählt, yay! ^^) und Rollübungen. Meine These hat sich bestätigt: Rollen aus dem Stand sind definitiv leichter, je höher ich anfange. Cool! Jetzt werde ich mich also von oben nach unten vorarbeiten und nicht mehr umgekehrt. ;-) Wobei - ich glaube den stützenden Arm sollte ich vorher auch mit links vorne bewusst einsetzen - sonst könnte das wehtun. =)
Interessanterweise haben wir die Katatedori Tenkan-Technik (die einige von uns noch nicht kannten) als Übung zum Fallen benutzt. Also ohne Erklärung für Nage (die Ausführende der Technik), wer es noch nicht kannte machte einfach nach, was sie sah; und das funktionierte sogar ziemlich gut. Übertragen auf die Probleme, die ich wenig später mit der Irimi Ikkyo-Technik hatte, ist es schon interessant, wieviel man automatisch richtig macht bzw. durch Denken verkompliziert. Sollte ich mir merken, wenn ich mal wieder zu viel denke.

Im Anschluss dann eben die Irimi Ikkyo-Technik. Als wir die vor zwei Wochen das erste Mal ausprobiert haben, sollten wir erstmal nicht nachdenken sondern ebenfalls einfach nachmachen, was wir sahen. Für mich wirkte es, als "pflücke" man die festhaltende Hand vom Arm weg, drehe dann einfach den Arm und laufe dabei vorwärts. Das funktionierte auch.

Nun gingen wir die Technik Schritt für Schritt in allen Einzelheiten durch, und bei mir klappte gar nichts mehr. Ja, ich weiß schon, üben üben üben, aber trotzdem. *grummel*

Sehr peinlich war noch, als ich für eine Demonstration Uke sein durfte und unsere Lehrerin zeigen wollte, dass wir nicht zaghaft sein sollen, weil wir sonst Ukes Harmonie stören. Sie führte erst aus, wie man es NICHT machen sollte, und zupfte zaghaft an meinem Arm und ging mit Trippelschritten vorwärts. Dann ließ sie mich los und meinte zu den anderen: "Also, so soll es nicht aussehen." Dann zu mir gewandt: "Wenn ich zu dir sage, leg dich auf den Boden..." - ich stand da und wartete auf das Ende des Satzes - "Naja, also wenn ich zu dir sage, leg dich auf den Boden..." - ich stand da und war etwas verwirrt - "Nein, das mein ich jetzt ernst, leg dich bitte auf den Boden!" - und ich, "Oh! Oh ... entschuldige..." und bekam einen Lachanfall, als ich mich auf den Boden legte.
Jedesmal, wenn ich die verbleibenden 10 Min. des Trainings daran dachte, musste ich wieder lachen. Der Rest (inkl. unserer Lehrerin) fand es zwar ebenfalls sehr lustig, aber mir war es schon irgendwie extrem peinlich. Es muss am Tonfall gelegen haben, es klang irgendwie nicht wie eine Anweisung... Ich muss besser aufpassen und aufmerksamer sein. Definitiv. *rotwerd*

14. August 2008

Fotos aus Mythodea

Das gegenüberliegende Wasserlager und eine kleine Ecke unserer Wiese
Beobachter einer Schlacht

Schlachtformation der Nordmänner

Mein Wichtelneffe

Conquest of Mythodea oder Extrem-Babysitting

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Aufregend, anders, anstrengend... so könnte man die vergangene Woche zusammenfassen.

Am Samstag früh (02. August) brach ich mit vollgepacktem Auto auf in Richtung Kaiserslautern zu meiner Schwester. Wir trafen uns vor der bekannten Basis dort in der Gegend und versuchten zunächst vergeblich, zwei gigantische Pizzas American Style zu vernichten - lecker aber tödlich scharf - und gaben nach gerade mal der Hälfte entmutigt auf. Die Reste sollten uns das weitere Wochenende verpflegen.

Anschließend ging es "nach Hause", wir packten, räumten, suchten, nähten und sangen. Zwischendurch wurde der benötigte Anhänger abgeholt, wir kauften eine Wii für meine klitzekleine Wenigkeit (dazu demnächst mehr) und hatten unseren Spaß beim Ausprobieren, wir fuhren nach Koblenz zum Fundus-Lager und kauften die letzten Zutaten für das Con (von "Convention", Zusammenkunft, sprich die Veranstaltung "Conquest of Mythodea") ein.

