1. Dezember 2009

Stockkampf fürs Musical

Seit Wochen schon freute ich mich darauf, einen Stockkampf für unser Musical zu entwerfen: vier Bösewichte kämpfen gegen den Helden und besiegen ihn letztendlich, nachdem er sich tapfer zur Wehr gesetzt hat.

Auch wenn ich regelmäßig Tänze choreografiere, ein Kampf war etwas neues für mich. Aikido wollte ich relativ wenig einfließen lassen, da ich mich dazu noch nicht wirklich berechtigt fühle mit meinen zwei Jahren Training. ;) Zusätzlich bestand die Herausforderung daraus, fünf 'Kämpfer' unterzubringen, die alle sehr unterschiedliche Charaktere und Fähigkeiten - von enthusiastisch bis unsicher - mitbrachten.

Da ich im Voraus schwer einschätzen konnte, inwieweit die anderen sich mit einem Stock in der Hand wohlfühlen würden, hatten wir das Training als Workshop angesetzt, so dass sich jeder einbringen konnte und wir den Kampf zusammen erarbeiteten. Nach zwei Stunden Arbeit mit allen zusammen und noch einmal zwei Stunden Einzeltraining hatten wir dann schließlich ein Szenario, in dem sich jede/r von uns einbringen konnte, ohne überfordert zu sein. Sogar zwei Rollen konnte ich wie geplant für mich einbauen. =)

Das schönste für mich persönlich war das Gefühl, überhaupt keine Angst haben zu müssen. Natürlich hatte ich einen gewissen Respekt vor der Situation, immerhin fuchteln wir da zu fünft mit Stöcken rum - ganz ungefährlich ist das nicht. Aber ich konnte mir selbst absolut vertrauen, so präsent zu sein, dass ich nicht getroffen werden würde.
Auch im "Nahkampf" - der Held und ich verlieren unsere Stöcke und gehen kurz mit Karateschlägen und -tritten aufeinander los - fühlte ich mich dank Aikido und Flow Drills absolut sicher und überhaupt nicht ängstlich, getroffen zu werden. Wobei wir natürlich unsere Schläge nicht wirklich durchziehen - wir stehen schließlich auf der Bühne und üben nicht für eine tatsächliche Selbstverteidigung.

Im Endeffekt wurden aus den geplanten 30 Sekunden Kampf vor lauter Begeisterung mehr als zwei Minuten... =)

23. Oktober 2009

Freies Training mal anders

Bisher übte ich im Freien Training entweder mit einer anderen Schülerin auf derselben Stufe oder direkt mit unserer Lehrerin - was man dann eigentlich schon nicht mehr als Freies Training, sondern eher als Einzeltraining bezeichnen konnte: 90 Minuten lang Verbesserungen ganz für mich allein! ;)

Heute durfte ich erfahren, wie es sich auf der anderen Seite eines solchen Trainings anfühlt, und ich muss sagen: Himmel, ist das anstrengend! Eine unserer neuesten Mitschülerinnen, die seit ungefähr einem Monat dabei ist, war zusammen mit mir im Freien Training. Wie üblich, wenn wir Schülerinnen zu zweit sind, übten wir allein; nur bei Fragen kam unsere Lehrerin kurz dazu.

Von der einen Technik, die wir beide kannten, hatten wir nach einer halben Stunde genug. Auf einen Vorschlag unserer Lehrerin hin griff mich die andere Schülerin einfach für einige andere Techniken an, die ich dann ganz langsam und vorsichtig wiederholen konnte. Nun war sie aber natürlich auch neugierig und wollte diese Techniken ebenfalls ausprobieren... ;)

Eine Stunde später konnte ich mir ungefähr vorstellen, wie sich unsere Lehrerin wohl nach einem "Einzeltraining" mit mir fühlt... Es gibt bei jeder einzelnen Bewegung so viel zu erklären, und so vieles, was anfangs trotz der vielen Erklärungen einfach noch nicht klappt.

Mit dieser neuen Erfahrung weiß ich mein "Einzeltraining" jetzt noch viel mehr zu würdigen!

21. Oktober 2009

Ein typischer Dienstagabend...

