30. Juli 2008

Spaß am Training

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Nachdem wir in den letzten vier Trainingseinheiten an Yokomenuchi Shihonage Irimi gearbeitet hatten (unser Anfängertempo ist wirklich angenehm ^^), meinte unsere Lehrerin zum Abschluss des gestrigen Trainings, wir sollten jetzt alles wieder vergessen was wir an Details und "Technik" gelernt haben, unseren Körper einfach machen lassen, was er für richtig hält, und dabei Spaß haben. Auch wenn mir das ganze Training normalerweise schon Spaß macht (bis auf einige wenige Übungen und Ki-Tests *g*), ist es nochmal etwas ganz anderes, so bewusst nicht auf die Technik zu achten sondern auf den Fluss der Bewegung. Das fühlte sich richtig gut an, funktionierte trotzdem (oder gerade deswegen?) und machte auch noch richtig viel Spaß. =)

Ich würde gern mal im freien Training ausprobieren, was mein Körper macht, wenn die Angriffstechnik nicht festgelegt ist, also Uke z.B. wählen kann zwischen Faustschlag zum Bauch, Shomenuchi und Yokomenuchi. Wäre interessant zu sehen, was passiert... =)

26. Juli 2008

Ki-Aikido-Lehrgang 1. Tag

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Uff. Erstmal Gedanken ordnen und meine Finger dazu bringen, dass sie aufhören zu zittern und mich tippen lassen. ;-) Zwei weitere Schülerinnen unseres Dojos und ich hatten uns tatsächlich dazu entschieden, auf den Lehrgang des Erlanger Ki-Aikido-Dojos mit Helmut Schweinzer zu gehen. Obwohl wir wussten, dass wir 4 Stunden Training vor uns hatten, hatte mich ein Kommentar am Dienstag, dass der Lehrgang auch für, Zitat, "blutige Anfänger" geeignet sei, etwas anderes erwarten lassen... ^^

Im Endeffekt war es superschön, wenn auch irrsinnig anstrengend, alle Leute total nett, und ich habe 10 (!) neue Techniken gelernt - oder wohl eher, üben dürfen. Sechs verschiedene Techniken zu Ryote mochi und dann noch je drei zu Kosa tori und Katate kosa tori, inklusive zwei Techniken mit Vorwärtsrollen. Ich lebe tatsächlich noch, yay! =)

Vielleicht mal... der Reihe nach? =) Soweit ich mitbekommen habe, waren wir drei Frauen die einzigen "Gäste", alle anderen kamen aus Erlangen; insgesamt waren es ca. 20 oder 25 Teilnehmer.

Wir begannen mit einer langen Ki-Atmung, ein wenig anders in der Aufteilung der langen ruhigen und kurzen schnellen Atemzüge als 'unsere'. (Ach so – bitte diese Vergleiche nicht so ernst nehmen, ich kenne ja bisher nur die Version unseres Dojos... wahrscheinlich gibt sich das, wenn man auf einigen Lehrgängen war, vermute ich. ^^)
Anschließend die Ki-Gymnastik, fast wie unsere, außer dass hier auf Japanisch gezählt wurde. Dann kamen die Hitoriwazas. *schluck* Was bin ich dankbar, dass wir die in den letzten beiden Trainings einfach mal kurz durchlaufen haben. Sonst wäre ich hoffnungslos verloren gewesen. Aber so kam ich wenigstens einigermaßen mit.

Dann Fallschule... uffz. Hier kam mir das erste Mal der Verdacht (na gut, vielleicht auch schon als ich die 4 Dan-Träger unter den Teilnehmern sah ^^), dass das Training nicht auf Anfänger ausgerichtet war: wir begannen gleich mal mit 3 Rollen hintereinander, die erste aus dem Stand, die folgenden zwei aus dem Schwung der ersten Rolle heraus. Anschließend durften wir dann über "Böcke" springen, mit 1, 2 und 3 Leuten. Ich hab mich ein ganz klein wenig zurückgehalten und bin jeweils seitlich vorbei. So sehr traue ich meinen Vorwärtsrollen leider noch nicht.

