25. April 2008

Kleine Schritte

Gerade komme ich vom zweistündigen Freitagstraining - zuerst eine halbe Stunde "Flow Drills", dann eineinhalb Stunden freies Training.

Flow Drills finde ich sehr faszinierend. Durch ständige Wiederholung sollen sich bestimmte (Abwehr-)Bewegungen automatisieren, was in diesen 30 Minuten auch sehr gut funktioniert. Außerdem sind die Bewegungen kürzer und dadurch leichter als die komplexen Aikido-Techniken... bzw. wahrscheinlich ist das nur die Oberfläche und untendrunter sind sie genauso kompliziert, was man als Anfänger nur vielleicht nicht mitbekommt. ;-)

Im freien Training haben wir für mich wieder unsere 4 bisherigen Techniken wiederholt, was für mich unendlich wertvoll ist, um die Feinheiten nicht wieder in Vergessenheit geraten zu lassen. So langsam macht mir sogar der Koteoroshi-Hebel Spaß... weil er langsam funktioniert. ;-)
Jajajaja, ich weiß, dass ich noch nicht weit bin und ich an den Bewegungen noch Jahrzehnte feilen kann, aber der Hebel an sich funktioniert erstmal (öfter als zu Beginn jedenfalls), und das ist schonmal motivierend.

Abwechselnd sind wir einige Suzuki-Wazas durchgegangen. Ich durfte die Angriffe ausführen, und wurde dann auf den Boden gehebelt, rückwärts zu Boden gelegt oder bekam die Vorwärtsrolle (die ich definitiv noch nicht kann) angedeutet. Es war wie eine Aikido-Demonstration zum mitmachen - und hat wahnsinnig Spaß gemacht. =)

Zum Abschluss durfte ich noch eine halbe Stunde Rollen üben. Auch wenn ich keine großen Fortschritte mache, merke ich doch ab und zu einen Unterschied - heute ist mir immerhin eine einzige Vorwärtsrolle aus der halbhohen Position ansatzweise gelungen (es hat nicht gewürfelt und auch meine Schulter hat sich nicht beschwert). Ganz langsam wird es besser. Ich bekam schon ein wenig Zweifel, aber diese eine Rolle (von vielleicht 40 oder 50 heute) hat mich komplett wieder aufgebaut.
Auch hier wieder: ja, ich weiß, dass es nicht von heute auf morgen geht, und würde auch nie deswegen komplett die Motivation verlieren. In ein oder zwei Jahren vielleicht schon eher, wenn ich dann noch keinen Fortschritt im Vergleich zu heute bemerke, aber bis dahin habe ich ja noch viel Zeit, um viel zu üben. =)

Und noch etwas ist mir heute aufgefallen. Nach dem Training kam ich aus dem Dojo, es hatte geregnet und die Stadt hatte diese gewisse Dämmerungsruhe. Ein ähnliches Gefühl bemerkte ich in mir - nicht wirklich konzentriert, dafür war ich zu erschöpft, aber eine Ruhe, Ausgeglichenheit und ja, auch Aufmerksamkeit. Aikido beginnt zu wirken. Dieses Gefühl war einfach ein schöner Abschluss des Tages...

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