17:00 Uhr
Feierabend - jetzt geht's erst richtig los...

17:30 Uhr
Letzte Vorbereitungen fürs Musicaltraining, Wiederholung der Tänze

18:00 Uhr
Auf zur ersten Station: Aikido

18:30 Uhr – 20:00 Uhr
Aikido-Training – entspannen! =)

19:45 Uhr
15 Min. vor Ende des Aikido-Trainings Aufbruch zum Musicaltraining, Gewissensbisse

20:00 – 21:00 Uhr
Nachlernen und Wiederholung der bisherigen Tänze mit Freiwilligen

21:00 – 22:00 Uhr
Begrüßung eines neuen Mitglieds
Tanz- und Schauspiel-Training mit der Musicalgruppe

22:00 Uhr
Termin für einen Kleinauftritt im nächsten Jahr abklären
Probentermine mit den Hauptrollen abklären
Mit ABC absprechen, ob sie ihre Rolle behält, die sie sich eigentlich mit DEF teilen wollte, die aber nun doch nicht mitmachen kann
Mit der Hallenleitung absprechen, wann die Halle von November bis Februar für zusätzliche Trainings an den Wochenenden zur Verfügung steht

19. Oktober 2009

Buddy Holly in Essen

Die Erinnerung, die mir wohl am stärksten im Gedächtnis bleiben wird von meinem Besuch bei dem gerade neu eröffneten Musical Buddy Holly in Essen: wie das komplette Publikum - über 1000 Menschen - aufsteht und begeistert mitwippt, klatscht und lachend zwischen den Reihen tanzt (und beim Twisten den leidenden Sitznachbarn, also mir z.B., des öfteren den Ellbogen in die Seiten bohrt). Ich habe noch nie erlebt, dass ein Publikum geschlossen so mitging - und das in Deutschland, wo die Zuschauer allgemein recht schwer zum Mitmachen zu bewegen sind.

Andererseits blieb einem auch wirklich kaum eine andere Wahl - die Energie, die von den Darstellern ausging, war dafür viel zu mitreißend. Und natürlich spielt auch die Musik selbst eine Rolle - ich selbst bin normalerweise steif wie ein Brett, und trotzdem musste ich einfach mitwippen und auf dem Platz tanzen. So wie mir ging es, wenn man sich in den Reihen umsah, fast allen anderen Zuschauern, egal welcher Altersgruppe. Hände klatschten, Füße wippten, und manch einen hielt es kaum im Sessel.

Vielleicht liegt dieser Effekt auch ein wenig daran, dass Buddy Holly kein Musical im eigentlichen Sinne ist. Bei anderen Musicals findet auf der Bühne eine Geschichte statt, die durch die Musik untermalt wird, und das Publikum ist im wahrsten Sinne des Wortes nur Zuschauer. Bei Buddy Holly spielt die Musik die zentrale Rolle, nur zwischendurch verbunden durch ein wenig Hintergrundgeschichte. Das Publikum wird mit einbezogen und "spielt" Buddys Zuschauer von damals, im Apollo Theater und im Surf Ballroom - und da ist es nur normal, mitzufeiern und zu tanzen.

Viel mehr lässt sich dazu eigentlich gar nicht sagen - unsere Cast war super, die riesige Jukebox-Bühne gigantisch, und eigentlich hätte es ruhig noch ein wenig länger dauern können. ;) Ich freu mich schon auf meinen nächsten Besuch in Essen!

Zum Abschluss noch ein Link zum Notizblog, dem Youtube-Blog des Hauptdarstellers Matthias Bollwerk - das Thema Buddy beginnt bei Folge 111. Sehr unterhaltsam! =)

2. Oktober 2009

Yokomenuchi Shihonage als Tenkan

Nachdem gestern ausnahmsweise mal keine Neulinge zum Schnuppern im Training waren, sondern nur zwei Schülerinnen, gab es eine neue Technik für uns: die Tenkan-Variante des Yokomenuchi Shihonage (d.h. Angriff mit einem Schlag Richtung Hals, Abfangen des schlagenden Arms, Hebel). Anfangs war ich noch recht stolz, dass die Bewegung grundsätzlich ganz gut funktionierte – in welche Richtung drehe ich mich, wo muss ich an meinem Angreifer vorbei, welcher Arm macht was. Dann ging es aber ein bisschen in die Tiefe, und ich kam mir ganz schnell wieder völlig unfähig vor. =)

