19. Juni 2008

Einmal quer durch Deutschland

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Die letzten beiden Tage hatte ich ganz kurzfristig Urlaub, um meiner Schwester ein wenig bei ihrem Umzug zu helfen. Ihre Familie zieht von Berlin an die französische Grenze, und aufgrund widriger Umstände war ein wenig Hilfe vonnöten.

Am Montag kam zunächst der Anruf: "Wir fahren morgen los, kannst du heute noch kommen?" Also erstmal ganz spontan einen Flug gebucht. Nach der Arbeit dann mit dem Flieger nach Berlin Tegel (Wahnsinn, wie schnell das ging!) - das erste Mal, dass ich allein geflogen bin. Ging aber alles ganz glatt, und in Berlin fand ich dann auch sofort den richtigen Bus zum Hauptbahnhof.

Dummerweise kam ich genau um 22:50 Uhr am Hauptbahnhof an (d.h. also, wie auch ich Fußball-Unkundige nun weiß, direkt nach dem Deutschlandspiel). Kaum betrat ich das Gebäude, ziemlich beeindruckt von der Architektur, hörte ich von der anderen Seite ein dumpfes Grollen... Auf der Suche nach den Straßenbahnanschlüssen wagte ich mich ein wenig weiter in diese Richtung vor, in der Erwartung, demnächst auf den Wasserfall zu stoßen, der dieses Geräusch verursachte. Stattdessen stürmten plötzlich Tausende singende, schreiende, pfeifende und generell Lärm verursachende Fußballfans den Bahnhof. Daraufhin hätte ich am liebsten auf der Stelle kehrtgemacht, aber ich musste ja irgendwie da durch - noch dazu wollten die alle mit der Straßenbahn fahren! Dank der Anwesenheit der Berliner Polizei (in voller Einsatzkleidung, komplett mit Schutzhelm, fehlten nur noch die gezückten Waffen) kam ich aber unbeschadet durch und in meine Straßenbahn. ;)

Am Dienstagmorgen wurde ich dann bereits recht früh von meinem krähenden Neffen geweckt, der wirklich von Mal zu Mal süßer wird... Schnell noch ein paar Reisetaschen ins Auto gepackt, und um 10 Uhr ging's los, über 700 km Richtung Südwesten. Die Fahrt an sich war ok, abgesehen von der Länge und den häufigen Pausen (weil der Kleine natürlich regelmäßig Hunger hatte oder Windeln gewechselt werden mussten) sogar richtig angenehm.

Im neuen Zuhause angekommen konnte ich dann das neue Haus und die tolle Aussicht über die grüne Umgebung bewundern. *schwärm* Anschließend noch eine viel zu kurze Nacht auf einem quietschenden, knarzenden Feldbett verbracht und am Mittwoch mit dem (selbstverständlich verspäteten) Zug wieder zurück nach Fürth.

Das Ende vom Lied: ich bin total kaputt, aber irgendwie auch ein wenig stolz, so spontan gewesen zu sein. Ich habe das erste Mal seit Februar ein Aikido-Training verpasst... und zum ersten Mal seit Ewigkeiten kein Musical-Training gehalten. Dafür durfte ich immerhin ein paar schöne Stunden mit meinem kleinen Neffen und natürlich meiner Schwester und ihrem Mann verbringen. Das war's eigentlich schon wert. Und jetzt freue ich mich auf den nächsten Besuch, bei dem ich ein wenig mehr Zeit dort und weniger Zeit im Auto verbringen werde. =)

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