Am Dienstag schließlich war es soweit: früh um 7 ging es los, zunächst wieder zum Zwischenstopp Fundus-Lager. Dort wurden die letzten Taschen umgeräumt, die Grillkohle noch in den Anhänger verladen und planmäßig um 9 nahmen wir Kurs auf unser eigentliches Ziel: das Rittergut Brokeloh bei Hannover. Die kommenden 7 Stunden bestanden aus Baby bespaßen, Baby füttern, neue Spielsachen fürs Baby suchen, Baby wickeln, versuchen das Baby durch Singen dazu zu bringen, dass er endlich aufhört zu schreien (klar, auf 7 Stunden Fahrt wird einem garantiert irgendwann langweilig, wenn ich nicht ach so gut erzogen wäre würde ich da vermutlich auch schreien) und gefühlten 10 Pausen, um uns um das Baby zu kümmern. (Das "Baby" ist übrigens mein süüüüßer kleiner Schreihals von Neffe, gerade 16 Monate alt geworden.) Gegen 16:30 Uhr waren wir dann endlich da, konnten reibungslos und völlig ohne Wartezeiten (man hört da ja z.T. Horrorgeschichten von anderen Groß-Cons) einchecken, ausladen und aufbauen. War zwar eine gewaltige Schlepperei, aber eigentlich auch ganz angenehm sich nach so langer Zeit im Auto gleich ein wenig bewegen zu können. Gegen 22 Uhr stand dann alles halbwegs, inkl. des 8-Meter-Zeltes.

Von der eigentlichen Veranstaltung - eine von drei großen LARP-Veranstaltungen in Deutschland und nach eigenen Aussagen die größte Europas - bekam ich relativ wenig mit. Ich selbst bin kein LARPer, sondern war eigentlich tatsächlich nur zum Babysitten dabei, deshalb störte mich das im Grunde nicht; nur für meine Schwester tut es mir leid, der ihr Sohn keine Gelegenheit gab, aktiv ins Geschehen einzugreifen oder überhaupt einmal mehr als 5 Minuten am Stück zu spielen. Immerhin hatten wir einen Zeltplatz am Rand unseres Lagers und konnten die Schlachten auf dem Feld direkt vor uns gut verfolgen - fast wie fernsehen. ;-)

Es folgen einige Momentaufnahmen, die mir im Gedächtnis geblieben sind...

Eine Gruppe Krieger, die einer belagerten Festung zu Hilfe kommen wollten, stürmten auf die (haushoch überlegenen) Belagerer zu, nur um kurz vor den feindlichen Reihen auf dem Absatz kehrt zu machen und wieder davonzurennen. Anschließend brüllte der Anführer in Richtung der Festungsmauer: "Das war die Ablenkung - jetzt seid ihr dran!"

Während einer der nächtlichen großen Schlachten, von der unser Kleiner gottseidank nicht geweckt wurde, wegen der ich aber schlaflos im Bett lag, konnte man mitverfolgen, wie ein Anführer der feindlichen Heerscharen in ein benachbartes Lager eindrang. Nun folgten mehrere Minuten lang Schreie der Verteidiger, "Alaaarm! Eindringling! Zu den Waffen!" usw., während der Heerführer (der eine wirklich passende Stimme für die Rolle hatte und noch dazu gut verständlich war, Respekt) scheinbar im Vorfeld des Lagers seinen Unmut auslebte und verlangte, sein Banner zurückzuerhalten, das offenbar erobert worden war. Mit weit tragender Stimme brüllte er immer wieder, "Wo ist mein Banner? Wenn euch euer Leben lieb ist, gebt mir mein Banner! Sagt eurem jämmerlichen Anführer, ich will mein Banner!" Irgendwann riß ihm der Geduldsfaden und nach erneuten ergebnislosen "Alaaaarm"-Rufen schrie er zurück "Alarm, Alarm - ich will jetzt mein Banner!" - Ich hätte mich kugeln können vor Lachen.

Eines der schönsten Erlebnisse hatte ich, ironischerweise, als ich nachts einmal die Dixies besuchte. Dazu mussten wir das komplette Feld überqueren, was ca. 5 Min. Fußmarsch bedeutete (die Lager waren in den Ecken des riesigen Feldes verteilt, die Mitte war frei.) Es muss 3 oder 4 Uhr nachts gewesen sein. Vereinzelt brannten noch Feuer in den Lagern, vom etwas weiter entfernten Lager der "Stadt" hörte man noch ein wenig Singen und Lachen, und allgemein war es menschenleer, sehr dunkel und kalt. Ich hatte zwar meine Taschenlampe dabei, aber nicht eingeschaltet, weil ich die Spieler nicht durch einen solchen Outtime-Gegenstand (also etwas, was nicht in die Fantasy-Welt passt) stören wollte. Und dann sah ich zum Himmel hoch - und hätte mich am liebsten auf der Stelle ins kalte, nasse Gras gelegt und nie mehr weggeschaut. Der Himmel war vollkommen wolkenlos, und ich habe noch nie in meinem Leben einen schöneren Nachthimmel gesehen. Zum ersten Mal SAH ich die Milchstraße wirklich - normalerweise, selbst auf einem Dorf in der Gegend von Nürnberg, war es eher ein "Naja, dort ist es ein klein wenig heller am Himmel, das könnte sie vielleicht sein" - hier konnte man sie gar nicht übersehen, es war so deutlich. Dazu noch Tausende anderer Sterne, so viele dass man kaum die bekannten Sternbilder dazwischen sah, viel mehr als ich sonst je gesehen habe. Einfach wunder-wunderschön.

Und dann war da natürlich noch unser kleiner Matz (der ja eigentlich gar nicht mein Matz ist, sondern von meiner Schwester, aber ich will nicht immer "Mein Neffe" schreiben, das klingt auf Dauer doch irgendwie steif ^^), der in dieser Woche so viel erlebt hat... Mittagsschlaf, warm eingepackt in Decken und auf Fellen... viele Menschen, die sich mit ihm beschäftigen, und auch ganz oft Fremde, die einfach mal stehenblieben, um mit dem Kleinen zu sprechen oder ihm zuzuwinken... das "Aru" (was auch immer das war *g*), das mit ihm schmuste und ihn vermutlich noch mehr verwirrt hat als uns... seine Tante (also ich *g*), die ihn ab und zu mit Aikido-Rollen zum Lachen brachte - irgend etwas daran muss also noch sehr lustig aussehen! =)

Am Sonntag dann schließlich wurden wir um 4 Uhr zum ersten Mal von meinem Neffen geweckt, der im Bett stand und meinte, es sei jetzt Zeit aufzustehen. Wir schliefen aber trotzdem noch ein, zwei Stunden länger. Dann wurde alles wieder abgebaut, zusammengepackt und wieder in den Anhänger verladen, gegen 18 Uhr waren wir beim Lager in Koblenz, luden die Fracht wieder aus und räumten sie auf, und dann fuhr ich direkt von dort weiter nach Fürth, wo ich gegen 23 Uhr ankam und gegen 1 Uhr schließlich eeendlich im Bett lag, um dann um 6 Uhr wieder aufzustehen und in die Arbeit zu gehen. Uffz.

Auch wenn wir nicht oft unseren Zeltplatz verließen und nicht am Spiel teilnahmen, war es für mich Nicht-LARPer auf jeden Fall eine tolle Erfahrung, und trotz der anstrengenden Umstände war es sehr schön, eine ganze Woche zusammen mit meiner Schwester und ihrer Familie zu verbringen.

2. August 2008

Mal wieder ein "Aha" beim Rollen

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Gestern im freien Training hatte ich mal wieder ein Aha-Erlebnis. Beim Rollen aus dem Stand hatte ich bisher immer ein wenig Angst oder zumindest Zurückhaltung und versuchte, so tief wie möglich anzufangen, um meinem Körper diese Angst zu nehmen.
Nun verglich ich in Gedanken diese tiefe Startposition mit der Art, wie ich bei dem Lehrgang am vergangenen Wochenende die Vorwärtsrollen aus einer Technik heraus anfing - die gingen nämlich z.T. schon richtig schön, viel besser als wenn ich sie selbst übe. =)
Und dabei merkte ich, dass diese aus einer höheren Position aus anfingen und mit mehr Vorwärtsbewegung. Also, gestern ausprobiert, und tatsächlich, wenn ich nicht so viel über meine Starthaltung nachdenke und aus einer ganz normalen stehenden Haltung ohne Zögern in die Rolle gehe, funktioniert es... Juhu!

Noch ein Grund, warum ich dankbar bin, auf dem Lehrgang gewesen zu sein - ansonsten wäre ich da vermutlich noch eine ganze Weile nicht draufgekommen. ;-)

In der kommenden Woche bin ich leider leider *g* im Urlaub, oder genauer gesagt, in Mythodea. Danach kann ich hoffentlich viel erzählen und einige schöne Fotos zeigen...