Darauf folgte der erste Technikmarathon. Wir betrachteten sechs verschiedene Techniken auf den Ryote mochi-Angriff (der Angreifer hält mit beiden Händen einen Arm), jeweils erst langsam, dann aus der Bewegung heraus. Die allererste war netterweise die, die wir in den letzten Wochen im Training gemacht hatten. Dann dieselbe nochmal mit Tenkan, dann glaube ich noch eine andere mit Tenkan, dann Koteoroshi- und Nikkyo-Hebel und dann mit Vorwärts-Wurf. Ich erinnere mich nicht mehr an allzu viele Details, aber mir ist deutlich im Gedächtnis geblieben, wie geduldig und nett wirklich jeder einzelne meiner Partner war, und wieviel Zeit sie sich nahmen, um mir Tipps zu geben. In dem Ausmaß hätte ich das nicht erwartet. Einfach schön... =)

Diese erste Reihe Techniken klappte halbwegs, und sogar beim Durchgehen der Suzukiwaza am Schluss dieser Einheit kriegte ich ganz alleine die Reihenfolge hin, und auch halbwegs die vielen neuen Techniken! *freu* Das war echt ein tolles Gefühl.

Nach einer dringend benötigten Pause ging es weiter, wieder mit sechs Techniken. Scheinbar war ich hier nicht mehr aufnahmefähig – erstens klappten die Übungen bei mir weniger gut, und zweitens konnte ich mich schon bei den Suzukiwazas nicht mehr an Reihenfolge geschweige denn die eigentlichen Techniken erinnern. Aber trotzdem schön, so viel Neues zu sehen und auszuprobieren.

Das ist überhaupt das Gefühl, das mich gerade am meisten beschäftigt – die Freude darüber, so viel Neues gelernt zu haben. Vermutlich werde ich nicht viel davon behalten, aber allein es schon mal ausprobieren zu dürfen war einfach super. Ich freu mich schon darauf, wenn wir diese Techniken mal in der Anfängergeschwindigkeit "Step by Step" durchgehen. =)

Ebenfalls schön zu sehen war, dass ein Aikido-Training im fortgeschrittenen Zustand ^^ deutlich schneller und schweißtreibender wird als bei uns Anfängern. =) Normalerweise fallen mir wegen eines leichten Bewegungsasthmas mehrere schnelle Rollen hintereinander ein wenig schwer, ich kriege irgendwann keine Luft mehr. Bei uns im Training kommt das bisher kaum vor. Das gerade eben waren dreieinhalb Stunden Techniken mit schnellen Rollen!! Naja, ich hoffe, dass meine Ausdauer im Laufe der Zeit "mitwächst" und ich keine Probleme mehr mit dem Atmen habe, wenn wir in einigen Jahren eine solche Art von Training regelmäßig halten können.

Eine kurze Zusammenfassung noch: wahnsinnig kaputt, glücklich, ungläubig, stolz. Ich hoffe, dass mein Knie mitspielt und ich morgen auch noch hingehen kann. Gebracht hat es mir heute schon unglaublich viel.

24. Juli 2008

Stimmungshoch

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Die letzten Wochen war meine Stimmung schlecht bis depressiv. Die Arbeit macht z.Z. keinen Spaß, ich versuche seit Monaten mal wieder vergeblich abzunehmen, ich hatte mir an den Wochenenden vieles vorgenommen und saß im Endeffekt doch wieder vor einem Computerspiel. Solche Phasen habe ich immer wieder mal, sie sind selbstverständlich nicht wirklich schlimm, aber ich freue mich immer, wenn ich sie hinter mir lasse.

Scheinbar ist es heute soweit... Gestern suchte ich nach einem gesunden Diät-Rezept, das ich abends kochen wollte. Dabei stieß ich auf eine Seite mit der Beschreibung einer Kohlsuppendiät und beschloß spontan, das mal auszuprobieren. Erster Schritt gestern nach der Arbeit: Einkaufen, jede Menge Gemüse und Obst. Zweiter Schritt: Schnippeln. Eine Stunde später hatte ich einen riesigen Topf voll mit Gemüsewürfeln, darauf noch Wasser und Gewürze, ab auf den Herd und eine weitere Stunde später war die Suppe (eigentlich fast schon eher ein Gemüseauflauf!) fertig. Und tatsächlich, sie schmeckt sogar.

