26. Juli 2008

Ki-Aikido-Lehrgang 1. Tag

Read this post in English

Uff. Erstmal Gedanken ordnen und meine Finger dazu bringen, dass sie aufhören zu zittern und mich tippen lassen. ;-) Zwei weitere Schülerinnen unseres Dojos und ich hatten uns tatsächlich dazu entschieden, auf den Lehrgang des Erlanger Ki-Aikido-Dojos mit Helmut Schweinzer zu gehen. Obwohl wir wussten, dass wir 4 Stunden Training vor uns hatten, hatte mich ein Kommentar am Dienstag, dass der Lehrgang auch für, Zitat, "blutige Anfänger" geeignet sei, etwas anderes erwarten lassen... ^^

Im Endeffekt war es superschön, wenn auch irrsinnig anstrengend, alle Leute total nett, und ich habe 10 (!) neue Techniken gelernt - oder wohl eher, üben dürfen. Sechs verschiedene Techniken zu Ryote mochi und dann noch je drei zu Kosa tori und Katate kosa tori, inklusive zwei Techniken mit Vorwärtsrollen. Ich lebe tatsächlich noch, yay! =)

Vielleicht mal... der Reihe nach? =) Soweit ich mitbekommen habe, waren wir drei Frauen die einzigen "Gäste", alle anderen kamen aus Erlangen; insgesamt waren es ca. 20 oder 25 Teilnehmer.

Wir begannen mit einer langen Ki-Atmung, ein wenig anders in der Aufteilung der langen ruhigen und kurzen schnellen Atemzüge als 'unsere'. (Ach so – bitte diese Vergleiche nicht so ernst nehmen, ich kenne ja bisher nur die Version unseres Dojos... wahrscheinlich gibt sich das, wenn man auf einigen Lehrgängen war, vermute ich. ^^)
Anschließend die Ki-Gymnastik, fast wie unsere, außer dass hier auf Japanisch gezählt wurde. Dann kamen die Hitoriwazas. *schluck* Was bin ich dankbar, dass wir die in den letzten beiden Trainings einfach mal kurz durchlaufen haben. Sonst wäre ich hoffnungslos verloren gewesen. Aber so kam ich wenigstens einigermaßen mit.

Dann Fallschule... uffz. Hier kam mir das erste Mal der Verdacht (na gut, vielleicht auch schon als ich die 4 Dan-Träger unter den Teilnehmern sah ^^), dass das Training nicht auf Anfänger ausgerichtet war: wir begannen gleich mal mit 3 Rollen hintereinander, die erste aus dem Stand, die folgenden zwei aus dem Schwung der ersten Rolle heraus. Anschließend durften wir dann über "Böcke" springen, mit 1, 2 und 3 Leuten. Ich hab mich ein ganz klein wenig zurückgehalten und bin jeweils seitlich vorbei. So sehr traue ich meinen Vorwärtsrollen leider noch nicht.

Darauf folgte der erste Technikmarathon. Wir betrachteten sechs verschiedene Techniken auf den Ryote mochi-Angriff (der Angreifer hält mit beiden Händen einen Arm), jeweils erst langsam, dann aus der Bewegung heraus. Die allererste war netterweise die, die wir in den letzten Wochen im Training gemacht hatten. Dann dieselbe nochmal mit Tenkan, dann glaube ich noch eine andere mit Tenkan, dann Koteoroshi- und Nikkyo-Hebel und dann mit Vorwärts-Wurf. Ich erinnere mich nicht mehr an allzu viele Details, aber mir ist deutlich im Gedächtnis geblieben, wie geduldig und nett wirklich jeder einzelne meiner Partner war, und wieviel Zeit sie sich nahmen, um mir Tipps zu geben. In dem Ausmaß hätte ich das nicht erwartet. Einfach schön... =)

Diese erste Reihe Techniken klappte halbwegs, und sogar beim Durchgehen der Suzukiwaza am Schluss dieser Einheit kriegte ich ganz alleine die Reihenfolge hin, und auch halbwegs die vielen neuen Techniken! *freu* Das war echt ein tolles Gefühl.

Nach einer dringend benötigten Pause ging es weiter, wieder mit sechs Techniken. Scheinbar war ich hier nicht mehr aufnahmefähig – erstens klappten die Übungen bei mir weniger gut, und zweitens konnte ich mich schon bei den Suzukiwazas nicht mehr an Reihenfolge geschweige denn die eigentlichen Techniken erinnern. Aber trotzdem schön, so viel Neues zu sehen und auszuprobieren.

Das ist überhaupt das Gefühl, das mich gerade am meisten beschäftigt – die Freude darüber, so viel Neues gelernt zu haben. Vermutlich werde ich nicht viel davon behalten, aber allein es schon mal ausprobieren zu dürfen war einfach super. Ich freu mich schon darauf, wenn wir diese Techniken mal in der Anfängergeschwindigkeit "Step by Step" durchgehen. =)

Ebenfalls schön zu sehen war, dass ein Aikido-Training im fortgeschrittenen Zustand ^^ deutlich schneller und schweißtreibender wird als bei uns Anfängern. =) Normalerweise fallen mir wegen eines leichten Bewegungsasthmas mehrere schnelle Rollen hintereinander ein wenig schwer, ich kriege irgendwann keine Luft mehr. Bei uns im Training kommt das bisher kaum vor. Das gerade eben waren dreieinhalb Stunden Techniken mit schnellen Rollen!! Naja, ich hoffe, dass meine Ausdauer im Laufe der Zeit "mitwächst" und ich keine Probleme mehr mit dem Atmen habe, wenn wir in einigen Jahren eine solche Art von Training regelmäßig halten können.

Eine kurze Zusammenfassung noch: wahnsinnig kaputt, glücklich, ungläubig, stolz. Ich hoffe, dass mein Knie mitspielt und ich morgen auch noch hingehen kann. Gebracht hat es mir heute schon unglaublich viel.

Keine Kommentare: