30. April 2008

Filmpremiere "Ekkelins Knecht"

Eine Kollegin hatte uns auf eine deutsche very low budget-Produktion aufmerksam gemacht: der Film "Ekkelins Knecht", für den ihr Cousin die Filmmusik geschrieben hat. Der Film handelt von Ritter Ekkelin Gayling, in Nürnberg besser bekannt unter dem Namen Eppelein von Gailingen, und dessen Knecht.

Zunächst hatte ich nicht so richtig Lust, mitzugehen (weil ich meistens deutsche Filme einfach nicht mag), aber dann hatte ich doch Zeit und außerdem, wie oft hat man schon die Gelegenheit, auf eine Filmpremiere zu gehen?!

Im Endeffekt war es auf jeden Fall interessant, und auch der Film war (sehr) gut gemacht. Klar, man merkt, dass hier nicht 200 Millionen Dollar drinstecken. Andererseits verleiht gerade das dem Film viel an Authentizität. Ich glaube kaum, dass Hollywood so weit gehen würde, den Schauspielern authentische schlechte Zähne zu verpassen.

Die Schauspieler, die Handlung, auch und vor allem die Musik waren wirklich sehenswert. Insgesamt war der Film vielleicht ein wenig lang und die Handlung dadurch manchmal etwas langsamer, aber wenn man sich loslöst von der Gewohnheit, eine Action-Szene nach der anderen präsentiert zu bekommen, ist auch diese Langsamkeit irgendwie mal ganz angenehm.

Würde ich ihn mir ein zweites Mal ansehen? Hm, wahrscheinlich nicht - so spannend war er dann doch nicht. Würde ich ihn weiterempfehlen? Ja, auf jeden Fall. Ist mal was anderes als Hollywood-Hausmannskost (auch wenn ich die sehr gerne mag ;-)), und außerdem ist so ein Projekt es wert, unterstützt zu werden!

Also, los, ansehen! =)
Link zur Homepage: www.ekkelin.de
Der Film läuft u.a. im Cinecitta Nürnberg.

29. April 2008

Nicht viel Neues

Heute bin ich irgendwie zu kaputt, um viel zu schreiben... Ich konnte meine Schwester überreden, bei ihrem Besuch hier bei uns mal im Aikido "vorbeizuschnuppern". Und es hat ihr gefallen! =)
Jetzt wünschte ich nur, sie würde in der Gegend wohnen, dann könnten wir zusammen trainieren... Tja, I guess that won't happen. Anyway, ich freu mich trotzdem, dass es ihr gefällt. Gell? ;-)

Für mich gabs im Training heute nicht viel Neues - oder sagen wir so, zumindest keine "Aha!"-Erfahrung. Ich bin am Rumprobieren, wie ich meine Rückenmuskeln überreden kann, bei der Ki-Atmung am Anfang nicht so zu verspannen - ich brauche nur die Arme zu heben und schon brennen sie, das kann so nicht gewünscht sein. Ich schätze mal, ich sollte meine Schultern (und alles andere) mehr entspannen. Falls jemand nen Tipp hat, immer her damit...

Im anschließenden Musicaltraining war es anfangs wieder viel zu laut (15 Jugendliche bis junge Erwachsene können verdammt laut sein) - normalerweise würde ich entweder schreien, um mir Aufmerksamkeit zu beschaffen, oder meine Trillerpfeife rausholen, die aber unangenehm schrill ist (logisch). Also habe ich aus lauter Verzweiflung beschlossen, das mit dem Klatschen einzuführen... Hat schon in Ansätzen funktioniert (viiiiel besser als ohne jedenfalls *g*), und ich hoffe, wenn ich es lang genug durchziehe automatisiert es sich irgendwann. =)
Ich will ja gar nicht so viel Disziplin im Aikido (wobei ich auch das eigentlich noch ziemlich entspannt sehe, weil wir so viel lachen), aber ein wenig Aufmerksamkeit wäre schon gut.
Normalerweise sehe ich auch beim Warten auf Ruhe auf den Boden, oder starre in die Luft; heut hab ich versucht, stärker "anwesend" zu sein.
Bin gespannt ob's auf Dauer etwas bringt.

27. April 2008

Rhythm is it!

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Wir haben heute Abend "Rhythm is it!" angeschaut. Der Film ist eine Dokumentation über ein Projekt in Berlin, bei dem ein bekannter Choreograph mit über 200 Schülern eine Tanzaufführung zu einem klassischen Stück vorbereitet (Wikipedia hat dazu mehr Details).

Ich hatte den Film vor einigen Jahren schon einmal gesehen; damals faszinierte mich besonders der Umgang des Choreographen mit den problematischen Jugendlichen, seine Energie und sein Mut, den Kindern Dinge zu sagen, die sie sonst wahrscheinlich niemals gehört hätten. Ein Zitat, sinngemäß: "Habt ihr Angst, dass eure Freunde euch auslachen, wenn ihr auf der Bühne steht? Dann solltet ihr euch überlegen, ob diese Leute wirklich eure Freunde sind. Freunde lachen euch nicht aus, sie helfen euch, weiterzukommen."
Schön ist natürlich auch die Aufführung zum Ende des Projektes auf einer gewaltigen Bühne, mit z.T. überwältigender Choreographie.

Heute ist mir vor allem aufgefallen, wie gut der Choreograph und sein Team die Körpersprache der Jugendlichen lesen konnten (was ich im Aikido auch immer wieder faszinierend finde). Oder auch "Wenn wir reden oder lachen oder unkonzentriert sind, all das lenkt unseren Körper ab. Erst wenn wir still sind, können wir mit unserem Körper sprechen."
Das trifft auch sehr gut auf die Tanzgruppe, für die ich Choreographien mache, zu. Vielleicht sollten wir uns alle gemeinsam den Film ansehen und wären dann bereit, uns etwas besser zu konzentrieren und weniger zu reden (z.Z. eine echte Sisyphus-Arbeit).

Zum Abspann sieht man die Tänzer nach der vollendeten Aufführung vor den tosenden Standing Ovations auf der Bühne stehen. Diese Gesichtsausdrücke - man spürt förmlich das ungläubige Staunen über das, was sie gerade geleistet haben, die Freude, die Begeisterung. In dem Moment fand ich den Untertitel des Films "You can change your life in a dance class", ebenfalls ein Zitat, wirklich überzeugend.

Fazit: sehenswerter Film für alle, die daran glauben, dass man über sich hinauswachsen kann. Oder auch für diejenigen, die diesen Glauben verloren haben und wiederfinden möchten! (Meine Güte, das klingt ja fast schon poetisch. ;-) Ist aber wahr...)

25. April 2008

Kleine Schritte

Gerade komme ich vom zweistündigen Freitagstraining - zuerst eine halbe Stunde "Flow Drills", dann eineinhalb Stunden freies Training.

Flow Drills finde ich sehr faszinierend. Durch ständige Wiederholung sollen sich bestimmte (Abwehr-)Bewegungen automatisieren, was in diesen 30 Minuten auch sehr gut funktioniert. Außerdem sind die Bewegungen kürzer und dadurch leichter als die komplexen Aikido-Techniken... bzw. wahrscheinlich ist das nur die Oberfläche und untendrunter sind sie genauso kompliziert, was man als Anfänger nur vielleicht nicht mitbekommt. ;-)

Im freien Training haben wir für mich wieder unsere 4 bisherigen Techniken wiederholt, was für mich unendlich wertvoll ist, um die Feinheiten nicht wieder in Vergessenheit geraten zu lassen. So langsam macht mir sogar der Koteoroshi-Hebel Spaß... weil er langsam funktioniert. ;-)
Jajajaja, ich weiß, dass ich noch nicht weit bin und ich an den Bewegungen noch Jahrzehnte feilen kann, aber der Hebel an sich funktioniert erstmal (öfter als zu Beginn jedenfalls), und das ist schonmal motivierend.

Abwechselnd sind wir einige Suzuki-Wazas durchgegangen. Ich durfte die Angriffe ausführen, und wurde dann auf den Boden gehebelt, rückwärts zu Boden gelegt oder bekam die Vorwärtsrolle (die ich definitiv noch nicht kann) angedeutet. Es war wie eine Aikido-Demonstration zum mitmachen - und hat wahnsinnig Spaß gemacht. =)

Zum Abschluss durfte ich noch eine halbe Stunde Rollen üben. Auch wenn ich keine großen Fortschritte mache, merke ich doch ab und zu einen Unterschied - heute ist mir immerhin eine einzige Vorwärtsrolle aus der halbhohen Position ansatzweise gelungen (es hat nicht gewürfelt und auch meine Schulter hat sich nicht beschwert). Ganz langsam wird es besser. Ich bekam schon ein wenig Zweifel, aber diese eine Rolle (von vielleicht 40 oder 50 heute) hat mich komplett wieder aufgebaut.
Auch hier wieder: ja, ich weiß, dass es nicht von heute auf morgen geht, und würde auch nie deswegen komplett die Motivation verlieren. In ein oder zwei Jahren vielleicht schon eher, wenn ich dann noch keinen Fortschritt im Vergleich zu heute bemerke, aber bis dahin habe ich ja noch viel Zeit, um viel zu üben. =)

Und noch etwas ist mir heute aufgefallen. Nach dem Training kam ich aus dem Dojo, es hatte geregnet und die Stadt hatte diese gewisse Dämmerungsruhe. Ein ähnliches Gefühl bemerkte ich in mir - nicht wirklich konzentriert, dafür war ich zu erschöpft, aber eine Ruhe, Ausgeglichenheit und ja, auch Aufmerksamkeit. Aikido beginnt zu wirken. Dieses Gefühl war einfach ein schöner Abschluss des Tages...