Offenbar war das schonmal ein Schritt in die richtige Richtung, denn meine Stimmung ist heute definitiv viel besser als gestern. Jetzt bin ich nur mal gespannt, was diese Woche Kohlsuppe für Ergebnisse liefert...

Außerdem trägt auch die Vorfreude auf heute Abend und auf das Wochenende zu meiner besseren Stimmung bei: heute Abend besuche ich eine Musical-Vorstellung, bei der viele Freunde und Bekannte von mir mitmachen, und bin schon total gespannt. Und am Wochenende gehen wir nun tatsächlich auf den Aikido-Lehrgang. ;-) Einige andere aus unserem Dojo wollen nun glücklicherweise evtl. auch dorthin, und in der Gruppe ist die Hemmschwelle schon niedriger... =)

15. Juli 2008

Lehrgang oder nicht?

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In zwei Wochen findet in Erlangen ein Ki-Aikido-Lehrgang statt. Seit ich das gehört habe, überlege ich hin und her, ob ich dort teilnehmen möchte oder nicht.

Dafür spricht, dass ich dort mehr und Neues lernen würde (ach nee), mit anderen Menschen trainieren und andere Aikidoka kennenlernen würde. Ich bin neugierig, wie so ein Lehrgang abläuft. Und ganz grundlegend wäre es eine weitere Möglichkeit, Aikido zu lernen (manchmal würde ich gerne öfter als 3x pro Woche trainieren).

Aber. ;-) Abgesehen davon, dass es mich sowieso große Überwindung kostet, etwas Neues auszuprobieren und ins kalte Wasser zu springen, gibt es noch etwas ganz greifbares, was mir Sorgen macht. Ich lerne Aikido erst seit sieben Monaten; ich kann definitiv noch nicht gut genug rollen, geschweige denn fallen. Klar, das könnte man jedem neuen Trainingspartner sagen, so dass er sich etwas zurückhält. Aber behindere ich dadurch nicht sein Training, wenn er die Technik vielleicht nicht so schwungvoll ausführen kann, wie sie sein sollte, oder ähnliches?

Hmmm... ich glaube, mein Bauch möchte an dem Lehrgang teilnehmen, mein Kopf rät mir davon ab. Was denkt ihr, würdet ihr hingehen? Wieviel Erfahrung hattet ihr im Aikido, als ihr euren ersten Lehrgang besucht habt?

7. Juli 2008

Mein Auto liefert den Beweis

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Normalerweise bin ich nur sehr schwer in Rage zu bringen. Es muss schon viel passieren, dass ich in Alltagssituationen (in der Arbeit, zuhause, beim Einkaufen, bei meinen Eltern usw.) wütend werde. Die einzige Situation, wo ich mich regelmäßig aufrege, ist beim Autofahren. Ich selbst fahre relativ regel-getreu, meist 5 - 10 km/h über der Geschwindigkeitsbegrenzung, vielleicht ein wenig defensiv. Aber wenn während einer 15-minütigen Autofahrt 3x andere Fahrer meine Geschwindigkeit falsch einschätzen und nur wenige Meter vor mir auf meine Vorfahrtstraße einbiegen, so dass ich auf 20 oder 30 km/h runterbremsen muss... Oder wenn im Berufsverkehr die Leute drängeln und an unübersichtlichen Stellen überholen, nur um 50 m weiter hinter dem nächsten Fahrzeug festzusitzen... Oder wenn auf einer unübersichtlichen, engen Waldstraße der Fahrer vor mir statt der erlaubten 60 km/h nur 40 fährt... Jaaa, wie man schon merkt, so etwas nervt mich. ;-)

Also ist diese Situation genau das richtige, um Gelassenheit und gutes Atmen und in-Kontakt-bleiben zu üben. =)) Das habe ich heute früh im Berufsverkehr mal wieder versucht, und vom Gefühl her ist es mir diesmal ganz gut gelungen. Jedes Mal, wenn in mir eine Reaktion à la "Oh Mann, was für ein §$%!$" aufkommen wollte, bemühte ich mich das einfach loszulassen und die Situation zu nehmen, wie sie ist.

Das hatte gleich zwei Effekte. Einmal kam ich deutlich entspannter und besser gelaunt in der Arbeit an als sonst. Und zweitens gab es sogar ein messbares Ergebnis: mein Auto misst meinen Spritverbrauch, und normalerweise komme ich auf dieser Strecke im Berufsverkehr auf ca. 6,7 l Durchschnittsverbrauch. Heute waren es 6,1 l. Das ist für den durchschnittlichen Verbrauch ein ziemlicher Unterschied. Also tue ich mit dieser Einstellung nicht nur mir selbst etwas Gutes, sondern auch meinem Geldbeutel und der Umwelt! ;-)
Sollte ich also beibehalten... =)

2. Juli 2008

Ki-Test-Training

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Gestern war (zum dritten Mal dieses Jahr, glaube ich) Aikido-Training bei Temperaturen über 30°C. Wir übten anstelle von Technik jedoch nur Ki-Tests, wofür ich gleich doppelt dankbar war: erstens sind sie längst nicht so anstrengend wie Technik, und zweitens habe ich hier den größten Bedarf an Übung.

Anfangs versuchten wir das erste Mal, in einer Reihe hintereinander am Rand der Matten entlang zu rollen, und es ging sogar schon ganz gut. Anschließend durften wir zur Verdeutlichung des stützenden Arms runde Sitzkissen in den Armen halten. =) Das stützende Gefühl war tatsächlich sehr viel deutlicher; die Vorstellung mit dem Kissen will ich also unbedingt beibehalten. Ich bekam sogar ein "Die war gerade sehr gut!!" zu hören... *strahl* Hach, das war toll. =)

Anschließend kam dann schnell wieder die Ernüchterung dank einiger Ki-Tests. ;-) Und zwar betrachteten wir die erste Kopfbewegungs-Übung der Gymnastik. Ich hatte wie immer bei praktisch jedem Test das Gefühl, dass meine Fersen nicht richtig auf der Erde stehen. Aber wenn ich versuche, meine (offenbar?) angespannten Knie zu entspannen und dadurch mehr Gewicht auf die Fersen zu legen, ändert sich nichts. Grrr.
Dabei hatte ich mich diesmal sogar bemüht, jedesmal von neuem mit einer positiven Einstellung (im Sinne von "Diesmal bleibe ich stehen") an die Tests heranzugehen. Auch wenn das vielleicht ein guter Ansatz sein mag, ist es offensichtlich noch lange nicht alles. Tja... nachdem die linke Rückwärtsrolle nicht mehr so schwierig ist wie am Anfang, musste ja etwas Neues kommen, an dem ich mir die Zähne ausbeiße. =)

Passend dazu wurde uns am Schluß des Trainings noch angekündigt, dass wir im September (2008! In ca. 8 Wochen!!) unsere erste Ki-Prüfung durchführen. Argh!! Ich hatte ja schonmal gehört, dass im Ki-Aikido die Prüfungen zweigeteilt sind, in Ki- und Technik-Prüfung, aber irgendwie hatte ich mir vorgestellt, dass beide an einem Tag stattfinden, und wenn die eine Hälfte nicht so toll ist, kann man das vielleicht mit der anderen Hälfte ausgleichen. Tja, das wird wohl nichts. ;-) Ich glaube, wegen den Techniken würde ich mir viel weniger Sorgen machen. Aber ich hatte bisher kaum jemals einen Ki-Test, bei dem ich wirklich das Gefühl hatte, stabil zu sein.
Ich sollte mir wahrscheinlich nicht so viele Gedanken darüber machen, denn egal wie die Prüfung ausgeht, es geht ja eigentlich um das Training, und die Prüfung ist nur ein Nebenprodukt. Aber ... naja. Enttäuschend wäre es schon.

Ich merke gerade, dass ich mich innerlich schon auf ein Nichtbestehen vorbereite, obwohl ich noch nicht einmal eine Ahnung habe, was eigentlich verlangt wird. Das ist eine ziemlich jämmerliche Einstellung. Tsk. Ich werde versuchen, das zu ändern. Ich tue einfach mein Bestes und habe Spaß dabei und wir werden sehen, was passiert.

Trotzdem wäre interessant, worauf die Prüfung abzielt: echtes stabiles Stehen oder nur das Bemühen, seine wackelige Haltung zu verbessern? Ich hoffe stark auf letzteres! =)