Vor allem, als wir am Ende des Trainings noch einmal die Irimi-Variante machen sollten, ging gar nichts mehr... Tja, ich glaube, ich weiß, was ich heute im freien Training üben will. =)

Am Rande bemerkt: ich hatte zunächst einen Post vorbereitet, der erklärt, warum ich in letzter Zeit kaum zum Schreiben komme... da das aber in einem einzigen Gejammer geendet ist, werde ich mir den erstmal verkneifen. =) Es ist halt, wie's ist... =)

14. September 2009

Back from the Horn

Vorletzte Woche war es endlich soweit - sechs Tage Aikido-Lehrgang am Herzogenhorn im Schwarzwald, jeden Tag vier bis fünf Stunden Aikido und Natur und Ruhe und Urlaub.

Herzogenhorn September 2009
Im Vorfeld hatte ich schon ein wenig weiche Knie bekommen - meine Kondition hat sich zwar ein wenig gebessert, aber nichtsdestotrotz war die Vorstellung, als Anfängerin mit gerade mal 1,5 Jahren Aikido-Erfahrung in einer Prüfung zum 3. Schwarzgurt als Uke (Angreifer) mitzumachen, ziemlich furchteinflößend.
Aber selbstverständlich ging alles gut und machte (natürlich) riesigen Spaß. =)

Herzogenhorn September 2009
Die Inhalte des Lehrgangs waren wie erwartet wieder viel zu hoch für mich und die Zusammensetzung aus Philosophievortrag gemischt mit schnellem Techniktraining eine gewaltige Herausforderung. Während der ersten beiden Trainings fühlte ich mich dementsprechend auch nicht wirklich wohl, da ich nur die wenigsten Techniken oder Grundbewegungen kannte, aber innerhalb einer halben Stunde ein Tsuzukiwaza (Zusammenstellung von 7 Techniken) durchüben sollte.
Das legte sich aber schnell wieder, und spätestens ab dem dritten Training machte es einfach nur Spaß, sich ohne einen Plan reinzuhängen, die Techniken auszuführen, so gut es eben ging und sogar ab und zu am Schluß einer Unterrichtseinheit ein Tsuzukiwaza mitzumachen.

Herzogenhorn September 2009
Die Nachwehen des vielen Trainings hielten sich sehr in Grenzen, nicht einmal Muskelkater. Um mein Handgelenk möglichst zu schonen, trug ich durchgängig meine Schiene, und dadurch überstand es die Woche recht gut. (Ich glaube fast, es wird sogar endlich wieder besser...)

Herzogenhorn September 2009
Tja, und am ersten Tag wieder zuhause war ich doch tatsächlich etwas traurig, denn bis zum nächsten Training dauerte es noch drei ganze Tage... ;)

28. August 2009

Das kommt davon

... wenn man versehentlich nachts seine Katze erschreckt, die friedlich neben einem schläft:

Blauer Fleck in Form einer Katzenpfote?!

27. August 2009

Kleine Veränderungen

In letzter Zeit sind mir ab und zu einige kleine Änderungen aufgefallen - keine großartigen "Wow"-Erlebnisse mehr wie am Anfang, aber dennoch wert, festgehalten zu werden.

Diese Woche während der Ki-Gymnastik merkte ich, dass ich mit den Gedanken ganz woanders war. Als ich mir selbst innerlich einen "Schubs" gab und mich bewusst wieder konzentrierte, konnte ich deutlich spüren, wie mein Körper seine Haltung änderte, sich zentrierte und entspannte - ohne dass ich daran überhaupt gedacht hatte!

Einmal stand ich neben einem Freund, als der eine ausladende Geste mit der Hand machte. Vollkommen unbewusst hob ich die Hand auf der entsprechenden Seite, so als wollte ich einen Schlag abfangen. Als ich meine Bewegung bemerkte, nahm ich die Hand ganz schnell wieder herunter - aber grundsätzlich ist es schön zu sehen, wie sich langsam bestimmte Automatismen ausbilden.