24. April 2008

Stretching und Ki-Tests

Begonnen haben wir heute mit einem Zusatz-Kurs, 50 min. Stretching - holla die Waldfee, so etwas habe ich wohl schon viel zu lange nicht mehr gemacht! =) War sehr interessant, zu sehen, wo mein Körper nach ungefähr 12 Jahren ohne irgendeine Art von Stretching heute steht. Merke: Es gibt einiges zu tun... =)

Im eigentlichen Aikido-Training haben wir heute relativ wenig Technik gemacht, statt dessen einige Ki-Tests. Erkenntnis: ich kann nicht stehen. Das "immer noch nicht" lasse ich weg - mir ist bewusst, dass es Jahre oder Jahrzehnte dauern wird, bis ich es hoffentlich kann, aber dennoch bin ich jedes Mal wieder verwundert darüber, was mein Körper mir als stabil verkaufen möchte.

23. April 2008

Ist es ok?

In einem Blog über Aikido habe ich heute gelesen, wie sich der Autor fragt, ob er seine Gedanken zu dem Thema veröffentlichen sollte - schließlich hat er ja erst vor 7 Jahren damit angefangen und fühlt sich irgendwie ein bisschen unwürdig.
*schluck* Auf den Gedanken bin ich vorher überhaupt nicht gekommen, dass sich jemand auf den Schlips getreten fühlen könnte. Andererseits, wenn man etwas darüber nachdenkt, ist es schon vermessen, nach gerade mal 3 Monaten Training bereits darüber schreiben zu wollen!
Deshalb vielleicht nochmal ganz deutlich zu meiner Motivation: ich will ganz bestimmt niemanden belehren oder mich hervorstellen! Ich möchte einfach meine Freude an dieser für mich neuen Entdeckung "Aikido" mit jemandem teilen, mir Notizen machen, und hoffentlich in einigen Jahren auf diese Artikel zurückblicken und mich darüber schlapplachen können. ;-)
Und falls jemand einen Fehler irgendwo entdeckt, bitte sagt es mir damit ich mich verbessern kann! =)

22. April 2008

Der erste Shomenuchi

Heute haben wir mit einer neuen Technik angefangen: Shomenuchi, d.h. (wenn ich es richtig 'übersetze') ein Schlag mit der Handkante von oben zum Kopf.
Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mich zwar mit "normalen", geraden Boxschlägen zum Bauch o.ä. einigermaßen wohlfühle, weil ich sie aus meiner kurzen Kickbox-Zeit kenne, dass ich mich aber bei so "fremdartigen" Angriffen auch als Angreifer unsicher fühle und wohl einige Zeit üben muss, um überhaupt den Angriff vernünftig hinzubekommen.

Aikido: wie für mich alles begann

Aikido. Das ist der eigentliche Grund, warum ich mit diesem Blog begonnen habe. Vor einigen Jahren, ich schätze ungefähr 2002, kaufte ich mir das Buch "Helm" von Steven Gould. (Eins seiner anderen Bücher ist übrigens Jumper, das verfilmt wurde und gerade jetzt in den Kinos läuft.) "Helm" riss mich völlig mit - ich liebte den Held, das Setting, die Geschichte und vor allem die Kampfelemente. Ohne jemals vorher eine Aikido-Demonstration gesehen zu haben, konnte ich mir die Bewegungen vorstellen. Gleichzeitig ging er ein wenig auf die Philosophie ein, die mich nicht weniger faszinierte.
I was hooked... Ich las das Buch alle paar Monate und war jedes Mal von neuem gefangen. Warum ich nicht früher auf die Idee kam, selbst mit Aikido zu beginnen, kann ich gar nicht sagen - vermutlich hielt mich eine Mischung aus Schüchternheit und Zeitdruck zurück. Nun hat sich allerdings mein Leben innerhalb der letzten Jahre ziemlich beruhigt, ich habe einen halbwegs geregelten Tagesablauf. Im Dezember letzten Jahres las ich mal wieder "Helm", und endlich beschloß ich, mir Aikido genauer anzusehen.
Ich besuchte im Januar (während ich gerade ein Pfeiffersches Drüsenfieber auskurierte) ein Aikido-Schnuppertraining in dem Nürnberger Dojo Ki und Aikido (www.kiundaikido.de) und war begeistert. Die Mischung aus Philosophie und fließenden, schönen Bewegungen, die Leichtigkeit und nicht zuletzt die netten Menschen, die ich dort traf, überzeugten mich vollkommen. Leider findet der Anfängerkurs dieses Dojos zu einer für mich äußerst ungünstigen Zeit statt, weswegen ich mich kurzerhand entschloß, bei dem neu eröffneten Frauendojo Jaguar Woman in Fürth (www.jaguarwoman.de) "weiterzuschnuppern".
Ich habe etwas gefunden, von dem ich gar nicht wusste, dass ich es schon lange gesucht habe. Mein einziges Bedauern ist, dass ich nicht früher begonnen habe... Aber wie sagt man so schön: der Weg ist das Ziel. Ich freue mich auf jeden einzelnen Schritt.

Finally - welcome to my blog!

Lange habe ich mich gegen Blogs gewehrt, aber nun scheint es langsam doch eine gute Idee zu sein. Im Tagebuchschreiben war ich noch nie besonders gut, aber erstens ist ein Blog ja wohl kein Tagebuch, und zweitens geht mir zur Zeit sehr viel im Kopf herum, das ich aufschreiben möchte.
Bin mal gespannt, ob und wenn ja, wie lange ich durchhalte... Anyway: Welcome to my blog!