8. Mai 2008

Sherrilyn Kenyon - Dark-Hunter

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Tjaaa... was kann ich sagen... ;-) Rein intellektuell finde ich Liebesromane ja grundsätzlich furchtbar. Ich hätte mir auch nie vorstellen können, dass mir ein Buch gefallen könnte, das auf dem Cover dieses typische "Schundroman"-Päärchen zeigt - Mann und Frau, beide mit langen Haaren, er in historisch nicht sonderlich korrekter Pluderhose und sie in zerrissenem Kleid, im Hintergrund Wellen oder Sturm oder Feuer oder wahlweise auch alles drei. Netterweise haben die (englischen) Dark-Hunter-Bücher von Sherrilyn Kenyon auch keine Pärchen, sondern nur gutaussehende Männer-Fotos vorne drauf. Puuuh. Das hätte ich sonst nie mit meinem Gewissen vereinbaren können.

Angefangen hat es bei mir mit "Dark Side of the Moon", mit Werpanther Ravyn und der gegen Katzen allergischen Susan. Ich hatte es beim Hugendubel in Nürnberg gesehen, mir den Klappentext durchgelesen und allein schon dabei zwei Mal lachen müssen, also wanderte es auf den "Kaufen!"-Stapel. Ich war dann auch tatsächlich begeistert. Die Story fand ich ziemlich komplex (doch, ja, nicht ironisch!), mit jeder Menge Hintergrund, und ganz offensichtlich war Kenyons Welt viel größer, als sie es in einem Buch darstellen konnte. Auch der Humor trifft meinen Geschmack, bei der Beschreibung, wie Susans Oma ihre Kleider immer verkehrt herum anzieht, um die Farben vor der Sonne zu schützen, wurde ich sehr an meine Oma erinnert, die ähnlich lustige Aktionen bringen konnte. (Zum Beispiel wollte sie vor einigen Jahren ihre Büchersammlung verkleinern. Anstatt die Bücher wegzuwerfen oder zu verkaufen, nahm sie jedes Mal, wenn sie in die Stadt ging, ein oder zwei Bände mit und legte sie beim Buchladen außen in die Ständer mit Sonderangeboten... Wir lagen unter dem Tisch vor Lachen.)

Mit dem Buch fing es jedenfalls an, und wenige Wochen später hatte ich alle anderen Bände komplett. "Dark Side of the Moon" ist immer noch mein Favourite, dicht gefolgt von "Night Embrace" (Talon und Sunshine - fast ebenso lustig), "Night Pleasures" und "Fantasy Lover", oder anders gesagt, Kyrian und Julian. Mein Lieblingscharakter bleibt aber definitiv Asheron - very yummy =) und mysteriös. Bin sehr gespannt auf den kommenden Band, der ihm gewidmet ist.

Auch die Vermischung von verschiedenen historischen Götterwelten ist mal etwas Neues - und gut recherchiert (Kenyon ist laut Wikipedia studierte Historikerin). Ab und zu unterhalten sich die Charaktere auch mal kurz auf Lateinisch oder Altgriechisch... Einziger Wermutstropfen, ich weiß leider nicht mehr in welchem Buch: die weibliche Hauptrolle greift in den Kampf ein und kickt einen Bösi, so dass er außer Gefecht gesetzt ist. Auf den fragenden Blick der männlichen Hauptrolle sagt sie nur "Black belt in Aikido!" - ächz. DAS war wohl nicht gut recherchiert. ;-)

Und noch ein netter Marketingtrick, der mir immer wieder auffällt: die Autorin bezieht sich in den Büchern öfters auf die Dark-Hunter-Internetseite www.dark-hunter.com ("Doesn't work? Try it with a hyphen!"), wo die Charaktere Infos suchen usw. Die Seite gibt es wirklich, und ich kann mir keine bessere Methode vorstellen, die Adresse unter's Volk zubringen!

Fazit: Definitiv lesenswert, egal ob man auf der Suche nach leckeren Helden oder guter Fantasy ist!

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