Auch ansonsten bemerke ich kleine Veränderungen an mir: Ich beurteile manche Themen oder Probleme ein bisschen anders. Wo ich z.B. jahrelang mit einem Thema gehadert habe, aber nie eine Möglichkeit zur Verbesserung sah, scheint sich plötzlich mein Blickwinkel verschoben zu haben. Der Punkt, an dem ich vorher festhing, wirkt auf einmal gar nicht mehr so wichtig.

... Zusammengefasst klingt das jetzt viel imposanter, als es eigentlich ist - eigentlich geht es hier nur um Kleinigkeiten, die während der letzten Wochen passiert sind.

24. August 2009

Musical "Teufelsmoor" in Osterholz-Scharmbeck

Freitag früh um 9 Uhr ging es los in Richtung Bremen, oder genauer gesagt, Osterholz-Scharmbeck. Sechs Stunden später kamen wir zunächst beim Hotel an, wo wir unsere Taschen abluden. Dann ging es gleich weiter zum Gelände des Tagungshauses Bredbeck, in dessen Theaterpavillon am Abend die Vorstellung stattfand. Das Gelände liegt ein wenig außerhalb, umgeben von hohen Bäumen und viel Ruhe. Der Vater des für die Musik zuständigen Freundes hatte angeboten, die Aufführung zu filmen, und so baute er seine Kameras auf, während wir anderen den letzten Gesangsproben lauschten.
Als bereits die ersten Besucher erschienen, kam auch der Freund selbst an, wie üblich voll im Streß. ^^

--- Kurzer Einschub zur Erklärung: Sorry für die etwas verwirrenden Titel und Bezeichnungen - ich verwende grundsätzlich keine Namen, wenn ich nicht ausdrücklich die Zustimmung dafür habe. ---

Kurz hatten wir noch Zeit, uns gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen, dann begann auch schon der erste Akt.

Ich wusste im Vorfeld nicht, was mich erwartet - einige frühe Demo-Aufnahmen hatte ich zwar gehört, aber natürlich klangen diese ganz anders als die fertige Produktion. Das Thema wirkte für mich recht schwer zugängig: zeitlich in der ersten Besiedlung des "Teufelsmoors" um 1700 angelegt, handelt die Geschichte von den Mühen der Siedler und dem geheimnisvollen schwarzen Vogt, der die Bauern erpresst und jeder Falle entkommt. Ein Historienkrimi also, normalerweise nicht mein Fall.

Und dann begann die Musik... und trieb mich mit Gänsehaut und mehreren Ohrwürmern durch die beiden Akte. Von wunderschönen Duetten, melancholischen Sololiedern und mitreißenden Chorgesängen war alles dabei, was man sich bei einem Musical nur wünschen kann. Noch überwältigender wirkte es, wenn man sich ab und zu ins Gedächtnis rief, dass die Darsteller gerade einmal zwei Wochen an dem Stück arbeiteten und es eigentlich nur als Workshop-Aufführung deklariert war. Demgegenüber wirkten die Standing Ovations am Schluß vollkommen gerechtfertigt.

Jetzt hoffe ich nur, dass man bald auf der Website Bilder oder Hörbeispiele findet, um meine Ohrwürmer zu füttern. ;-) Für das Musical wünsche ich mir sehr, dass es zukünftig noch öfters, auf größeren Bühnen, produziert wird.

20. August 2009

Teufelsmoor bei Bremen

Morgen bin ich mal wieder unterwegs durch Deutschland, und zwar in die Gegend von Bremen, zur Premiere des Musicals "Teufelsmoor", für das ein guter Freund von mir die Musik komponiert hat. Zusammen mit seiner Familie geht es morgen früh los, abends ist die Vorstellung, und dann feiern wir hoffentlich noch ein bisschen, bevor wir am Samstag wieder zurückfahren.
Wie sagt der Franke: Na, iech bin amol gschbannd. =)

Ein bisschen schade ist es aber schon, dass ich dafür das Freitagstraining ausfallen lassen muss... ;-)